Menschenrechtspreis 2020: Zoran Zaev (Online-Veranstaltung)

Gemeinsam! Menschenrechte & Multilateralismus stärken.

16. November 16:00 – 17:30 Uhr: Zoran Zaev im Gespräch & Laudatio von Heiko Maas

Für Menschenrechte ist 2020 kein gutes Jahr. Während viele autoritäre Regime im Schatten der Corona-Pandemie Einschnitte der Bürgerrechte beschlossen, die weit über ein angemessenes Vorgehen gegen das Virus hinausgingen, fiel es der internationalen Gemeinschaft zunehmend schwer, Menschenrechtsverletzungen zu verurteilen. Häufig scheint jedes Land mit sich selbst beschäftigt.

Umso wichtiger ist es in dieser Zeit auch die Leistungen zu würdigen, die sich diesem Trend entgegenstellen. Ein solcher positiver Lichtblick ist Zoran Zaev, amtierender Premierminister von Nordmazedonien. Zaevs Leistungen finden sich dabei nicht nur im Freundschaftsvertrag mit Bulgarien 2017 und dem Abschluss des Prespa-Abkommens mit Griechenland, das einen 27 Jahre andauernden Namensstreit beendete, sondern vor allem in Nordmazedonien selbst. Bereits als Oppositionsführer war Zaev eine wichtige Orientierungsfigur, die sich für die Bürgerrechte aller Menschen im Land einsetzte und im Rahmen der sogenannten „Bunten Revolution“ friedlich für Neuwahlen eintrat.

Nach vielen Enttäuschungen führte nicht zuletzt Zaevs entschlossener Reformkurs dazu, dass die EU-Mitgliedstaaten im März die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und Nordmazedonien beschlossen. Auch trat das Land als 30. Mitglied der NATO bei.

Mit der Vergabe des diesjährigen Menschenrechtspreises möchte die Friedrich-Ebert-Stiftung Zoran Zaevs Leistungen angemessen würdigen. Wir freuen uns, dass mit Bundesaußenminister Heiko Maas jemand die Laudatio halten wird, der sich im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft besonders für eine stärkere Einbindung des Westbalkans in die EU einsetzt.

Anschließend wollen wir mit Zoran Zaev darüber sprechen, wie wir Menschenrechte und Multilateralismus verteidigen in einer Zeit, in der diese Werte immer stärker unter Druck geraten.

Zoran Zaev (Preisträger)


Zoran Zaev ist seit 2017 Premierminister von Nordmazedonien. Er stammt aus der Stadt Strumica, in der er bis heute mit seiner Familie lebt. Zoran Zaev wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und stieg nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaft in den wachsenden Betrieb seines Onkels ein. Als Geschäftsmann war Zaev bereits gesellschaftspolitisch engagiert und trat 1996 in die Sozialdemokratische Union Mazedoniens (SDSM) ein.

Von 2003 bis 2005 war er Abgeordneter im Parlament „Sobranie“, 2005 wurde er Bürgermeister der Stadt Strumica. Seit 2013 ist Zoran Zaev Vorsitzender der SDSM, wo er sich in einer Zeit der autokratischen Rückschritte als laute und kritische Stimme der Opposition etablierte. So deckte er einen Abhörskandal auf und suchte den Schulterschluss mit der Zivilgesellschaft in der Bunten Revolution 2016.

Im Mai 2017 wurde Zoran Zaev schließlich Premierminister. Erst kürzlich trat er seine zweite Amtszeit an, nachdem er im Rahmen vorgezogener Parlamentswahlen im Juli 2020 wiedergewählt wurde.

Heiko Maas (Laudator)

Heiko Maas ist seit dem 14. März 2018 Bundesminister des Auswärtigen der Bundesrepublik Deutschland.

Geboren in Saarlouis an der Grenze zu Frankreich studierte Maas erst Rechtswissenschaften in Saarbrücken ehe er 1994 dem saarländischen Landtag beitrat.

Für die SPD-Fraktion im saarländischen Landtag war er 13 Jahre als Vorsitzender tätig eher er auf die Bundesebene wechselte.

Vor seinem Amt als Außenminister war Heiko Maas von 2013 bis 2018 Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz. Seit 2001 ist Maas zudem Mitglied des SPD-Parteivorstandes.

Programm

15:50 - 16:00

Musikalische Einstimmung: Hajdi Elzeser am Piano

16:00 - 16:20

Offizieller Beginn
Moderation: Jana Pareigis
Begrüßung: Kurt Beck, Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V.
Filmbeitrag aus Skopje

16:20 - 16:50

Laudatio: Heiko Maas, Bundesaußenminister
Preisübergabe
Worte des Preisträgers Zoran Zaev, Premierminister von Nordmazedonien
Am Piano: Hajdi Elzeser

16:50 - 17:25

Zoran Zaev & Goran Buldioski (Direktor der Open Society Initiative for Europe) im Dialog:

Wie verteidigen wir Menschenrechte und Multilateralismus in einer Zeit, in der diese Werte immer stärker unter Druck geraten?

17:25 - 17:30

Verabschiedung & Ende der Veranstaltung

17:30 - 17:40

Musikalischer Ausklang: Hajdi Elzeser am Piano


Rückblick 1994-2019

2018: USA (ausgesetzt)

2018: USA (ausgesetzt)

Women's March weiter
2017: Korea

2017: Korea

Organisationskomitee der Kerzenbürger-Demonstrationen

weiter
2016: Kolumbien

2016: Kolumbien

La Ruta Pacífica de las Mujeres weiter
2015: Israel

2015: Israel

Ilan Sadeh, Bürgermeister des Menashe Regional Councils und Hasan Atamna, Bürgermeister von Kafr Qara weiter
2014: Mogadischu/ Somalia

2014: Mogadischu/ Somalia

Fartuun Adan, Direktorin des Elman Peace and Human Rights Center weiter
2013: Griechenland

2013: Griechenland

Center for Democracy and Reconciliation in Southeast Europe (CDRSEE) weiter
2012: Pakistan

2012: Pakistan

Tribal Union of Journalists (TUJ) weiter
2011: Ägypten

2011: Ägypten

Slim Amamou, Tunesien und Khaled Said (1982-2010) weiter
2010: Mexiko

2010: Mexiko

Marcelina Bautista Bautista weiter
2009: Kapstadt / Südafrika

2009: Kapstadt / Südafrika

TAC - Treatment Action Campaign weiter
2008: Weißrussland

2008: Weißrussland

Zhanna Litvina weiter
2007: Kasachstan

2007: Kasachstan

Dr. Jevgenij Zhovtis weiter
2006: Thailand

2006: Thailand

Somsak Kosaisook weiter
2005: Chile/Peru

2005: Chile/Peru

Wahrheitskommissionen von Chile und Peru – Anwälte der Menschenrechte weiter
2004: Sudan

2004: Sudan

Abel Alier und Mahgoub Mohamed Salih weiter
2003: Ruanda

2003: Ruanda

Internationale Tribunal für Ruanda (ICTR)

weiter
2002: Israel

2002: Israel

Israelisch-palästinensische Koalition für den Frieden

weiter
2001: Serbien

2001: Serbien

Serbische Widerstandsbewegung OTPOR

weiter
2000: Russland

2000: Russland

Verband der Komitees der Soldatenmütter Russlands

weiter
1999: Indien

1999: Indien

Kailash Satyarthi

weiter
1998: Algerien

1998: Algerien

Omar Belhouchet

weiter
1997: Bosnien und Herzegowina

1997: Bosnien und Herzegowina

Pater Petar Andjelovic OFM

weiter
1996: Nigeria

1996: Nigeria

Olusegun Obasanjo

weiter
1995: Polen

1995: Polen

Professor Ewa Letowska

weiter
1994: Deutschland

1994: Deutschland

Marie-Schlei-Verein e.V.

weiter
2019: Honduras

2019: Honduras

Miriam Miranda weiter

Über den Menschenrechtspreis

Der Menschenrechtspreis der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde im Jahr 1994 zum ersten Mal verliehen und geht zurück auf ein Vermächtnis des Hamburger Ehepaares Karl und Ida Feist. Die Stifter hatten testamentarisch festgelegt, dass die Stiftung ihr Erbe verwalten und daraus alljährlich einen Menschenrechtspreis vergeben soll. Dieser soll an Einzelpersonen oder Organisationen vergeben werden, die sich in besonderer Weise um die Menschenrechte in den verschiedenen Teilen der Welt verdient gemacht haben.

Karl und Ida Feist waren viele Jahre aktiv in der Arbeiterbewegung tätig. Ihre eigenen bitteren Erfahrungen mit Krieg und Zerstörung brachten sie zu dem entschiedenen Eintreten für Frieden und Gewaltlosigkeit.

nach oben