(De-)konstruktivistischer Ansatz

Was bedeutet (De-)konstruktivistischer Ansatz?

Der (De-)Konstruktivismus wird als postmoderner feministischer Ansatz verstanden. Die Binarität wird nicht mehr als natürliche Vorgabe gesehen. Er bestreitet die Unveränderlichkeit von Biologismen des vorhergehenden Gleichheitsansatz zu Beginn der Frauenforschung und den Differenzansatz der Geschlechterforschung. Das Handeln von Frauen und Männern gilt nicht länger als spezifisch weiblich oder männlich.

 

(De-)Konstruktivismus hinterfragt den Prozess der Konstruktion von Geschlecht, genauer seine Dualismen und die „Politik der Unterscheidungen“. Er analysiert die kulturelle Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit, die Gefühle, Denken und Körperlichkeit bestimmt. Das Handeln ist Ausdruck einer Individualität, die sich aus der Definition von Geschlecht, seiner Positionierung und Identifikation herleitet.

 

Den Diskurs bestimmte maßgeblich die US-amerikanische Philosophin Judith Butler. Sie sieht sowohl das soziale Geschlecht (Gender) als auch das biologische Geschlecht (Sex) als diskursive Konstruktion, die durch Zitieren von Geschlechternormen hergestellt wird, und zwar permanent und performativ. Butler ist die prominenteste Vertreterin des Dekonstruktivismus.

 


Quellen

  • Das Unbehagen der Geschlechter
    Judith Butler, 1991.
  • Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen
    Judith Butler, auf Englisch erschienen als „Undoing Gender“, 2011.


Weitere Beiträge zum Thema Gender und Geschlechtergerechtigkeit:

Grafik einer weiblichen Person, die auf drei Weltkugeln schaut, die sich bewegen.

Welttag für menschenwürdige Arbeit: Wo sind die Stimmen der Arbeiterinnen, wenn Handelskonflikte zuschlagen?

01.10.2026 Publikation, Gender Weltweit, Gewerkschaften international
 
Illustration Projekt feminsitische Energiewende

Grüne Jobs, gleiche Chancen

29.09.2026 Gender | Wirtschaft, Finanzen, Ökologie, Soziales | Ökologie | Soziales Analyse, Publikation, Gender, Wirtschaft, Finanzen, Ökologie, Soziales, Ökologie, Soziales
 
Illustration zur Studie Elterngeld

Gerechtigkeitscheck Elterngeld: Zeit für geschlechtergerechte und soziale Reformen

01.10.2026 Analyse, Publikation, Gender, Familie, Soziales
 
Icon: Viele Bücher

Neue Studien in der Reihe "Triumph der Frauen"

Publikation, Gender Weltweit
 
Die Beine eine:r Fahrradkurierfahrer:in ölverschmiert mit Fahrrad im Hintergrund.

Weltfahrradtag: Señoritas Courier und der „fürsorgeorientierte“ Algorithmus

03.06.2026 Gender Weltweit
 
Ein Bild von Fäusten, kämpferisch in die Luft gereckt sind.

Aufbau einer Anti-Gender-Weltordnung

04.05.2026 Publikation, Demokratie und Gesellschaft, Gender Weltweit
 
Wäscheleinen mit Kleidung hängen über einer Fußgängerstraße in New York. Das ist die öffentliche Kunstinstallation "Thinking of You" der Konzeptkünstlerin Alketa Xhafa Mripa aus dem Kosovo, die den Überlebenden sexueller Gewalt gewidmet ist.

Wir müssen uns organisieren!

01.04.2026 Interview, Gender Weltweit
 
Eine Zeichnung mit einem Mann, der mit geschlossenen Augen durch einen Spiegel geht, der ihm mit einer Hand von oben rote Pillen anbietet. Der zweite Mann hinter dem Spiegel ist grau. Vor dem Spiegel hängen an einer Wäscheleine aufgehängt Gehirne.

Tates Misogynie trifft auf Konservatismus: Der Aufstieg einer gefährlichen Allianz

18.03.2026 Demokratie und Gesellschaft, Gender Weltweit
 
Illustration: Eine Frau rennt in einer großen Uhr, um sie herum sind Menschen in verschiedenen Situationen, z.B. bei der Arbeit, auf dem Rad

Macht Zeit gerecht!

Arbeit, Gender, Soziales
 
Grafik mit diversen Gesichtern von Frauen, von vorne und im Profil.

Geschlechtergerechtigkeit zahlt sich aus – aber für wen?

04.03.2026 Publikation, Gender Weltweit
 
nach oben