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Engagement-Blog

Zivilgesellschaft und NPOs aktiv für Klimaschutz

Von Vanessa Kiesel und Sarah Morcos

Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und erfordert das Engagement aller. Es braucht gesamtgesellschaftliche Veränderungen, um die Klimaziele zu erreichen. Während sich zahlreiche Organisationen und Initiativen aus dem Klima- und Naturschutzbereich schon lange für die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen einsetzen, braucht es jetzt das Engagement der gesamten Zivilgesellschaft, die für eine nachhaltige und klimagerechte Gesellschaft arbeitet.

Wie kann über das Thema Klimakrise und Klimaschutz gesprochen werden? Wie gelingt es, in Gesellschaft und Politik gehört zu werden? Wie kann die eigene Arbeit nachhaltiger gestaltet werden? Im Engagement-Blog finden Sie Antworten auf diese Fragen - denn es ist klar: Ohne Zivilgesellschaft geht es nicht!


Das Klima betrifft alle: Engagement für Klimaschutz braucht die ganze Zivilgesellschaft

Viele Jahre schienen Themen wie Klima-, Natur- und Umweltschutz nur für bestimmte Teile der Engagementlandschaft relevant zu sein. Nicht zuletzt durch das Engament von globalen Jugend-Bewegungen wie Fridays for Future hat das Thema größere Mobilisierung erfahren. Trotzdem bleiben Konfliktpotenziale. Es zeigt sich immer deutlicher, dass Zivilgesellschaft den Wandel kritisch begleiten muss, sei es um politische Akteure auf Ihre Verpflichtungen, wie die Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels, hinzuweisen oder um die Querschnittfragen und -themen zu bearbeiten, wie etwa die Frage nach sozial-gerechter Transformation.

Längst ist klar, dass Klimaschutz eine Querschnittausfgabe ist und Schnittstellen zu vielen existenziellen anderen Bereichen aufweist. Der Klimawandel hat auf alle unsere Lebensbereiche Auswirkungen: Mobilität, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Forschung und Politik. Ob Stadtentwicklung, Jugendarbeit oder im Einsatz für soziale Gerechtigkeit: Das Thema Klima betrifft viele Bereiche des Engagements. Positionierung und Öffnung des Themas für alle Menschen gelingt nur, wenn die Zivilgesellschaft die zwangsläufig notwendige Transformation vorantreibt, erklärt und zugänglich macht.

Auf den Punkt: Klima auf die Agenda!

Wir können uns für das Klima auf unterschiedlichen Ebenen einsetzen:

  • Auf individueller Ebene kann jeder Mensch im Alltag klimafreundlicher handeln.
  • Auf institutioneller Ebene können Organisationen nachhaltiges und klimagerechtes Handeln etablieren.
  • Auf struktureller Ebene können sich Menschen und Organisationen politisch positionieren und den Weg zu einer klimagerechten Gesellschaft gestalten.

Tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen und Herausforderungen durch die Klimakrise sind eine wichtige Aufgabe, die nur mit einer engagierten Zivilgesellschaft gelingen kann. Engagement von NPOs sollte auf allen drei Ebenen ansetzen, um der Klimakrise zu begegnen.

Vor allem aber: Das Klima muss auf die Agenda!


Checkliste für das Klimaengagement in der Zivilgesellschaft

Wie kann ein Beitrag zu mehr Klimagerechtigkeit und Klimaschutz in unserem Engagementbereich aussehen?

Wie sprechen wir darüber und machen das Thema für alle zugänglich?

Was können wir tun und welche Handlungsfelder gibt es?

In den drei Bereichen Faktenwissen, Kommunikationswissen und Handlungswissen können Sie eigene Möglichkeiten für ein klimagerechtes Engagement entwickeln:

Check: Position und Strategie

Zivilgesellschaft sollte einen Beitrag zur klimapolitischen Debatte leisten und sich positionieren.

    Diese Fragen können erste Schritte zu einer Positionierung sein:

    • Haben wir uns mit dem Thema auseinandergesetzt und ein gemeinsame Haltung?
    • Gibt es Material, (öffentliche) Positionierung oder Beratung zum Thema?
    • Gibt es Expertise in der eigenen Organisation oder fragen wir externe Expertise an?

    Achtung: Tappen Sie nicht in eine Relativierungsfalle, indem Sie betonen, dass Klimaschutz zwar wichtig sei, jedoch in Konflikt mit den Zielen Ihrer Organisation stehe. Solche "Ja, aber"-Strategien, schwächen Debatten, führen zu Blockaden und können als Delegitimierung von Klimaschutzzielen interpretiert werden. Fragen Sie lieber: Welchen konstruktiven Beitrag kann ich / können wir zu der Debatte um die Gestaltung von Klimaschutz und Klimagerechtigkeit leisten?

    Check: Themen verknüpfen

    Thematisieren Sie die Klimakrise mit Ihren Zielgruppen - auch wenn Ihr Engagementbereich auf den ersten Blick keinen Klimaschutzbezug hat. Vor allem in diesen Bereichen liegt ein großes Potenzial der Aktivierung von Menschen: Sei es im Bereich Migration und Geflüchtete, im Katastrophenschutz oder im Kultur- oder Sportbereich. Machen Sie klar, wie sich der Klimawandel auf das konkrete Leben der Menschen auswirken wird. Entwickeln Sie gemeinsam einen Beitrag im Alltag, um Gefühlen wie Angst oder Hilflosigkeit entgegenzuwirken und bleiben Sie dabei immer auf Augenhöhe.

    Fragen Sie sich:

      • Welche thematischen Verknüpfungen gibt es zu unseren bestehenden Engagementfeldern?
      • Welche Bezüge zur konkreten Lebenswelt von Mitgliedern oder Zielgruppen können hergestellt werden?

      Tipp: Denken Sie in Ihren Angeboten, Veranstaltungen und Publikationen das Thema mit und stellen Sie Bezüge her. Identifizieren Sie eine Person, die in der Organisation Ansprechpartnerin zum Thema sein könnte.

      Check: Darüber sprechen

      Rechtspopulistische Akteure nutzen das Klimathema, um gesellschaftlich zu spalten und stellen das Problem häufig als Elitenthema dar. In dieser Erzählung finden Veränderung zum Nachteil der "kleinen Leute" statt. Vielen Menschen, die sich sorgen, geht es aber vor allem darum, beteilgt zu sein.

      • Zeigen Sie, wie Klimaschutz sozial gerechtgestaltet werden kann
      • Suchen Sie den Dialog mit Menschen vor Ort und schaffen Sie Möglichkeiten zur Mitsprache
      • Schaffen Sie Informationsangebote, die gut verständlich und für alle zugänglich sind

       

      Check: Klima-Impact

      Es gibt viele Möglichkeiten den eigenen CO2-Fußabdruck zu messen, wie z.B.: beim Fußabdrucktest von der Organsiation Brot für die Welt. Der Handabdruck zeigt Hebel für positive Veränderungen und Beiträge zum Klimaschutz. Das Portal von Brot für die Welt und Germanwatch bietet neben dem Handabdruck-Test, Tipps und Beispiele aus der Praxis wie der Einsatz für eine klimagerechte Welt auch direkt vor Ort aussehen kann. 

      Fragen Sie sich:

      • Welche Maßnahmen haben wir bisher für mehr Klimaschutz ergriffen? Wo können wir noch besser werden?
      • Gibt es Leitlinien, Ansprechpersonen oder Expertise in unserer Organisation? Haben wir als Organisation Klimaziele? Sind diese nach innen und/oder nach außen verständlich kommuniziert?
      • Wie können wir klimafreundliches Handeln fördern? Welche Strukturen und Regeln können helfen (z.B.: Förderansätze, Erstattungsbedingungen)?

      Tipp: MuP-Publikationen zum Thema

      Zivilgesellschaft muss sich in Bezug auf die Klimakrise Gehör in Gesellschaft und Politik verschaffen - zum Beispiel durch Lobbying. Wie Lobbying von NPOs und Zivilgesellschaft gelingen kann, erfahren Sie im MuP-Thema im Fokus Lobbyarbeit für Zivilgesellschaft und NPOs und der MuP-Broschüre Lobbying für die gute Sache: Strategie und Kommunikation für Zivilgesellschaft und NPOs.

      Mehr zum Thema Veränderungsmanagement erfahren Sie im Trainingsbuch "Change: Veränderung", das Sie über unser Bestellformular bestellen können.


      Für die Praxis: Konkrete Ansätze für Klimaschutz entwickeln

      Was bedeuten Positionierung oder Impact für die Praxis? Wie können wir in unserem Organisationsumfeld Wissen und Fakten teilen und verbreiten? Das Klimahandbuch von Klimafakten.de hilft Botschaften zu formulieren und gibt Tipps zur Gestaltung von wirkungsvoller Klimakommunikation.

      Um Ansätze für Klimaengagement zu entwickeln, braucht es neben Kommunikation, aber vor allem einen Anfang und eine Idee wo es hingehen soll. Nutzen Sie die Reflektionsfragen, um Handlungsfelder zu identifizieren.

      1. Veränderung beginnt vor Ort und braucht einen ersten Schritt

      Identifizieren Sie Handlungsfelder vor Ort in Ihrer Organisation!

      Fragen Sie sich:

      • Wie ist unser Ressourcenverbrauch?
      • Wo können wir anfangen und wie sehen erste Schritte aus?
      • Wo können wir direkt CO2-Reduktion?

      Hinweis: Fehlerfreundlichkeit und Offenheit erhöhen Akzeptanz und motivieren zu Engagement. Das Engagement für Klimaschutz braucht zwar schnelles und entschlossenes Handeln, kommt aber auch nicht ohne Geduld und langfristige Perspektiven aus.

      2. Es geht nicht allein: Vernetzung und Kooperation

      Identifizieren Sie Kooperationspartner und Netzwerke

      Fragen Sie sich:

      • Wer ist in einer ähnlichen Situation wie wir?
      • Von wem können wir lernen?
      • Welche Klima- und Nachhaltigkeitsnetzwerke gibt es vor Ort?

       

      3. Motivation fördern und erhalten

      Identifizieren Sie Motivationsressourcen

      Fragen Sie sich:

      • Wie können wir Engagement für Veränderung schaffen?
      • Wie kann Selbstwirksamkeit erfahrbar werden?
      • Wie können wir Erfolge sichtbar machen und Menschen zeigen, dass ihr Handeln einen Unterschied macht?

      4. Solidarität und Engagement fürs Klima

      Identifizieren Sie Ihre Unterstützungsmöglichkeiten

      Fragen Sie sich:

      • Wie können wir NPOs, Organisationen, Expertinnen und Experten sowie Wissenschaft unterstützen?
      • Wie können wir gegen Mythen und falsche Nachrichten argumentieren?
      • Wie können wir mobilisieren, Druck von unten erzeugen oder einen Beitrag zu Lobbyarbeit leisten?

      Quellen und Verweise

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