Integrationspolitik

Annette Schlicht
030 26935-8304

Abteilung Analyse, Planung und Beratung
Referat Politische Beratung

Miteinander in Vielfalt

Wie gelingt ein Miteinander in Vielfalt? Dies ist die Leitfrage von Integrationspolitik. Denn moderne Gesellschaften sind – auch unabhängig von Einwanderung – religiös, politisch oder auch sozial vielfältig und geben Raum für ganz unterschiedliche Lebensentwürfe.

Diese Vielfalt birgt viele positive Potenziale, kann aber gleichzeitig auch zu Konflikten führen, die gelöst werden müssen. Integration verstehen wir als Prozess, der diese Konflikte konstruktiv löst und Potenziale zur Entfaltung bringt. In diesem Sinne setzt sich die Friedrich-Ebert-Stiftung für eine Integrationspolitik ein, die allen Menschen in Deutschland Teilhabe an dieser Gesellschaft ermöglicht.

Veranstaltungen zum Thema

  • Internationaler Frauentag 2026: Gewerkschaftliche Organisierung ist der beste Schutz

    04.03.2026 Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Demonstrierende Frauen mit Warnwesten und Mundschutz halten ein Schild mit der Aufschrift „Wir sind es wert“ und dem Logo der Gewerkschaft verdi.
    Mit Rebecca Liebig, Vorständin von ver.di, haben wir im Interview über die migrationspolitische Perspektive auf den Abbau von Frauen- und Arbeitnehmer:innenrechten gesprochen. Was braucht es für eine demokratische Arbeitswelt?

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  • Faire Mobilität braucht ein starkes Europa

    02.03.2026 Rückblick, Migrationspolitik
    Icons auf mintfarbenem Untergrund: Mehrere Personen, ein Koffer und ein Globus
    Um Arbeitskräfte aus der EU und Drittstaaten vor Ausbeutung zu schützen, sind mehr Kontrollen und grenzüberschreitende Kooperation nötig.

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  • China baut Hukou-Hürden bei der Sozialversicherung am Arbeitsort ab

    05.02.2026 Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Ein chinesischer Bauer zeigt sein Haushaltsregister, auch bekannt als Hukou.
    China ermöglicht Beschäftigten künftig die Anmeldung zur Sozialversicherung dort, wo sie arbeiten und nicht wo sie registriert sind – das stärkt soziale Gerechtigkeit, Arbeitsmobilität und Integration vor Ort.

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  • Ab jetzt wird es anders – vielleicht

    02.02.2026 Publikation, Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Teilnehmer:innen des EU-Afrika-Gipfel 2025 in Luanda, Angola
    Vor dem EU-Afrika-Gipfel waren die Erwartungen an einen Politikwandel bei Mobilität und Migration aufgrund früherer Erfahrungen gering. Doch manches gibt Grund zur Hoffnung, argumentiert Sara Bojarczuk.

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  • Migrationspolitik im deutsch-polnischen Vergleich

    22.01.2026 Publikation, Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Polnische Grenzschützer stehen auf der polnischen Seite am Grenzübergang Ahlbeck. Im Vordergrund befindet sich ein Grenzstein mit polnischer Flagge und direkt daneben der Grenzstein mit deutscher Flagge.
    Unterschiedliche Wege, ungleiche Herausforderungen und die Rolle der Sozialdemokratie bei der Findung gemeinsamer Lösungen. Eine Publikation der Reihe „Im Kräftefeld deutsch-polnischer Interessen“

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  • Migration verstehen: Billige Arbeit – hoher Preis: Arbeitsmigration und Entsendung in Europa

    Veranstaltung, Flucht, Migration, Integration
    Icons auf mintfarbenem Untergrund: Mehrere Personen, ein Koffer und ein Globus
    Online-Veranstaltung | 21. Januar 2026 | 19:00 Uhr

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  • Rückkehr nach Syrien

    10.12.2025 News, Flucht, Migration, Integration
    Zerstörte Häuser und Straßen in Damaskus
    Bewegt von der Zerstörung in Syrien findet der Außenminister empathische Worte. Das führt zu einer würdelosen innenpolitischen Diskussion.

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  • Teuer, ineffektiv und menschenwürdig?

    25.11.2025 Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Icons auf orangenem Untergrund: Mehrere Personen, ein Koffer und ein Globus
    Bei der Umsetzung der europäischen Asylreform in nationales Recht gibt es gerade in puncto Bewegungseinschränkungen noch viel Nachbesserungsbedarf.

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  • Die Schlüsselrolle von Geschlechtergerechtigkeit in der Migrationspolitik

    19.11.2025 Publikation, Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Delegation des Civil Society Mechanism auf dem 15. GFMD Summit in Riohacha, Colombia
    Um die Migrationspolitik wirksam zu verbessern, müssen Genderperspektiven einbezogen werden.

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  • Zunehmende Externalisierung in der Migrationssteuerung

    13.11.2025 Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Einheiten der mexikanischen Armee an der Grenzanlage zu den USA bei Juarez.
    Angesichts der zunehmenden Externalisierung in der Migrationssteuerung ruft der UN-Sonderberichterstatter zu den Menschenrechten von Migrant_innen zu einer gemeinsamen Reflexion auf.

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Beiträge zu Integrationspolitik

Damit die Ausbildung Geflüchteter gelingt

13.12.2021 Flucht, Migration, Integration, Integration
Ein neues Qualifizierungskonzept für Ausbildungsverantwortliche gibt Hilfestellung.
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Ohne sie geht nichts mehr

Publikation, Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik
Welchen Beitrag leisten Migrant_innen und Geflüchtete zur Sicherung der Arbeitskräftebedarfe in Fachkraftberufen in Deutschland? Antworten gibt die Studie auf Basis aktueller Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.
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Das Gründungspotenzial von Geflüchteten

16.11.2021 Flucht, Migration, Integration | Integrationspolitik | Wirtschaft Publikation, Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik, Wirtschaft
Selbständigkeit als Weg zur Arbeitsmarktintegration? Co-Autor Dr. René Leicht gibt im Interview Einblick in die neu erschienene FES-Studie.
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Unser „Wunschzettel“ an die neue Bundesregierung

03.11.2021 Flucht, Migration, Integration, Integration
Welche Forderungen stellen Migrant_innen-Organisationen an eine zukünftige Bundesregierung? Hier die Sicht der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD).
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"Natürlich gehört ihr dazu!"

29.10.2021 Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik
Zum 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei sprechen wir mit dem Historiker Stefan Zeppenfeld über Hintergründe und Entwicklungen.
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Integrationspolitik im Fokus

Warum und was für ein Miteinander in Vielfalt?

Eine moderne Gesellschaft wie Deutschland ist vielfältig. Auch durch Einwanderung aus anderen Ländern wird die Vielfältigkeit Deutschlands ergänzt. Nachdem beispielsweise eine Generation von „Gastarbeiter_innen“ noch rein temporär willkommen war, sind ihre Kinder und Enkelkinder mittlerweile fester Bestandteil dieser Gesellschaft. Auch mit der Einwanderung von Spätaussiedler_innen aus den ehemaligen Gebieten der Sowjetunion hat die Bundesrepublik viel Erfahrung. In jüngster Zeit kommen vermehrt auch Einwanderinnen und Einwanderer aus der Europäischen Union, die ihr Recht auf Freizügigkeit wahrnehmen oder Menschen aus arabischen und afrikanischen Staaten, die vor Not und Gewalt fliehen und hier auf ein Leben in Sicherheit und mit Zukunftschancen hoffen.

Während manche bereits Kenntnisse der deutschen Sprache mitbringen oder Deutsch im Alltag ganz leicht lernen, brauchen einige spezielle Angebote zum Erlernen der Sprache. Auch haben viele bereits berufliche Qualifikationen, die in einer entwickelten Ökonomie wie in Deutschland dringend gebraucht werden. Andere wiederum benötigen Angebote für Weiterbildung und berufliche Qualifizierung.

Integration bedeutet dabei keine einseitige Anpassungsleistung von Eingewanderten oder anderen Angehörigen von Minderheiten, sondern muss als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ein wechselseitiger Prozess verstanden werden. Auf den Punkt gebracht: Wir brauchen keine Sonderprogramme für Migrant_innen oder Geflüchtete, sondern funktionierende Strukturen für alle.


In diesem Sinne braucht Deutschland eine Politik, ...

  • die unsere Gesellschaft zusammenhält und gegen Spaltungsversuche wirkt,
  • die dafür sorgt, dass jeder junge Mensch im Bildungssystem eine Chance hat – unabhängig vom Hintergrund der Eltern,
  • die den demografisch bedingten Arbeitskräftebedarf anerkennt und Lösungsstrategien (auch) in der Einwanderungsgesellschaft sieht
  • die die neue soziale Frage nach bezahlbarem Wohnraum in Großstädten löst – ohne Konkurrenz zwischen Alteingesessenen und Hinzukommenden zu verursachen,
  • die integrationspolitische Angebote vor Ort, in Städten, Dörfern und Landkreisen fördert.

Integration und Soziale Demokratie

Für die Soziale Demokratie entstehen somit im Bereich Integration einige Herausforderungen und Aufgaben, die speziell mit der Integration von Neubürger_innen in der Einwanderungsgesellschaft zu tun haben, aber auch solche, die unabhängig davon wirken. Die Soziale Demokratie basiert auf den Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Diese Grundwerte prägen dabei auch die integrationspolitischen Ansätze. Aus den Grundwerten ergibt sich für den Umgang mit kultureller Vielfalt ein klarer Kompass: Anerkennung und Teilhabe für alle, das gilt es zu sichern.

Teilhabe bedeutet, dass allen Menschen die Möglichkeiten und Chancen ihrer Gesellschaft tatsächlich offenstehen. Anerkennung bedeutet, dass Menschen in einem religiös und kulturell vielfältigen Gemeinwesen als Gleiche akzeptiert und behandelt werden. Fundament des Zusammenlebens ist das Grundgesetz. Es setzt Grenzen und bietet Raum für kulturelle Vielfalt. Die Soziale Demokratie widersetzt sich dabei Verständnissen einer ethnisch homogenen Abstammungsgemeinschaft, denn deutsch ist man nicht nur, deutsch kann man auch werden. Gleichzeitig erweitert und verändert sich der Inhalt dessen, was Deutschsein bedeutet. Das Ziel muss es sein, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Chancengleichheit und politische Teilhabe für alle zu gewährleisten und gesellschaftliche Ausgrenzung zu verhindern.

Je nach Qualifikationsprofil der Einwandernden gelingt es manchen besser als anderen, sich in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. EU-Binnenmigrant_innen haben freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt, kennen das Land oft bereits und haben damit erleichterte Startchancen. So leben mittlerweile fast 5 Millionen EU-Bürger_innen in Deutschland.

Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, haben es da im Durchschnitt schwerer. Oft bringen sie nicht ausreichend nachweisbare formale Qualifikationen für den deutschen Arbeitsmarkt mit. Dazu kommt bei vielen mit nur subsidiärem Schutz oder lediglich einer Duldung der unsichere Aufenthaltsstatus. Die Entwicklung einer längerfristigen Perspektive in formale und qualifizierte Beschäftigung zu kommen, wird hierdurch natürlich negativ beeinflusst.

Am einfachsten haben es sicherlich die Menschen, die – trotz eines bisher stark fragmentierten deutschen Einwanderungsrechts – direkt in den Arbeitsmarkt einwandern. Diese klassischen Arbeitsmigrant_innen sind heute oft hochqualifiziert und werden meist direkt von Arbeitgebern in Deutschland angeworben. Um diesen Zugang auszuweiten und in manchen Branchen dringend benötigte Fachkräfte verstärkt anzuwerben, hat die Bundesregierung 2019 das Fachkräfteeinwanderungsgesetz auf den Weg gebracht, das im März 2020 in Kraft getreten ist.

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