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Kurt Eisner

Kurt Eisner

Bestand: Mikrofilm
Laufzeit: 1891 - 1939

Lebensdaten: * 14.5.1867 † 21.2.1919

14. Mai 1867 Kurt Eisner wird als Sohn des jüdischen Fabrikanten Emanuel Eisner und dessen Frau Hedwig (geb. Levenstein) in Berlin geboren. Nach dem Abitur beginnt er 1886 das Studium der Philosophie und Germanistik in Berlin. 1892 heiratet er Elisabeth Hendrich. Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor. Von 1893 bis 1898 ist er als Journalist in Marburg tätig. 1897 bringt ihm ein Neujahrsartikel in der Berliner Zeitschrift "Kritik" eine Verurteilung zu neun Monaten Haft wegen Majestätsbeleidigung ein. 1898 tritt er in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ein und ist 1899 Mitarbeiter beim sozialdemokratischen Parteiorgan "Vorwärts". 1900 schreibt er eine Biographie Wilhelm Liebknechts. Als Vertreter des revisionistischen Flügels, der für eine praktische Tagespolitik im Rahmen der bestehenden Gesellschaftsordnung eintritt, muß er 1905 den "Vorwärts" verlassen, da sich in der SPD die Kritik von Karl Kautsky am Revisionismus durchsetzt. 1907 wird er Chefredakteur einer sozialdemokratischen Tageszeitung in Nürnberg. 1910 siedelt er als Mitarbeiter der "Münchner Post" nach München über. Dort lebt er mit Else Belli zusammen, die er nach der Scheidung von seiner ersten Frau 1917 heiratet. Mit Else Belli hat er zwei Töchter. 1910-1916 ist er Herausgeber des wöchentlich erscheinenden Blattes "Arbeiter-Feuilleton". Obwohl er 1914/15 zuerst die Kriegskredite befürwortet, entwickelt er sich zum scharfen Kritiker der deutschen Kriegspolitik. Er wird 1917 Vorsitzender der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) in Bayern und organisiert im Januar 1918 den Munitionsarbeiterstreik in München und wird deswegen für neun Monate inhaftiert. Nachdem Eisner am 7. November 1918 den "Freistaat Bayern" proklamiert hat, bildet sich unter seinem Vorsitz im Landtag ein Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat. Am 8. November 1918 wird ein provisorischer Nationalrat in Bayern gebildet, in dem Eisner Ministerpräsident und Außenminister wird. Am 23. November 1918 läßt Eisner die bayerischen Gesandtschaftsberichte zum Kriegsausbruch in einer gekürzten Form veröffentlichen; sie sollen die deutsche Kriegsschuld beweisen. Er wird von rechtskonservativen Kreisen als Verräter bezichtigt und bedroht, da er zur Zurückhaltung in der Forderung nach Freilassung der deutschen Kriegsgefangenen mahnt, obwohl er gleichzeitig die harten Waffenstillstandsbedingungen der Alliierten kritisiert. Nach der katastrophalen Wahlniederlage der USPD in Bayern im Januar 1919 ist Eisner mit der provisorischen Regierung zum Rücktritt gezwungen. Auf dem Weg zur konstituierenden Sitzung des neugewählten Landtags wird Kurt Eisner am 21. Februar 1919 von dem Reserveleutnant Anton Graf von Arco auf Valley (1897-1945) erschossen. Nach seinem Tod wird die Münchener Räterepublik ausgerufen.

Korrespondenz u.a. mit Julius Kaliski, Manuskript eines Theaterstücks ("Mors immortalis") und Manuskript der Biographie Kurt Eisners von Else Eisner

Der Originalbestand befindet sich im Russischen Zentrum für die Aufbewahrung und Erforschung von Dokumenten der neuesten Geschichte Moskau

Kurt Eisner im Online-KatalogBibliothek der FES