Bild: Gerechtigkeitswoche 2018 von La Berlinoise 

#JugendMacht

Junge Menschen entwickeln Antworten für die drängendsten Probleme unserer Zeit. In sozialen Netzwerken, auf Demonstrationen, in zivilgesellschaftlichen und politischen Organisationen  verschaffen sie sich Gehör – überall auf der Welt. Sie stoßen Veränderungen und gesellschaftliche Debatten an, weil es um ihre Zukunft geht. Aber es bleibt der Eindruck, dass Politik vor allem von und für ältere Generationen gemacht wird.

Dem Engagement junger Aktivist_innen – das belegen internationale Jugendstudien – steht die Politikverdrossenheit vieler Gleichaltriger gegenüber. Auch in Deutschland nahmen unverhältnismäßig wenig junge Menschen an der Bundestagswahl 2017 teil. Ein möglicher Grund: Auf dem Arbeitsmarkt wird ihre Altersgruppe am stärksten benachteiligt – nicht nur in Europa. Auch Korruption, erstarrte politische Systeme, Umweltzerstörung und andere gesellschaftliche Herausforderungen fördern den Frust.

Junge Menschen, die sich beteiligen und nach Lösungen suchen, tauschen sich auf der diesjährigen Gerechtigkeitswoche der FES mit internationalen Expert_innen, Politiker_innen und Ihnen, dem Publikum, aus. Gemeinsam wollen wir diskutieren, wie progressive Politik zukünftig aussehen kann. Wie antworten junge Menschen auf die Probleme unserer Zeit? Und auf welche Formen der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe bauen sie? In Vorträgen und Workshops, mit Film und Musik stellen wir junge Initiativen, Projekte und Perspektiven vor. Das Motto: #JugendMacht.

Gerechtigkeitswoche 2018

Koordination
Felix Braunsdorf

Kontakt & Anmeldung
Annegret Worrmann
gerechtigkeitswoche(at)fes.de

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Gerne beantworten wir Fragen zu Barrieren bei einzelnen Veranstaltungen.


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Programm der Gerechtigkeitswoche 2018

15:00 - 19:00
Konferenzsaal 1, Haus 1 der FES

Gewerkschafts-Netzwerk: Junge Stimmen aus Ostmitteleuropa

Podiumsdiskussion

Die Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien in Ostmitteleuropa und anderen EU-Staaten zeugen von einem weit verbreiteten Gefühl der Unsicherheit, das empfänglich macht für Rufe nach nationaler Abschottung. Diese löst die Probleme aber nur zum Schein.

Wenn wir die tatsächlichen Missstände angehen wollen, müssen wir jungen Arbeitnehmer_innen zuhören, die am Stärksten von Arbeitslosigkeit und Befristungen betroffen sind. Die (Gewerkschafts-)Jugend spielt eine zentrale Rolle und fordert vielfach, die Rechte prekarisierter Beschäftigter zu stärken und die europäische Wirtschafts- und Sozialordnung solidarisch zu erneuern. Seit 2013 unterstützt die FES ein Netzwerk junger Gewerkschafter_innen aus Ostmitteleuropa. Zwei Mal im Jahr treffen sie sich, um grenzüberschreitende Herausforderungen zu identifizieren und Antworten zu formulieren.

Anlässlich der Gerechtigkeitswoche eröffnen Michael Sommer (FES) und Reiner Hoffmann (DGB) die 10. Konferenz des Netzwerks. Mit den Präsident_innen der ostmitteleuropäischen Dachgewerkschaften diskutieren sie über bisherige Ergebnisse und zukünftige Strategien.

Veranstaltungssprachen: Englisch, Tschechisch / Slowakisch, Deutsch, Ungarisch und Polnisch; mit Dolmetschung

zur Anmeldung

15:00 - 17:00
Konferenzsaal 2, Haus 2 der FES

So wählte Deutschlands Jugend (nicht). Und nun?

Diskussion

Junge Wähler_innen rücken durch die Bundestagswahl 2017 erneut in den Fokus. Mehr als fünf Millionen Wahlberechtigte waren jünger als 25 Jahre, davon etwa drei Millionen Erstwähler_innen. Zahlreiche Kampagnen riefen zur Wahl auf und die Parteien feilten an besonders geeigneten Formaten und Ansprachen für die junge Wähler_innenklientel. Dennoch wählten bei der Bundestagswahl 2017 erneut deutlich weniger junge Deutsche als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Basierend auf Wahlstatistiken und repräsentativen Umfragen hat der überparteiliche Think Tank d|part eine Studie verfasst, die über die Beteiligung junger Wähler_innen an der vergangenen Bundestagswahl und über ihre politischen Einstellungen informiert. Welche Konsequenzen haben diese Ergebnisse für die politische (Jugend)Bildung?

Über die Ergebnisse diskutiert d|part­ Studienleiterin Christine Hübner mit anderen Gästen sowie Anbieter_innen politischer Jugendbildung.

Veranstaltungssprache: Deutsch

zur Anmeldung

17:00 - 19:00
Konferenzsaal 2, Haus 2 der FES

Ankommen in Ausbildung: Wege in eine berufliche Zukunft für junge Geflüchtete

Fishbowl-Diskussion

1,4 Millionen Menschen beantragten von 2015 bis 2017 Asyl in Deutschland. Viele sind aus Konflikt- und Bürgerkriegsländern geflüchtet. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter ihnen können durch eine Berufsausbildung eine Perspektive in Deutschland entwickeln.

Passenderweise klagen Betriebe und Arbeitgeberverbände, dass sie zu wenig Auszubildende fänden. Andererseits bekamen 2017 bundesweit rund 80.000 Suchende keinen Ausbildungsplatz. Besonders schlechte Karten haben Bewerber_innen mit so genanntem Migrationshintergrund, selbst wenn sie über die gleichen Schulabschlüsse verfügen wie Menschen ohne Migrationshintergrund.
Wie finden Ausbildungssuchende und Betriebe besser zusammen? Wie erhalten Geflüchtete einen Ausbildungsplatz? Welche Rolle spielen Betriebe, Politik und die jungen Menschen selbst, wenn es um den Zugang zu Berufsbildung geht?

Diese Fragen diskutieren wir in einer Fishbowl-Runde in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) u.a. mit Klaus Mindrup, MdB aus Berlin-Pankow, Khaled Davrisch, der bereits 2001 aus Syien flüchte und heute junge Geflüchtete auf eine Ausbildung im Gesundheitsbereich vorbereitet sowie Vertreter_innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Berufsschulen.

Veranstaltungssprache: Deutsch

zur Anmeldung

18:00 - 20:30
Konferenzraum 1, Haus 1 der FES

JugendMobilisiert: Protest-Getwitter und Influencing

Fishbowl-Diskussion

Soziale Netzwerke haben die globale Kommunikation revolutioniert. Facebook, Twitter, YouTube, Instagram und andere Plattformen bieten einfachen Zugriff und große Reichweite. Sie mobilisieren viele Menschen in kürzester Zeit und über Grenzen hinweg – das hat die #MeeToo-Kampagne erneut gezeigt.

In Europa nutzen über 95 Prozent der 15- bis 24-Jährigen das Internet. Weltweit sind in dieser Altersgruppe etwa 830 Millionen Menschen online. Gleichzeitig nimmt ihr Interesse an etablierten Formen der politischen Teilhabe ab. Mit gesellschaftsrelevanten Problemen setzen sie sich fast ausschließlich online auseinander.

Warum ist Social Media für Aktivismus und Mobilisierung besonders geeignet? Darüber diskutieren internationale Online-Aktivist_innen: die kolumbianische YouTuberin und Kolumnistin María Paulina Baena (#LaPulla), Ke Rafitoson, Facebook-Aktivistin aus Madagaskar, Jeannette Gusko, Regional Manager bei GoFundMe, sowie Mohammed Bawendi, Blogger aus Libyen. Moderation: Markus Beckedahl, netzpolitik.org.

zur Anmeldung

10:00 - 17:00
Raum 6.01 und Raum 6.09, Haus 2 der FES

Youth Lab: Let’s shape our future!

Open Space Workshop

Frieden, Sicherheit und Menschenrechte sowie sichere Arbeitsplätze, politische Teilhabe und eine demokratische Regierung – weltweit gleichen sich die Wünsche Jugendlicher. Deshalb setzen sich an vielen Orten vor allem junge Menschen für eine bessere Zukunft ein, prangern Missstände an und stoßen Umbrüche an. Dazu nutzen sie oft neue und innovative Wege politischer Beteiligung.

Bei diesem „Open Space“-Workshop diskutieren gesellschaftspolitisch aktive junge Menschen aus aller Welt über ihre Erfahrungen, Wünsche und Visionen. Das Ziel: Austausch, Inspiration und die Entwicklung gemeinsamer Ansätze, wie sich jede_r einzelne für eine bessere Zukunft einsetzen kann. Sowohl Inhalte als auch Formen und Wege politischer Teilhabe stehen dabei im Fokus.

Nur mit vorheriger Anmeldung.

Mit anschließendem gemeinsamen Besuch der Veranstaltung Naher Osten und Nordafrika: Jugend und Politik nach der „Facebook-Revolution“

Veranstaltungssprache: Englisch

zur Anmeldung

17:30 - 19:00
Konferenzsaal 2, Haus 2 der FES

Naher Osten und Nordafrika: Jugend und Politik nach der „Facebook-Revolution”

Fishbowl-Diskussion

Die Folgen des „arabischen Frühlings“ betreffen besonders junge Menschen: Sie sehen sich mit großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen und einer oft unsicheren Zukunft konfrontiert.

Was denken diese jungen Menschen über Politik? In welchen gesellschaftlichen Bereichen engagieren sie sich? Und welche Rolle spielen die Medien heute für den sozialen und politischen Wandel in der Region?

Dazu hat die FES Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Nahen Osten und Nordafrika befragt. Über die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage diskutieren wir mit den Expertinnen Dr. Sonja Hegasy (Leibniz-Zentrum Moderner Orient) und Prof. Dr. Carola Richter (FU Berlin).

Nach der Veranstaltung unternehmen wir einen musikalischen und kulinarischen Ausflug in die Region.

Veranstaltungssprachen: Deutsch und Englisch mit Dolmetschung

zur Anmeldung

18:00 - 19:30
Konferenzsaal 1, Haus 1 der FES

Bollywood – Genderklischees am laufenden Band.

Podiumsdiskussion

Bollywood ist die größte Filmindustrie der Welt: Allein im Jahr 2017 entstanden 364 Hindi-Filme, weltweit werden jährlich 3,6 Milliarden Tickets für Bollywood-Filme verkauft – eine Milliarde mehr als für Hollywood-Filme. In Indien spiegelt sich der enorme Einfluss Bollywoods auf Gesellschaft und Kultur besonders in Musicals und Tänzen, auf Hochzeiten und in der Modebranche wider.

Bollywood könnte die Gesellschaft im Hinblick auf Geschlechterstereotype positiv beeinflussen – tut es aber nicht. Ganz im Gegenteil: Hindi-Filme sind immer noch sexistisch und die Darstellung junger Frauen ist erschreckend. Diese Bilder wirken unbewusst auf den Alltag, die Kommunikation und das Handeln der Zuschauer_innen.

Moderatorin Anne Wizorek diskutiert mit Nishtha Madaan (IBM India Research, Delhi) und Zarah Udwadia (Point of View, Mumbai) sowie dem Publikum über Gender-Stereotype in Bollywood-Filmen und mögliche Gegenentwürfe.

Veranstaltungssprachen: Deutsch und Englisch mit Dolmetschung

zur Anmeldung

14:30 - 16:30
Raum 6.01, Haus 2 der FES

Should I stay or should I go?

Diskussion

Seit 2009 herrscht in Griechenland Dauerkrise. Über eine halbe Million junger Griech_innen haben ihr Heimatland verlassen – vor allem die am besten Ausgebildeten gehen dem heimischen Arbeitsmarkt verloren. „Humankapital“ ist inzwischen der bedeutendste Exportposten des Landes. Ursachen sind Perspektivlosigkeit infolge der höchsten Jugendarbeitslosigkeit sowie Enttäuschung über ein politisch erstarrtes und von Vetternwirtschaft geprägtes System. Die Abwanderung der Jugend ist eine immense Hypothek für die zukünftige Entwicklung des Landes, weit über die akuten Gefahren der Krise hinaus.

Auf der Veranstaltung diskutieren wir mit jungen Griech_innen: mit im Land Verbliebenen, mit Ausgewanderten, mit Rückkehrwilligen und Zurückgekehrten. Was sind ihre Hoffnungen und Erwartungen? Und wie kommt das Krisenland von einem „Brain-Drain“ wieder zu einem „Brain-Gain“?

Darüber diskutiert Ioanna Kryona, Moderatorin, mit Marianna Skylakaki, Gründerin und Chefredakteurin des Newsblogs www.a8inea.com, Stevi Kitsou, Anwältin für Menschenrechte und Aktivistin bei Golden Dawn Watch, Panagiotis Iliopoulos, Pianist und Performer, und Antonis Ekizos, PhD-Kandidat in Biomechanik an der Humboldt-Universität Berlin.

Veranstaltungssprache: Englisch

zur Anmeldung

17:00 - 19:30
Filmkunst 66

„Urmila: für die Freiheit”

Film und Diskussion

Der Film „Urmila – für die Freiheit“ erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die für Freiheit, Gerechtigkeit und Zukunftsperspektiven junger Nepalesinnen kämpft. Urmila Chaudary wurde mit sechs Jahren von ihren Eltern als Haushaltssklavin (Kamalari) verkauft, 12 Jahre später gelingt ihre Befreiung.

Mit der eigenen Freiheit gibt sie sich nicht zufrieden, ihre Erfahrungen sollen auch anderen Mädchen helfen. Sie engagiert sich mit der Organisation „Freed Kamalari Development Forum“ (FKDF) gegen das offiziell abgeschaffte System der Leibeigenschaft und damit gegen jahrhundertealte hierarchische Gesellschaftsstrukturen in ihrer Heimat. Inzwischen konnten sie 13.000 Mädchen befreien.

Im Anschluss an den Film diskutieren Urmila Chaudhary und ihre Mitstreiterin Manjita Chaudhary sowie die Regisseurin des Films, Susan Gluth, über die Perspektiven ehemaliger Haussklavinnen, die es in vielen Ländern des Globalen Südens gibt.

Film: Englisch mit deutschen Untertiteln; Diskussion: Deutsch

17:00 - 19:00
Konferenzsaal 2, Haus 2 der FES

JugendMachtVisionen

Talkshow

Junge Menschen rütteln an den Toren der Politik und verschaffen sich Gehör. Aktuellen Studien zufolge sind sie verdrossen darüber, wie Politik gemacht wird. Die Politik der „alten Säcke“ biete keine Visionen, Beteiligungsmöglichkeiten seien veraltet und die Sprache stamme aus dem letzten Jahrtausend. Die Befürchtung der Jungen: So bleibt für sie nicht mehr viel übrig vom Planeten Erde.

Bei der Gerechtigkeitswoche 2018 sind junge Menschen aufgetreten, um ihre Vorstellungen von progressiver Politik zu diskutieren. Dabei wurden alte und neue Formen der politischen und gesellschaftlichen Beteiligung vorgestellt. In der Talkshow „JugendMachtVisionen“ diskutieren unsere Gäste die thematischen Höhepunkte und Einsichten, die sie gewonnen haben.

Nadine Lindner, Korrespondentin im Hauptstadtstudio des Deutschlandradios, diskutiert mit Kevin Kühnert, dem Bundesvorsitzenden der Jusos, Carolina Hidalgo Herrera, Parlamentspräsidentin, Costa Rica (PAC), Job Shipululo Amupanda von der SWAPO Jugendliga Namibia, Stevi Kitsou, Anwältin für Menschenrechte und Aktivistin bei Golden Dawn Watch und Rafaela Mae L. David von der Akbayan Citizens Action Party aus den Philippinen.

Die Finissage wird begleitet von einer Ausstellung mit Live-Zeichnungen von Anne Lehmann, die während der Gerechtigkeitswoche die Diskussionen durch Graphic Recording verbildlicht.

Veranstaltungssprachen: Deutsch und Englisch mit Dolmetschung

zur Anmeldung

 

 

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