Akademie für Soziale Demokratie

buch|essenz — Prägnante Buchzusammenfassungen mit politischer Einordnung

Mit der buch|essenz stellt die Akademie für Soziale Demokratie Sachbücher von besonderer Bedeutung für den gesellschaftlichen Diskurs als Buchzusammenfassungen für dich bereit.  Sowohl in schriftlicher Form als auch als Audio-Version bieten wir unseren Leser_innen kostenfrei prägnante Zusammenfassungen mit hohem inhaltlichem Anspruch und einer Einordnung aus Sicht der Sozialen Demokratie.

Das Beste an der buch|essenz: Du musst Sachbücher mit mehreren hundert oder gar tausend Seiten nicht gänzlich lesen, um die Kernaussagen und Argumente der Autor_innen zu verstehen – denn genau dies decken unsere kompakten buch|essenzen ab. Du kannst dir mithilfe der Buchzusammenfassungen in nur 10 bis 15 Minuten einen fundierten Eindruck von den Inhalten wichtiger Werke machen und erhältst zugleich eine thematische Einordnung aus Sicht der Sozialen Demokratie. Anhand dessen kannst du leicht entscheiden, ob ein Sachbuch für dich besonders relevant ist und ob du dich noch intensiver damit beschäftigen möchtest.

Unsere Buchzusammenfassungen kommen in zwei Versionen: Wenn du gerade mal keine Zeit zum Lesen hast, kannst du die gesprochene Buchessenz über unsere Website überall abrufen und direktanhören. Jeden Monat kommen neue Buchzusammenfassungen dazu – lass dich einfach von unserem  Kurznachrichten-Dienst „Der Rote Faden" über neue buch|essenzen informieren.

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Ivan Krastev (2021): Europadämmerung. Ein Essay

Dass politische Parteien im Spektrum der sozialen Demokratie in ganz Europa seit der Integration neoliberaler Positionen an Wählerakzeptanz verloren haben, ist ja kein Geheimnis. Dass Teile ihrer Wählerschaft massiv ins rechtspopulistische Lager abgewandert sind, ist ein Trend, der zumindest aufgehalten werden könnte. Ivan Krastevs Essay Europadämmerung analysiert die Krise der Europäischen Union nicht aus ökonomischer Perspektive oder von der Warte der politischen Theorie. Die europäische Idee der Universalität der Menschenrechte, verbunden mit dem Modell des (sozial-) liberalen Wohlfahrtstaats war das europäische Erfolgsmodell – und dessen Strahlkraft ist vergangen. „Nach Europa“ („After Europe“) – so die wortgetreue Übersetzung des Originaltitels von Krastevs Essay – bedeutet nicht, dass die Europäische Union zerbricht, sondern deutet darauf, dass Europa kein weltweites politisches Vorbild mehr ist, dass der politische Einfluss Europas in der Welt gering ist und dass die europäischen Bürger_innen die Zuversicht verloren haben, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern könnte. Aber trotz des Brexits sieht er auch nicht die Gefahr, dass sich weitere Teile der Peripherie vom europäischen Zentrum – das für ihn ganz klar aus Frankreich und Deutschland besteht – abspalten werden. Die Gefahr sieht er eher als eine fortgesetzte Funktionsstörung der europäischen Institutionen, die zur Folge haben könnte, dass das Zentrum gegen die Peripherie rebelliert.

Gesine Schwan (2021): Politik trotz Globalisierung

Die Globalisierung und der deregulierte Kapitalismus haben Ungleichheit und Politikverdrossenheit produziert und den Nationalstaat entmachtet. Eine Politik, die gleiche Freiheit und Gerechtigkeit anstrebt, muss liberale Prinzipien mit sozialer Absicherung verbinden. Die repräsentative Demokratie hat einen Vertrauensverlust erfahren. Sie muss durch neue Formen der Teilhabe ergänzt werden, die Regierungen, Unternehmen und Zivilgesellschaft einbinden. Auf der Grundlage einer gründlichen Auseinandersetzung mit den politischen Philosophien demokratischer Herrschaft entwickelt Gesine Schwan neue Konzepte partizipativer Politik. Ihre Hoffnung ruht auf Formaten, die unterschiedliche Interessengruppen einbinden und vor allem auf kommunaler Ebene innovative Lösungen erarbeiten. Interessenkonflikte sollen offen ausgetragen und Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit in Bürgerräten rational entwickelt und begründet werden. Damit liefert sie Ansätze für eine Politik gegen populistische Verkürzungen und marktliberale Ausblendung sozialer Ungleichheiten.

Winfried Veit (2020): Europas Kern. Eine Strategie für die EU von morgen

Die EU, die ursprünglich nicht für 27 Mitglieder ausgelegt war, ist infolge innerer Krisen und fortwährender divergierender Interessenslagen träge geworden und somit nicht mehr hinreichend handlungsfähig. Insbesondere im Bereich Sicherheits- und Außenpolitik sowie Wirtschafts- und Finanzpolitik bedarf es eines kleineren Kerns an Staaten, der souverän mit vereinigter Stimme spricht und einer Lokomotive gleich die übrigen Staaten nach sich zieht. Der Kern besteht aus einer weitgehend integrierten fiskalischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Union mit einem starken Binnenmarkt, der auch digitale und sicherheitspolitische Aspekte aufgreifen könnte. In einem Staatenbund, der weiterhin unter dem Etikett der EU liefe, würde ein Rückbau der bürokratischen Strukturen, Verordnungen und Einmischungen im Sinne des Subsidiaritätsprinzips als oberstes Leitmotiv stattfinden. Handlungsfähigkeit nach außen und nicht Einmischung nach innen soll hergestellt werden.

John Rawls (1979): Eine Theorie der Gerechtigkeit

(Erstveröffentlichung A Theory of Justice (1971): Harvard University Press) Eine gerechte Gesellschaft orientiert sich an zwei Grundsätzen: Sie verwirklicht ein größtmögliches Maß an Freiheiten für alle Menschen in diesen Gesellschaften gleichermaßen. Unterschiede in der Verteilung von Einkommen und Vermögen sind nur dann zu akzeptieren, wenn sie den am wenigsten Begünstigten den größten Vorteil bieten. Rawls hat die Debatte darüber, was Gerechtigkeit eigentlich ist und wie sie ausgestaltet werden kann, nicht nur neu belebt, sondern auch anhaltend geprägt. Sein Titel ist heute ein absoluter Klassiker, wenn es um Gerechtigkeitsfragen geht.

Lea Elsässer (2018): Wessen Stimme zählt? Soziale und politische Ungleichheit in Deutschland

Das Gleichheitsversprechen moderner Demokratien geht vom Prinzip aus, dass jede in einer Wahl abgegebene Stimme stets gleich viel wert ist. Tatsächlich ist das Wahlniveau oft niedrig, und über die Jahre hinweg in vielen Ländern gesunken. In der öffentlichen Diskussion wird daher mitunter der Eindruck artikuliert, dass von gewählten Regierungen getroffene Entscheidungen nicht mehr viel mit den politischen Vorstellungen vieler Wähler_innen zu tun haben. Mit der Frage, welche sozialen Interessen politische Entscheidungen tatsächlich beeinflussen, bearbeitet Lea Elsässer eines der zentralen Themen einer Demokratie, die von der Idee der gemeinsamen Entscheidung von Freien und Gleichen getragen wird.

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