Bezahlbarer Wohnraum

  • 01.01.2018 | Kommunalpolitik | Wohnraum | News

    Themenschwerpunkt "Bezahlbarer Wohnraum"

    Das Thema Wohnen betrifft fast jeden Menschen direkt oder indirekt. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und damit ein wichtiges Versorgungsgut. Gerade auf der kommunalen Ebene entfaltet es große Bedeutung. Umso wichtiger ist es, das Wissen um die Prozesse und Wirkungsweisen des Wohnungsmarktes...


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  • 19.04.2018 | Kommunalpolitik | Wohnraum | News

    Erklärfilm: "Teure Mieten, Leerstand oder Wohnungsnot? Was ist los am deutschen Wohnungsmarkt?"

    Steigende Mieten, kaum günstige Wohnungen... Menschen finden nicht das was sie suchen. Was läuft schief am Wohnungsmarkt? Derzeit funktioniert es nicht, Menschen und Wohnraum passend zusammenzubringen. Menschen drängen in die großen Städte, wo es nicht genügend bezahlbaren Wohnraum gibt. Auch...


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  • Freitag, 09.03.18 17:00 bis Dienstag, 20.03.18 17:00 - Dortmund | Kommunalpolitik | Wohnraum | Rückblicke

    Exkursion zum Phoenix-See in Dortmund beim Seminar "Kommunale Strategien für bezahlbaren Wohnraum entwickeln"

    Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware in deutschen Städten. Welche Strategien und Instrumente Kommunen zur Verfügung stehen, um eine aktive Wohnungspolitik zu betreiben, war Thema in diesem Seminar in Dortmund.


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  • 09.03.2018 | Kommunalpolitik | Wohnraum | Interview

    Was ist los am deutschen Wohnungsmarkt?

    Gründer und Geschäftsführer des Forschungsinstituts regiokontext, Arnt von Bodelschwingh, im Gespräch mit der KommunalAkademie. Er leitet am 9./10. März ein Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung in Dortmund.


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  • Thema "Bezahlbarer Wohnraum"

    Bezahlbaren Wohnraum schaffen und erhalten

    Soziale Wohnungspolitik für mehr Lebensqualität und Chancengleichheit

    In Zeiten wachsender Nachfrage wird vielerorts der Neubau von Wohnungen vorangetrieben. Dies weckt fast überall starke öffentliche Wahrnehmung und Diskussion. Wird das, was geplant und errichtet wird, denn auch tatsächlich gebraucht?

    Dem wird vielfach entgegengehalten, dass jede zusätzliche Wohnung den Wohnungsmarkt entlastet. Doch stimmt das eigentlich? Thesen wie diese und andere werden in der Projektreihe "Bezahlbarer Wohnraum" in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten bundesweit diskutiert und erörtert. Hierzu gehört auch, neben dem Neubauthema auch den Wohnungsbestand in den Blick zu nehmen, der 99 % des Wohnungsmarktgeschehens bestimmt. Umso wichtiger ist es, die sozial verträgliche Weiterentwicklung des Wohnungsbestands als ein Kernelement der Wohnungspolitik angemessen zu berücksichtigen.

    Das vielschichtige Thema „Wohnen“ wird mit besonderem Blick auf die jeweilige regionale Situation in der Friedrich-Ebert-Stiftung bearbeitet. Folgende Fragen sind dabei zentral:

    • Was sind geeignete Strategien und Instrumente, um möglichst vielen Menschen und Bevölkerungsgruppen angemessenen Wohnraum (also bezahlbar, qualitativ, strukturell) zur Verfügung stellen zu können?
    • Wie kann insbesondere bei neuen Bau- und Planungsvorhaben im Zuge der Wohnungsbaupolitik eine soziale und nachhaltige Quartiersgestaltung möglichst durchgängig berücksichtigt werden?
  • Was ist los am Wohnungsmarkt?

    Was ist los am Wohnungsmarkt?

    Die Bezahlbarkeit des Wohnens ist in aller Munde. Zwar gibt es durchaus etliche Regionen in Deutschland, die von Schrumpfung entspannten Wohnungsmärkten mit niedrigen Preisen und sogar Wohnungsleerstand gekennzeichnet sind. Im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung steht jedoch die – teils dramatische - Entwicklung auf vielen städtischen Wohnungsmärkten, in denen Mietwohnungen ebenso wie Wohneigentum immer teurer werden. In der Folge können sich viele Menschen die angebotenen Wohnungen nicht mehr leisten – womit auch die soziale Segregation immer weiter voranschreitet.

    Was ist los am Wohnungsmarkt? - Ein Erklärfilm

    Warum gibt es nicht genügend bezahlbare Wohnungen?

    Die entscheidenden Gründe dieser Entwicklung sind bekannt. Zum einen ist viele Jahre lang nicht ausreichend neuer Wohnraum gebaut worden. Zum anderen ist zu beobachten, dass sich  - wenn denn gebaut wird - vor allem besonders renditeträchtige hochpreisige Immobilienprojekte durchsetzen. Diese Entwicklung wird auch durch den Umstand vorangetrieben, dass „Betongold“ seit der jüngsten Krise als sichere Geldanlage gilt. Zudem sind Wohnungen immer mehr zur Spekulationsware geworden. Angesichts erheblicher Gewinnaussichten dreht sich die Spirale aus Kauf und Wiederverkauf immer schneller.

    Und schließlich: Immer mehr Sozialwohnungen fallen aus der Bindung. Hier wurde besonders wenig nachgebaut, und wenn, dann mit eher kurzen Bindungsfristen. Inzwischen kann man allenfalls noch von einem Restbestand an Sozialwohnungen reden. Gleichzeitig geraten viele ehemalige Sozialwohnungen in die beschriebenen Aufwertungsprozesse und gehen als bezahlbarer Bestand verloren.

    Es gibt also nicht nur einen erheblichen Nachholbedarf beim Wohnungsbau. Es geht auch um die Frage, was gebaut wird: In den angespannten städtischen Wohnungsmärkten werden daher zusätzliche Wohnungen insbesondere im unteren und auch im mittleren Preissegment dringend benötigt. Und die Entwicklung geht weiter, denn ein Abebben des Zuzugs in die Städte ist derzeit nicht erkennbar, so dass auch künftig mehr Wohnungen benötigt werden.  

    Bezahlbaren Wohnraum schaffen und erhalten!

    Gegen diese Trends braucht es ein deutliches Korrektiv. Die Wohnungsversorgung ist aus dem Lot geraten. Es bedarf großer Anstrengungen, um überall in Deutschland wieder angemessenen, bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Das politische Handeln muss sich dabei an den folgenden drei Grundsätzen orientieren. 

     (1) Wohnungen müssen bezahlbar sein

    Ist die Wohnung, die den Bedarfen eines Haushalts entspricht, mit dessen Einkommen auch finanzierbar? Bezahlbarkeit ist nicht automatisch mit „preisgünstig“ oder „gefördert“ gleichzusetzen. Ob Wohnen bezahlbar ist, bekommen Haushalte vor allem dann zu spüren, wenn sich ihre Wohnbedarfe ändern. Dann geht es zunächst um Art, Lage, Größe und Ausstattung der Wohnung – und dann um den Preis: Sind die erforderlichen oder gewünschten Merkmale überhaupt zu einer Miete zu bekommen, die sich der Haushalt leisten kann? Hierbei geht es vor allem um absolute Beträge.

    Das Bündnis für Wohnen der Landeshauptstadt Potsdam hat eine praktikable Definition des Begriffs erarbeitet: Unter der Maßgabe, dass eine Wohnung angemessen und bedarfsgerecht ist (z. B. die Größe dem Bedarf des Haushalts entspricht), ist die Bezahlbarkeit des Wohnens gefährdet, wenn dauerhaft:

    (a) mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens für das Wohnen (inkl. warmer und kalter Betriebskosten) aufgewendet werden muss;

    (b) nach Abzug der Warmmiete vom monatlichen Haushaltsbudget nicht mindestens ein definierter Mindestbetrag zur Lebensführung übrig bleibt.[1]

    Diese Definition klärt die Frage der Bezahlbarkeit für unterschiedlichste Einkommenssituationen, ob mit oder ohne Wohnberechtigungsschein. Und sie deckt sowohl den Neubau als auch den Wohnungsbestand ab, genauso wie bestehende und neu abgeschlossene Mietverträge.

     (2) Es braucht Wohnungsneubau, und zwar preisgünstig

    In vielen Städten fehlen schon allein mengenmäßig Wohnungen. Hier ist zusätzlicher zukunftsfähiger, bedarfsgerechter und bezahlbarer Neubau gefragt. Um bauen zu können, braucht es zunächst einmal Bauland. Gerade wenn eigene Baulandreserven bestehen, können die Kommunen aktiv die Preise dämpfen, z.B. über die sogenannten Konzeptvergaben. Selbstverständlich spielen auch die Art und der Bau des Gebäudes an sich eine zentrale Rolle. Wichtig sind die bedarfsgerechte Planung von Ausstattung, Haustechnik und Grundrissen und deren Zukunftsfähigkeit. Auch serielles Bauen kann dazu beitragen, dass die Kosten für Neubau gedämpft und Wohnungen effizient errichtet werden. Auch müssen sich gute Standards und Bezahlbarkeit nicht ausschließen, allerdings wäre hierfür mehr Flexibilität seitens der entsprechenden DIN-Baunormen wünschenswert. Und schließlich braucht es mehr Wohnraumförderung. Diese muss für deutlich mehr bezahlbare Angebote sorgen, vor allem für die untersten Einkommensgruppen. Gerade die Kommunen benötigen dringend zusätzliche Sozialbindungen.

     (3) Bezahlbarkeit im Wohnungsbestand muss gesichert werden

    Doch nicht allein der Neubau ist relevant, zumal er ja nur einen geringen Teil des Wohnungsmarktes ausmacht. Daher muss der Wohnungsbestand in die Betrachtung einbezogen werden. Ein Großteil der bestehenden Wohnungen bietet bereits heute preisgünstigen und bezahlbaren Wohnraum. Diesen Bestand gilt es zu erhalten und zu sichern. Das bedeutet auch, diejenigen Anbieter zu stärken, die bereits heute bezahlbare Wohnangebote bereitstellen. Daneben sind möglichst viele Instrumente zu nutzen, die für bezahlbares Wohnen sorgen. Eine nachhaltige Förderpolitik mit sozialer Bindung von Wohnungen auch im Bestand (Stichworte wie mittelbare und flexible Sozialbindungen, Kooperationsverträge) gehört hier ebenso dazu wie beispielsweise eine effektive Bekämpfung von Zweckentfremdung. Auch weitere Ansatzpunkte, etwa eine Neuregelung der Untermiete und die Möglichkeit von Wohnungstausch, gehören dringend auf die Agenda.

     Akteurslandschaft auf der Anbieterseite weiterentwickeln

    Ob Bezahlbarkeit im Neubau oder im Bestand: Hierfür werden auf der Anbieterseite Akteure benötigt, die gemeinwohlorientiert sind. Darunter fallen kommunale Wohnungsunternehmen, Genossenschaften oder bewirtschaftungsorientierte Bestandshalter mit moderater Mietenpolitik und langfristiger Perspektive etc. Der weit gefasste Begriff „gemeinwohlorientiert“ ist also bewusst gewählt, um möglichst viele Anbieter für diese wichtige Aufgabe gewinnen zu können: Alles, was solche Akteure im Wohnungsmarkt stärkt, hilft!

    Das schließt auch neue Akteure ein: Die Gründung von neuen kommunalen Wohnungsunternehmen ist dabei ebenso ein Thema, wie auch von bürgergetragenen Genossenschaften oder Unternehmen in anderen Rechtsformen (z.B. die Nestbau AG in Tübingen). Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Erfolgsmodell des Mietshäuser-Syndikats, einer nichtkommerziellen kooperativen Beteiligungsgesellschaft.  Das Modell besticht durch eine rechtliche Konstruktion, die dauerhaft moderate Mieten mit einer faktischen Unverkäuflichkeit des Mietobjekts kombiniert.

    Auch Stiftungen können zu nachhaltigen Bestandshaltern werden. Stiftungen sind für die Wahrnehmung ihres Stiftungszwecks darauf angewiesen, ihren Kapitalstock ertragsorientiert und gleichzeitig möglichst sicher anzulegen. Im derzeitigen Zinsumfeld erweist sich dies oft als schwierig, also Anlageformen mit einer stabilen auskömmlichen Rendite besonders gesucht. Das sogenannte Mission Investment kombiniert eine vergleichsweise stabile Anlage für das Stiftungskapital mit einer gemeinwohlorientierten Bewirtschaftung, die auskömmliche Renditen zugunsten des eigentlichen Stiftungszwecks ermöglicht.

    Auch die gewerbliche Wirtschaft kann sich einbringen: Gute Beispiele zeigen bundesweit, dass die Wohnungsversorgung durch den Arbeitgeber wieder zunehmend einer Rolle spielt  („Wirtschaft macht Wohnen“).

    Radikal oder Pragmatisch? „Aktion 20 %“: Eine Offensive für soziales Wohnen

    Den dramatisch abschmelzenden Sozialbindungen muss energisch etwas entgegengesetzt werden. Deutschland ist auf einen stabilen Sockel von langfristig gebundenen Sozialwohnungen angewiesen. Um das zu erreichen müssten bei allen Neubauten von Geschosswohnungen im Land Sozialbindungen geschaffen werden. Eine radikale, aber pragmatische Herangehensweise wäre, dass der Anteil auf 20 Prozent der Wohnfläche festgelegt wird. Dies erscheint zumutbar und würde, wenn es bei allen Neubauten erfolgt, einen enormen Mengeneffekt bewirken. Nicht nur dort, wo schon heute über einen Bebauungsplan solche Vorgaben verbindlich gemacht werden können, würde eine solche Regelung greifen, sondern auch bei der viel größeren Zahl neu gebauter Mehrfamilienhäuser in den sogenannten §34er-Gebieten.

    Für diese verbindliche Vorgabe müssten die gesetzlichen Grundlagen angepasst werden. Auch dort, wo Eigentumswohnungen gebaut werden, sind diese 20 Prozent als gebundene Mietwohnungen eingemischt zu realisieren – ggf. in Partnerschaft mit örtlichen gemeinwohlorientierten Wohnungsunternehmen. Dies unterstützt die Bezahlbarkeit des Wohnens insgesamt und die soziale Mischung.

    Dem ist entgegenzusetzen, dass nicht überall im Land Sozialwohnungen und ‑bindungen benötigt werden. Daher wäre ein Mechanismus sinnvoll, durch den diese Bindungen ausgesetzt, aber bei Bedarf durch die Kommune wieder aktiviert werden können. Beispiele wie das „Potsdamer Modell“ zeigen, wie dies flexibel gehandhabt werden kann und Sozialbindungen bedarfsgerecht zum Einsatz kommen.

    „Aktion 20 %“: Eine solche Offensive für soziales Wohnen könnte nur mit einer nachhaltigen und langfristigen Finanzierung funktionieren. Keinesfalls sollte hier mittels massenhafter direkter Zuschüsse ein Strohfeuer ausgelöst werden, das Akteure mit überhöhten Renditeerwartungen anlockt. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die (zumeist darlehensbasierte) Wohnraumförderung der Länder bei moderaten Renditeerwartungen bereits heute auskömmlich ist. Gleichwohl würden erhebliche Finanzmittel benötigt, um den gewünschten breiten Effekt zu erreichen. Daher müsste der Bund diese Aktion mit der fortgesetzten Zahlung zweckgebundener Kompensationsmitteln oder einer anderweitigen finanziellen Beteiligung unterstützen.

    Wohnungsthemen sind ein Bildungsauftrag!

    Die Funktionszusammenhänge am Wohnungsmarkt sind komplex. Gleichzeitig ist das Thema Wohnen wichtig und betrifft fast jeden Menschen direkt oder indirekt. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und damit ein wichtiges Versorgungsgut. Gerade auf der kommunalen Ebene entfaltet es große Bedeutung. Umso wichtiger ist es, das Wissen um die Prozesse und Wirkungsweisen des Wohnungsmarktes systematisch auszubauen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung setzt sich daher in einer Veranstaltungsreihe mit dem Thema "Bezahlbares Wohnen - Quartierpolitik für mehr Lebensqualität und Chancengleichheit" auseinander. An verschiedenen Orten in der Bundesrepublik Deutschland diskutieren kommunale Praktiker_innen mit Expert_innen und der Politik über die konkreten Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten vor Ort.

     

    Lena Abstiens, Mitarbeiterin der RegioKontext GmbH.

    Arnt von Bodelschwingh, Geschäftsführer der RegioKontext GmbH.

     

     

     

    [1] Die Potsdamer Definition benennt die folgenden Beträge, die sich aus den Einkommensgrenzen des WoFG ableitet: Ein-Personen-Haushalt 670 Euro; zwei Personen: 1.005 Euro, drei Personen: 1.234 Euro ; vier Personen: 1.463 Euro.

  • Video-Interviews

    Was ist los am deutschen Wohnungsmarkt?

    "Der deutsche Wohnungsmarkt ist zweigeteilt. [...] Es gibt gesamte Landstriche in Deutschland, die verzeichnen Schrumpfung und Abwanderung und Leerstand. Auf der anderen Seite sehen wir gerade in den (Universitäts-)Städten und Metropolregion einen erheblichen Zuwachs an Bevölkerung. Das führt zu einer erheblich größeren Nachfrage am Wohnungsmarkt. [...] Jetzt diskutieren wir die Wohnungsfrage als eine essentielle Frage der Versorgung, der Grundbedürfnisse und der Frage, wie eigentlich eine Gesellschaft gerade in diesen städtischen Gebieten aussehen soll."

    Wie können Kommunen für bezahlbaren Wohnraum sorgen?

    "Die Städte haben die Möglichkeit auf den Wohnungsmarkt Einfluss zu nehmen. [...] Sie haben z.B. die Option, über kommunale Wohnungsunternehmen bestimmte Wohnungsangebote vorzuhalten auch vielleicht zusätzliche zu schaffen, weil sie als Gesellschafter den entsprechenden Einfluss haben. [...] Sie können auch über die bauordnungsrechtlichen Instrumente Einfluss auf das nehmen, was am Wohnungsmarkt passiert, was neu gebaut wird. [...]"

    Die Idee des sozialen Wohnungsbaus - Schnee von gestern?

    "Sozialer Wohnungsbau ist aktueller als viele Jahre zuvor. Wir haben dringenden Bedarf an Sozialwohnungen, da wir in den vergangenen Jahren viele dieser sozial gebundenen Wohnungen verloren haben, sie sind heute frei  vermietbar. Damit haben Menschen mit geringem Einkommen keinen Zugang mehr.

    Wir reden bei sozialem Wohnungsbau heute über neue Konzepte: Wir bauen nicht mehr  potentielle Brennpunkte, sondern wir bauen Wohnsituationen, bei denen der soziale Wohnungsbau beigemischt ist. Dort wird Mischung beim Neubau mitgedacht und umgesetzt."

    Was hilft Kommunen, bezahlbaren Wohnraum sicherzustellen?

    "Die Kommune muss sich klar werden, dass sie das Problem nicht allein aus eigener Kraft lösen kann. Sie kann nicht selber bauen.

    Die Kommune muss

    1. herausfinden: Was ist an meinem Wohnungsmarkt los? Defizite? Eigentümer-Situation?

    2. entscheiden, mit welchen Instrumente sie das Problem angehen will und dann

    3. die geeigneten Partner suchen.

    Das geht nicht schnell. Von der Grundstücksbeschaffung bis zum Einzug vergehen 3-4 Jahre. Umso wichtiger ist es, damit bald anzufangen!

    Was haben Geflüchtete und bezahlbares Wohnen miteinander zu tun?

    "Die Situation der Flüchtlinge hat natürlich die Lage auf dem Wohnungsmarkt und die Lage der Kommunen stark beeinflusst. Zum Einen waren die Kommunen in der Pflicht, diese Menschen sehr schnell unterzubringen. Das hat erst mal zu vielen Provisorien geführt. Das Ganze war stärker spürbar in den Städten [...].

    Das andere ist, dass diese Menschen, spätestens wenn sie einen Status haben (Anerkennung oder subsidiärer Schutz) oder gegebenenfalls schon vorher, als Nachfrager nach passenden, preiswerten Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt auftreten, ganz normal wie jeder andere Haushalt auch. Damit steigt die Nachfrage insgesamt am Wohnungsmarkt. Gerade in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt kann die Antwort nur heißen: Wir brauchen mehr Sozialwohnungen."

Aktuelle Veranstaltungen

Dienstag, 03.07.18 - München, The Lovelace

Eigene vier Wände gesucht! Junges Wohnen in München

WOHN|UTOPIA

Immer mehr Azubis und Studierende ziehen aufgrund ihres Ausbildungsbeginns nach München. Die Mieten steigen hier in den letzten Jahren rapide an - bezahlbare Wohnungen für junge Menschen...


Mittwoch, 04.07.18 - München, BayernForum

Wohnformen der Zukunft: In tiny houses, auf Rädern, über Parkplätzen?

WOHN|UTOPIA

Kreative Köpfe entwickeln neue Wohnformen als Antwort auf den Wohnraummangel: Auf engem Raum und auf Rädern, naturverbunden im Baumhaus oder Parkplätze überbauend, wie beim Modellprojekt am...


Sonntag, 08.07.18 - München, Ostbahnhof

Nachverdichtung in Au-Haidhausen - Luxuswohnung vs. bezahlbarer Wohnraum

WOHN|UTOPIA

München wächst. Bis 2022 wird es die 1,7 Millionen Einwohnermarke erreicht haben. Die verfügbare Fläche für die dringend benötigten Wohnungen wird knapp und der Verdrängungsdruck auf dem...


Freitag, 13.07.18 - München, Neues Rottman Kino

Sozial, nachhaltig, ökologisch: Urbane Lebensqualität im Quartier

WOHN|UTOPIA

In einer Großstadt wie München ein Haus bauen? Klingt utopisch. Sich gegen Wohnraumspekulation zusammenschließen? Klingt stressig. Neue Konzepte für mehr Gemeinschaftsgefühl, Ökologie und...


Aktuelle Publikationen

Shaping urban change and promoting sustainable mobility

Bonn

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Groß, Michael; Hellweg, Uli

Building culture - key to better urban and rural quality of life

Bonn

Publikation herunterladen


Abstiens, Lena; Bormann, René; Bodelschwingh, Arnt von

Zukunft der Wohnraumförderung

Gemeinwohlorientierung und Bezahlbarkeit am Wohnungsmarkt
Bonn

Publikation herunterladen (400 KB, PDF-File)


Bormann, René; Christmann, Antje; Groß, Michael

Das Programm soziale Stadt weiterentwickeln

an aktuelle Herausforderungen anpassen und präventiv gestalten
Bonn

Publikation herunterladen


Energie- und Klimapolitik für eine nachhaltige Stadtentwicklung

Bonn

Publikation herunterladen (65 KB, PDF-File)


Rückblicke

Freitag, 09.03.18 17:00 bis Dienstag, 20.03.18 17:00 - Dortmund | Kommunalpolitik | Wohnraum | Rückblicke

Exkursion zum Phoenix-See in Dortmund beim Seminar "Kommunale Strategien für bezahlbaren Wohnraum entwickeln"

Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware in deutschen Städten. Welche Strategien und Instrumente Kommunen zur Verfügung stehen, um eine aktive...


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28.11.2017 | Kommunalpolitik | Wohnraum | Rückblicke

Kommunale Strategien für bezahlbares Wohnen - Perpektiven aus Deutschland und Österreich

Vom 9. bis 11. November 2017 trafen sich 30 Kommunalpolitikerinnen und -politiker aus Deutschland und Österreich in München um über die "Anforderungen...


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Montag, 09.10.17 22:00 - Gelsenkirchen | Wohnraum | Rückblicke

Schöner Leben in Gelsenkirchen

Eine Veranstaltung zur Quartiersentwicklung in Gelsenkirchen

Wie kann Quatiersentwicklung gelingen? Welche Herausforderungen stellen sich für die...


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Die kommunalpolitischen Angebote der FES

Kommunalakademie Baden-Württemberg

Informationen zur Arbeit der Kommunalakademie Baden-Württemberg finden Sie hier.

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Kommunalakademie Bayern

Informationen zur Arbeit der Kommunalakademie Bayern finden Sie hier.

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Regionalbüro Hessen

Informationan zur Arbeit des Regionalbüros Hessen finden Sie hier.

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Kommunalakademie Ost

Informationen zur Arbeit der Kommunalakademie Ost finden Sie hier.

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Erfolgreich engagiert in Norddeutschland

Handwerkszeug für politisch Aktive und ehrenamtlich Engagierte in Norddeutschland hier.

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Regionalbüro Rheinland-Pfalz

Informationen zur Arbeit des Regionalbüros Rheinland-Pfalz finden Sie hier.

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Kommunalakademie NRW

Veranstaltungen der Kommunalakademie Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.

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OnlineAkademie

Politische Bildung online

Lernen, verstehen, mitdiskutieren - darum geht's bei der OnlineAkademie: Selbststudium, Webinare, eLearning-Kurse, Wissenssnacks, Lehrmaterial online.

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Themenportal Jugend

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Landesbüro NRW

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