Willkommen zurück?

Abwanderungsgründe und Rückwanderungspotenziale

Rötliche Grafik mit Pfeilen in unterschiedliche Richtungen rund um eine Deutschlandkarte in der Mitte. Auf den Pfeilen laufen Personen.
Urheber: Christina S. Zhu

Angesichts des demografischen Wandels und des zunehmenden Mangels an Fach- und Arbeitskräften spielt die Steuerung der Zuwanderung eine zentrale Rolle. Doch Anreize allein reichen nicht aus, denn Migrationsentscheidungen sind oft reversibel. Statistiken des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass zwischen 2015 und 2022 insgesamt knapp 12 Millionen Personen nach Deutschland zugezogen, aber auch über 7 Millionen zugewanderte Personen wieder ausgewandert sind (Statistisches Bundesamt 2023).

Die Studie „Willkommen zurück?“ untersucht erstmals umfassend die Migrationsentscheidungen von EU- und Drittstaatsangehörigen, die Deutschland wieder verlassen haben. Sie beleuchtet die vielschichtigen Abwanderungsmotive – von beruflichen Perspektiven bis hin zu sozialen und strukturellen Herausforderungen – und analysiert, unter welchen Bedingungen eine Rückkehr für diese Personen attraktiv wäre.

Die Präsentation zur Vorstellung der Studienergebnisse finden sie hier: Download (PDF).

Willkommen zurück?

Abwanderungsgründe und Rückwanderungspotenziale von aus Deutschland abgewanderten EU- und Drittstaatsangehörigen

Loschert, Franziska ; Leisenheimer, Marlene ; Komitowski, Doritt | Berlin : Friedrich-Ebert-Stiftung, April 2025

Abwanderung verstehen - Rückkehr gestalten

Marta Sommer, Joana | [Bonn] : Friedrich-Ebert-Stiftung, April 2025

Herausforderungen und Handlungsfelder

Viele der Abgewanderten waren unzufrieden mit ihrem Sozialleben in Deutschland und berichten von mangelndem Anschluss und geringem Zugehörigkeitsgefühl – auch bei stabiler Arbeitsmarkteinbindung.

Beruflicher Erfolg führt nicht automatisch zu sozialer Teilhabe – gerade hoch qualifizierte Migrant:innen verlassen Deutschland, wenn sie unzufrieden mit ihrem Sozialleben in Deutschland waren.

Die neuen Zielländer überzeugen durch eine Kombination von gelebter Willkommenskultur und attraktiven Arbeitsbedingungen.

Die Teilhabeerfahrungen von Partner:innen und Kindern beeinflussen Bleibeentscheidungen maßgeblich – Familienorientierung fehlt bisher in vielen Maßnahmen.

Vor allem, wenn sie ursprünglich gerne länger in Deutschland geblieben wären. Sprachkenntnisse, Systemvertrautheit und persönliche Bindungen können Rückkehr erleichtern – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Doch fehlende Perspektiven und Unterstützung halten viele davon ab.

Menschen, die Deutschland kennen, qualifiziert sind und zurückkommen wollen, sind eine wichtige Zielgruppe – sie werden politisch bisher kaum strategisch adressiert.

Prävention von Abwanderung und Rückgewinnung ehemals Zugewanderter müssen zusammen gedacht werden – auf Augenhöhe, nachhaltig und sozial.

Podcast

Zukunft gerecht

In unserem Podcast spricht Moderatorin Katharina Schohl mit dem Bundestagsabgeordneten Hakan Demir (SPD), Studienautorin Franziska Loschert (Minor) und Marcos Pangestu (Willkommenslotse bei der Handwerkskammer für Schwaben) darüber, warum ausländische Fachkräfte Deutschland wieder verlassen.
 

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