Integrationspolitik

Annette Schlicht
030 26935-8304

Abteilung Analyse, Planung und Beratung
Referat Politische Beratung

Miteinander in Vielfalt

Wie gelingt ein Miteinander in Vielfalt? Dies ist die Leitfrage von Integrationspolitik. Denn moderne Gesellschaften sind – auch unabhängig von Einwanderung – religiös, politisch oder auch sozial vielfältig und geben Raum für ganz unterschiedliche Lebensentwürfe.

Diese Vielfalt birgt viele positive Potenziale, kann aber gleichzeitig auch zu Konflikten führen, die gelöst werden müssen. Integration verstehen wir als Prozess, der diese Konflikte konstruktiv löst und Potenziale zur Entfaltung bringt. In diesem Sinne setzt sich die Friedrich-Ebert-Stiftung für eine Integrationspolitik ein, die allen Menschen in Deutschland Teilhabe an dieser Gesellschaft ermöglicht.

Veranstaltungen zum Thema

  • Kroatien braucht eine Integrationspolitik, die Arbeitsmigrant:innen schützt

    09.07.2026 Integrationspolitik
    Bauarbeiter auf einer Baustelle in Rijeka, Kroatien
    Ausländische Arbeitskräfte bleiben dauerhaft in Kroatien. Das erfordert mehr als Sprachtests und Meldeadressen, Personalbeschaffung und Arbeitgeberabhängigkeit.

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  • Am falschen Ende gespart

    07.07.2026 Interview, Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik
    Demonstrant:innen mit einem Schild "Zulassungsstopp" gegen die Entscheidung vom Bundesinnenminister Alexander Dobrindt CSU zur Kürzung von Integrationskursen und Sprachkursen. Die Demonstration findet vor dem Brandenburger Tor in Berlin statt.
    Die geplanten Kürzungen bei Integrationskursen sorgen für Kritik – auch bei Trägern vor Ort. Was bedeutet das für diejenigen, die auf Sprachförderung und Orientierung angewiesen sind? Wir sprachen mit Marie Batzel von der VHS Köln.

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  • Internationale Fachtagung: Leben – Arbeiten – Teilhaben. Yaşam – Çalışma – Katılım.

    Donnerstag, 05.11.26 09:00 bis 17:00 Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin
    Türkische Arbeiterinnen in einer Fabrik
    Impulse aus 65 Jahren deutsch-türkischer Migrationsgeschichte

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  • Migration verstehen: EU-Binnenmigration – Warum Deutschland an Zugkraft verliert

    Veranstaltung, Migrationspolitik
    Icons auf lilfarbenem Untergrund: Mehrere Personen, ein Koffer und ein Globus
    Online-Veranstaltung | 21. September 2026 | 19:00 Uhr

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  • Weltflüchtlingstag: Alternativen zu Migrationshaft, die funktionieren

    18.06.2026 Publikation, Flucht, Migration, Integration, Flüchtlingspolitik
    Geflüchtete Kinder schaukeln auf einem Hof des ehemaligen Gefängnisses Bijlmerbajes in Amsterdam.
    Europas Migrationspolitik befindet sich an einem Scheideweg. Es ist Zeit für einen humaneren Ansatz der funktioniert!

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  • Gesucht: Eine Bleibestrategie

    16.06.2026 Rückblick, Migrationspolitik
    Icons auf türkisem Untergrund: Mehrere Personen, ein Koffer und ein Globus
    Damit aus dem Ausland angeworbene Fachkräfte auch langfristig in Deutschland bleiben, müssen die Anstrengungen von Bund, Kommunen, Arbeitgebern und Zivilgesellschaft verstärkt und besser verzahnt werden.

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  • Nach Bondi: Sozialer Zusammenhalt, Multikulturalismus und Nationsbildung in Australien

    10.06.2026 Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Eine Person legt einen beschrifteten Stein auf einen Haufen weiterer beschrifteter Steine nieder, in Gedenken an die Opfer der Massenerschießung am Bondi Beach zu gedenken.
    Sechs Monate nach dem schockierenden Terroranschlag auf eine Feier zum Auftakt des jüdischen Fests Chanukka in Sydney untersucht ein Ausschuss die genauen Umstände und geht der Frage nach, was es für eine resiliente, multikulturelle Gesellschaft...

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  • Wie sich der Iran-Krieg auf migrantische Arbeiter:innen aus Nepal auswirkt

    03.06.2026 Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Ein nepalesischer Wanderarbeiter wartet am Tribhuvan International Airport in Kathmandu, Nepal
    Die nepalesische Wirtschaft ist auf private Rücküberweisungen aus dem Ausland angewiesen. Sollte der Krieg im Iran anhalten, muss Nepals neue Regierung Alternativen dazu finden.

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  • Aus für Asylberatung?

    18.05.2026 Interview, Flucht, Migration, Integration, Flüchtlingspolitik, Migrationspolitik
    Eine Person wartet hinter einer gelben Linie, neben ihr steht ein Koffer.
    Die geplante Abschaffung ab 2027 gefährdet faire Verfahren sowie die Integration von Schutzsuchenden – und könnte zudem mehr kosten.

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  • Spotlight Report on Global Migration: Die eigentliche Krise liegt in der Politik

    01.04.2026 Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Grafik Lupe mit Menschen in verschiedenen Situationen und Bedürfnissen.
    Vor dem diesjährigen »International Migration Review Forum« der Vereinten Nationen verdeutlicht der Spotlight Report on Global Migration, was im Migrationsmanagement funktioniert und was sich ändern muss.

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Beiträge zu Integrationspolitik

Bauarbeiter auf einer Baustelle in Rijeka, Kroatien

Kroatien braucht eine Integrationspolitik, die Arbeitsmigrant:innen schützt

09.07.2026 Integrationspolitik
Ausländische Arbeitskräfte bleiben dauerhaft in Kroatien. Das erfordert mehr als Sprachtests und Meldeadressen, Personalbeschaffung und Arbeitgeberabhängigkeit.
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Protestierende Menschen halten ein Banner mit der Aufschrift "Geflüchtete Willkommen!"

Warum Integrationsarbeit mehr braucht als befristete Programme

04.09.2025 Interview, Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik
Zehn Jahre Fluchtmigration: Am Beispiel Osnabrück wird deutlich, welche Strukturen tragen – und wo Kommunen weiter gefordert sind. Ein Interview mit Ralf Sabelhaus vom Referat Chancengleichheit der Stadt Osnabrück.
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Ein Mann hält Fäden in der Hand, die ein Netz mit anderen Menschen bilden.

Zwischen Teilhabe und Perspektivlosigkeit: Geflüchtete in der Kommune

19.06.2025 Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik
Integration findet in der Kommune statt – aber unter prekären Bedingungen. Ein Beitrag zum Weltflüchtlingstag von Jamil Alyou vom Train of Hope Dortmund e.V.
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Ein Zug nach Hagen Hbf im Hauptbahnhof in Siegen.

„Eine hohe Fluktuation erschwert die Integration in die kommunale Infrastruktur“

10.06.2025 Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik, Migrationspolitik
Das Ruhrgebiet ist ein wichtiges Ziel für Zuwanderung aus Osteuropa. Die Stadt Hagen hat mit ihrem integrativen Ansatz zahlreiche Erfolgsgeschichten produziert. Ein Interview mit Martina Soddemann, Erste Beigeordnete der Stadt Hagen.
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Rötliche Grafik mit Pfeilen in unterschiedliche Richtungen rund um eine Deutschlandkarte in der Mitte. Auf den Pfeilen laufen Personen.

Online-Diskussion: Soziale Integration von Zugewanderten und Willkommenskultur

Veranstaltung, Migrationspolitik
In unserer Online-Veranstaltung am 21. Mai diskutieren wir, wie soziale Integration und Willkommenskultur über Bleibeentscheidungen von Zugewanderten mitentscheiden.
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Integrationspolitik im Fokus

Warum und was für ein Miteinander in Vielfalt?

Eine moderne Gesellschaft wie Deutschland ist vielfältig. Auch durch Einwanderung aus anderen Ländern wird die Vielfältigkeit Deutschlands ergänzt. Nachdem beispielsweise eine Generation von „Gastarbeiter_innen“ noch rein temporär willkommen war, sind ihre Kinder und Enkelkinder mittlerweile fester Bestandteil dieser Gesellschaft. Auch mit der Einwanderung von Spätaussiedler_innen aus den ehemaligen Gebieten der Sowjetunion hat die Bundesrepublik viel Erfahrung. In jüngster Zeit kommen vermehrt auch Einwanderinnen und Einwanderer aus der Europäischen Union, die ihr Recht auf Freizügigkeit wahrnehmen oder Menschen aus arabischen und afrikanischen Staaten, die vor Not und Gewalt fliehen und hier auf ein Leben in Sicherheit und mit Zukunftschancen hoffen.

Während manche bereits Kenntnisse der deutschen Sprache mitbringen oder Deutsch im Alltag ganz leicht lernen, brauchen einige spezielle Angebote zum Erlernen der Sprache. Auch haben viele bereits berufliche Qualifikationen, die in einer entwickelten Ökonomie wie in Deutschland dringend gebraucht werden. Andere wiederum benötigen Angebote für Weiterbildung und berufliche Qualifizierung.

Integration bedeutet dabei keine einseitige Anpassungsleistung von Eingewanderten oder anderen Angehörigen von Minderheiten, sondern muss als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ein wechselseitiger Prozess verstanden werden. Auf den Punkt gebracht: Wir brauchen keine Sonderprogramme für Migrant_innen oder Geflüchtete, sondern funktionierende Strukturen für alle.


In diesem Sinne braucht Deutschland eine Politik, ...

  • die unsere Gesellschaft zusammenhält und gegen Spaltungsversuche wirkt,
  • die dafür sorgt, dass jeder junge Mensch im Bildungssystem eine Chance hat – unabhängig vom Hintergrund der Eltern,
  • die den demografisch bedingten Arbeitskräftebedarf anerkennt und Lösungsstrategien (auch) in der Einwanderungsgesellschaft sieht
  • die die neue soziale Frage nach bezahlbarem Wohnraum in Großstädten löst – ohne Konkurrenz zwischen Alteingesessenen und Hinzukommenden zu verursachen,
  • die integrationspolitische Angebote vor Ort, in Städten, Dörfern und Landkreisen fördert.

Integration und Soziale Demokratie

Für die Soziale Demokratie entstehen somit im Bereich Integration einige Herausforderungen und Aufgaben, die speziell mit der Integration von Neubürger_innen in der Einwanderungsgesellschaft zu tun haben, aber auch solche, die unabhängig davon wirken. Die Soziale Demokratie basiert auf den Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Diese Grundwerte prägen dabei auch die integrationspolitischen Ansätze. Aus den Grundwerten ergibt sich für den Umgang mit kultureller Vielfalt ein klarer Kompass: Anerkennung und Teilhabe für alle, das gilt es zu sichern.

Teilhabe bedeutet, dass allen Menschen die Möglichkeiten und Chancen ihrer Gesellschaft tatsächlich offenstehen. Anerkennung bedeutet, dass Menschen in einem religiös und kulturell vielfältigen Gemeinwesen als Gleiche akzeptiert und behandelt werden. Fundament des Zusammenlebens ist das Grundgesetz. Es setzt Grenzen und bietet Raum für kulturelle Vielfalt. Die Soziale Demokratie widersetzt sich dabei Verständnissen einer ethnisch homogenen Abstammungsgemeinschaft, denn deutsch ist man nicht nur, deutsch kann man auch werden. Gleichzeitig erweitert und verändert sich der Inhalt dessen, was Deutschsein bedeutet. Das Ziel muss es sein, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Chancengleichheit und politische Teilhabe für alle zu gewährleisten und gesellschaftliche Ausgrenzung zu verhindern.

Je nach Qualifikationsprofil der Einwandernden gelingt es manchen besser als anderen, sich in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. EU-Binnenmigrant_innen haben freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt, kennen das Land oft bereits und haben damit erleichterte Startchancen. So leben mittlerweile fast 5 Millionen EU-Bürger_innen in Deutschland.

Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, haben es da im Durchschnitt schwerer. Oft bringen sie nicht ausreichend nachweisbare formale Qualifikationen für den deutschen Arbeitsmarkt mit. Dazu kommt bei vielen mit nur subsidiärem Schutz oder lediglich einer Duldung der unsichere Aufenthaltsstatus. Die Entwicklung einer längerfristigen Perspektive in formale und qualifizierte Beschäftigung zu kommen, wird hierdurch natürlich negativ beeinflusst.

Am einfachsten haben es sicherlich die Menschen, die – trotz eines bisher stark fragmentierten deutschen Einwanderungsrechts – direkt in den Arbeitsmarkt einwandern. Diese klassischen Arbeitsmigrant_innen sind heute oft hochqualifiziert und werden meist direkt von Arbeitgebern in Deutschland angeworben. Um diesen Zugang auszuweiten und in manchen Branchen dringend benötigte Fachkräfte verstärkt anzuwerben, hat die Bundesregierung 2019 das Fachkräfteeinwanderungsgesetz auf den Weg gebracht, das im März 2020 in Kraft getreten ist.

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