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FES / AdsD / Download-Angebote / Weimarer Republik - Tondokumente

Tondokumente aus der Zeit der Weimarer Republik

Philipp Scheidemann ruft am 9.11.1918 die Republik aus

Am 9. November 1918 war der Erste Weltkrieg zu Ende – das Deutsche Reich hatte kapituliert, die Repräsentanten der alten Ordnung mussten abtreten. An diesem Tag rief Philipp Scheidemann die erste deutsche Republik aus. Mit den Worten: „[D]ie Monarchie ist zusammengebrochen, es lebe das Neue, es lebe die deutsche Republik!“ beendete er endgültig die Monarchie in Deutschland. Nur zwei Stunden später rief Karl Liebknecht die „freie sozialistische Republik aus“, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Wortlaut der Rede
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Friedrich Ebert am 21.8.1919 nach seiner Vereidigung zum Reichspräsidenten

Friedrich Ebert war das erste demokratische gewählte Staatsoberhaupt Deutschlands. Er stand für die Werte der Sozialdemokratie: Freiheit, Demokratie, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit, die allesamt Eingang in die neue, republikanische Verfassung gefunden hatten. Dies machte Ebert auch in seiner Rede vor den Reichstagsabgeordneten nach seiner Wahl zum Reichspräsidenten am 21. August 1919 deutlich. „Ihr Vertrauen wird mir die Kraft geben, immer der Erste zu sein, wenn es gilt, Bekenntnis und Zeugnis abzulegen für den neuen Lebensgrundsatz des deutschen Volkes, für Freiheit, Recht und soziale Wohlfahrt.“

Wortlaut der Rede
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Marie Juchacz 1928

Marie Juchacz, Gründerin der Arbeiterwohlfahrt und Frauenrechtlerin, sprach 1928 über die Bedeutung des Frauenwahlrechts, durch dessen Einführung sie selbst 1919 in die Weimarer Nationalversammlung einziehen konnte und bis 1933 Reichstagsabgeordnete blieb. Durch die Industrialisierung und auch durch den Ersten Weltkrieg hatte sich die Rolle der Frau in der Gesellschaft verändert – vor allem für die vielen berufstätigen Arbeiterinnen. Für die Herausforderungen, die diese Entwicklung für den Sozialstaat bereithielt, sah Juchacz ihre eigene Partei in der Pflicht: „Vorbehaltlos, ganz im Interesse der Arbeiterklasse kann nur die Partei der Arbeiter wirken. Das ist die Sozialdemokratie.“

Wortlaut der Rede
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Carl Severing zur Reichstagswahl am 20.5.1928

Aus der Reichstagswahl am 20. Mai 1928 ging die SPD als klare Gewinnerin hervor und konnte gemeinsam mit dem Zentrum, der DDP, der DVP und der BVP die Regierung bilden. Carl Severing, bisher Innenminister des Landes Preußen, nahm diese Stellung nach der Wahl auch im Reich ein. In einer Rede zur Wahl stellte er die Errungenschaften der demokratisierten Polizei im Gegensatz zu der obrigkeitsstaatlichen des Kaiserreichs heraus: „Im alten Obrigkeitsstaat wurde der Polizeibeamte zum Bürgerschreck gedrillt. […]Heute wird ihm zur Pflicht gemacht, dem Staatsbürger als Helfer und Kamerad zur Seite zu stehen.“ – Eine Entwicklung, die Severing maßgeblich mit organisiert hatte.

Wortlaut der Rede
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Artur Crispien zur Reichstagswahl am 20.5.1928

Auch Arthur Crispien nahm die Reichstagswahl 1928 zum Anlass für eine Rede. Ihm ging es dabei vor allem darum, die Leistungen der Arbeiterschaft für die Republik herauszustellen: Wiederaufbau, Niederschlagung von Putschversuchen, Stabilisierung der Reichsmark und einiges mehr. Gleichzeitig warnte er vor den Gefahren für die Ziele und Leistungen der Arbeiterschaft durch die Kapitalisten. Lob und Warnung bündelte er in der Gegenüberstellung: „Das Evangelium der Kapitalisten heißt: Blut und Eisen, die Parole der Sozialdemokratie: Friede und Arbeit, Brot und Freiheit.“

Wortlaut der Rede
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Hermann Müller zur Reichstagswahl am 20.5.1928

Hermann Müller wurde durch die Wahl 1928 zum zweiten Mal Reichskanzler, anders als 1920 aber in einer Großen Koalition aus SPD, Zentrum, DDP, DVP und BVP. Auch er hielt anlässlich der Wahl eine Rede, in der er die Notwendigkeit der republikanisch-demokratischen Staatsform betonte und gleichzeitig dazu aufrief, die Sozialdemokratie zu unterstützen, da nur ein starker und breit angelegter Rückhalt für diese die Republik erhalten könne, denn: „Die republikanische Verfassung ist nur ein Stück Papier, wenn hinter ihr nicht die Heere der Republikaner stehen.“

Wortlaut der Rede
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Paul Löbe zur Reichstagswahl am 14.9.1930

In einer Rede im Vorfeld der Reichstagswahl am 14. September 1930, in deren Ergebnis die NSDAP einen rasanten Aufstieg verzeichnen konnte, brachte Reichstagspräsident Paul Löbe die Lage in Deutschland auf den Punkt: „Überall brodelt es, gärt es, kocht es über.“ Die Weltwirtschaftskrise hatte auch Deutschland hart getroffen, ihre Folgen spiegelten sich in Gesellschaft und Politik. Nach der Etablierung des ersten Präsidialkabinetts unter Heinrich Brüning im März 1930 sah Löbe in der SPD die einzige Möglichkeit für die Wähler, „[d]amit an Stelle von Knechtschaft und Ausbeutung von Not und Elend eine bessere Gesellschaftsordnung tritt, die jedem der ehrlich arbeitet ein Stück vom Glück der Erde gewährt.“

Wortlaut der Rede
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Kurt Schumacher am 23.2.1932 in der Reichstagsdebatte

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion nutzte am Ende der Weimarer Republik immer wieder die Plenumssitzungen als öffentlichkeitswirksame Möglichkeit, sich gegen den aufstrebenden Nationalsozialismus zu stellen. So verteidigte Kurt Schumacher am 23. Februar 1932 die Fraktion gegen von Joseph Goebbels vorgebrachte Vorwürfe. „Die ganze nationalsozialistische Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund im Menschen.“ Mit diesem Satz seiner Rede machte Schumacher ein knappes Jahr vor der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler deutlich, dass die SPD den Aufstieg der Nationalsozialisten nicht einfach so hinnehmen werde.

Wortlaut der Rede
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Otto Wels Reichstagsrede am 23.3.1933 gegen das Ermächtigungsgesetz

Mit Otto Wels hielt ein Sozialdemokrat am 23. März 1933 die letzte freie Rede vor dem Reichstag. Sie richtete sich gegen das später in der Reichstagssitzung von allen Fraktionen außer der SPD angenommene "Ermächtigungsgesetz", womit Otto Wels ein letztes Mal vor dem endgültigen Zusammenbruch der deutschen Demokratie für die Freiheit und die Verfassung eintrat. Dass das Unheil nicht mehr abzuwenden war, war im genauso klar wie die Konsequenzen, die die Ablehnung des "Ermächtigungsgesetzes" durch die SPD für ihre Mitglieder mit sich bringen würde, weshalb er den neuen Machthabern entgegenhielt: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“

Wortlaut der Rede
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