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17.05.2021

Um den Block mit Frederik Moch: Klimapolitik als Chance

Wie gelingt die sozial-ökologische Transformation für alle? Antworten gibt es in unserer Video-Reihe „Um den Block mit …“.


Im vergangenen Jahr ist es stiller geworden im Diskurs um den Klimaschutz. Dabei ist die Klimakrise ein ebenso drängendes Thema wie die Coronakrise – auch im Hinblick auf Gerechtigkeitsfragen. Die große Herausforderung: den Wiederaufbau der Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zusammenbringen und dabei die Veränderung als Chance begreifen.

Die Video-Reihe „Um den Block mit …“ fragt nach Visionen und Forderungen für eine progressive Wirtschaftspolitik. Die Moderatorin und Bloggerin Alice Greschkow spricht mit Expert*innen der Steuer-, Sozial-, Klima- und Industriepolitik. Gemeinsam werfen sie einen kritischen Blick auf den deutschen und europäischen Status quo. Dabei interessiert vor allem: Wie können wir die Zukunft besser machen?

In Berlin Mitte trifft Alice Greschkow Frederik Moch, Gewerkschafter beim DGB. Gemeinsam diskutieren die beiden Ideen, wie die sozial ökologische Transformation für alle gelingen kann.


Greschkow: Wie bewertest du die klima- und transformationspolitischen Entwicklungen, die in den letzten zwölf Monaten stattgefunden haben?

Moch: Zum einen ist das Klimathema aufgrund der Corona-Pandemie in der Öffentlichkeit ein gutes Stück in den Hintergrund gerückt, obwohl der Klimawandel natürlich weiterhin da ist. Zum anderen sieht man, dass die Coronakrise wie ein Spiegel oder ein Brennglas auf die Krisen der Welt scheint. Wir müssen Fahrt aufnehmen und das heißt: investieren und qualifizieren. Wenn Deutschland bis 2030 fünfundsechzig Prozent CO2 einsparen will, bedeutet das einen massiven Umbruch. Die Frage wie wir leben, wie wir produzieren, wie wir uns fortbewegen – und vielleicht sogar was wir essen – betrifft uns alle.

Greschkow: Auf welche Art und Weise kann man den Klimaschutz so gestalten, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht um ihre berufliche Zukunft fürchten müssen?

Moch: Es muss ganz konkret Perspektiven geben. Da geht es um Investitionen in den Unternehmen und um Strukturpolitik. Die Beschäftigten haben ein unglaubliches Wissen, wie man Dinge an ihrem Arbeitsplatz besser machen kann. Diese Ideen einzusammeln, ist eine Frage von Mitbestimmung und eine große Chance für Innovation. In einer sozialen Marktwirtschaft müssen natürlich faire Arbeitsbedingungen herrschen – auch in neuen Branchen. Es muss gelingen, dass wir alle Menschen mitnehmen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist eine große Ressource.

Greschkow: Welche politischen Rahmenbedingungen müssen herrschen, damit die klimapolitische Frage auf EU-Ebene auch als soziale Frage betrachtet wird?

Moch: Wir brauchen auf EU-Ebene eine Rückbesinnung, dass der Staat auch in der Wirtschaft ein Akteur ist. Man kann nicht alles nur den Privaten überlassen und die EU ist in dieser Hinsicht leider – böse gesagt – marktradikal geprägt. Wir müssen Investitionen anschieben, die sich auf absehbare Zeit für die Unternehmen erstmal nicht rechnen. Nur die öffentliche Hand kann diese grüne Investitionslücke schließen. Wer glaubt, Klimaschutz geht allein über den Markt, der wird aufwachen und verwüstete Landschaften sehen.


Alice Greschkow ist Moderatorin und Bloggerin.

Frederik Moch ist Abteilungsleiter für Struktur-, Industrie- und Dienstleistungspolitik im Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).

Das vollständige Interview ist im Video zu sehen.

 


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Abteilung APB


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Stefanie.Moser(at)fes.de

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