Angemessene Verschuldung

Schulden sind besser als ihr Ruf. Die Aufnahme von Schulden ist ein wichtiger Weg, über den Staaten zusätzliche Finanzmittel für öffentliche Investitionen, zum Beispiel in die Infrastruktur, in Bildung, die Digitalisierung, den sozialen Wohnungsbau oder auch in Maßnahmen gegen den Klimawandel aufnehmen können, die sich langfristig für alle auszahlen. Zudem kann der Staat mit dem Rückgriff auf das Verschuldungsinstrument die Wirtschaftsentwicklung in Krisenzeiten stabilisieren und damit einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern.

 

Schulden aufzunehmen eröffnet Staaten demnach einen zusätzlichen finanzpolitischen Handlungsspielraum, den es gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in angemessener Weise zu nutzen gilt. Zugleich muss aber auch sichergestellt werden, dass die Schuldenaufnahme längerfristig tragbar bzw. nachhaltig ist. So wie ein zu geringer Rückgriff auf das Verschuldungsinstrument schlecht wäre, weil dann wichtige öffentliche Investitionen unterbleiben, so wäre auch eine zu starke Schuldenaufnahme problematisch. 

 

Die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen lässt sich jedoch nicht alleine mittels einer oder einiger weniger Kennzahlen messen. Vielmehr spielt hier eine Vielzahl an Faktoren eine Rolle. Selbst bei gleichem Verschuldungsstand kann die Antwort auf die Frage nach der Nachhaltigkeit der Staatfinanzen von Land zu Land unterschiedlich ausfallen. Dies zeigt sich nicht nur bei einem Vergleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Daher müssen Verschuldungsregeln, wenn sie zu starr und zu eng sind, reformiert werden, beispielsweise auf deutscher und europäischer Ebene.  

Das Bild zeigt ein Portraitfoto von Anabel Bilabo, mit der das Interview geführt wurde.

Jugendstudie aus Lateinamerika | Juventudes: asignatura pendiente

22.12.2025 Interview
14 Länder Lateinamerikas mit ca. 21.000 junge Menschen und ihre Einstellungen zu Demokratie, sozialer Gerechtigkeit, Feminismus, Umweltgerechtigkeit sowie Umverteilung von Reichtum. Herausgekommen ist die größte und repräsentativste Umfrage der...
weitere Informationen
 
Haddad, Luiz Lula da Silva, Friedrich Merz und Lars Klingbeil reichen sich die Hände

Let’s dance

13.01.2026
Demokratie und Menschenrechte spielen für die USA in Lateinamerika nicht einmal vordergründig eine Rolle. Ein Interview mit Ingrid Ross, Leiterin des Referats Lateinamerika und Karibik der Friedrich-Ebert-Stiftung.
weitere Informationen
 
Silhouetten der Hauptgebäude der EU & des MERCOSUR mit zwei stilisierten Händen

EU-MERCOSUR-Abkommen: eine strategische Analyse aus der Perspektive des MERCOSUR

15.04.2026 Publikation
30 Jahre verhandelten lateinamerikanische Staaten des MERCOSUR und die EU eine Grundlage für ihre wirtschaftlichen, politischen und kooperativen Beziehungen. Bis zuletzt wurde über die Bedingungen des Handelsabkommens gerungen.
weitere Informationen
 
Screenshot der Erbschaftsteueruhr der FES

Die Erbschaftsteueruhr – weil Erben verpflichtet!

Jedes Jahr gehen in Deutschland 8,8 Milliarden Euro an Steuereinnahmen verloren, weil Überreiche bei Erbschaften und Schenkungen massiv begünstigt werden. Wie kann die Steuer gerechter gestaltet werden, damit alle profitieren?
weitere Informationen
 
Die honduranische Präsidentin Xiomara Castro winkt während der Vereidigungszeremonie für den kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro in Bogotá, Kolumbien, am 7. August 2022.

Der große Versuch: Die Regierung von LIBRE in Honduras (2022–2026)

26.05.2026 Publikation
Eine Wahlniederlage im November 2025 endete abrupt die Regierungszeit der Partei Libertad y Refundación (LIBRE) in Honduras und damit auch vorläufig das Projekt eines demokratischen Sozialismus. Diese Publikation untersucht Erfolge und unerfüllte...
weitere Informationen
 
Auschnitt aus einem glitzerndem Karnevalskostüm

Da geht noch was

04.06.2026 Demokratie und Gesellschaft
Europas neue Mittelmacht-Allianz? Im Trump-Zeitalter wird Lateinamerika strategisch wichtiger denn je, schreibt Ingrid Ross und Sebastian Sperling in einem IPG-Artikel.
weitere Informationen
 

Venezuela – Wie der neue Alltag ohne Maduro aussieht

05.06.2026
Anja Dagartz, Leiterin des FES-Büros in Venezuela, im Interview mit dem Deutschlandfunk zur Situation in Venezuela, 4 Monate nach der völkerreechtswidrigen Intervention und illegitimen Festnahme von Staatspräsident Maduro.
weitere Informationen
 
Abelardo de la Espriella spricht in kämpferischer Haltung, bekleidet mit dem Trikot der nationalen Fußballmannschaft

Schlägt die harte Hand zu?

19.06.2026
Kolumbien wählt nicht nur einen Präsidenten. Das Land steht vor der Entscheidung zwischen autoritärer Härte und politischer Integration. Ein Beitrag von Oliver Üllenberg, Büroleiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kolumbien.
weitere Informationen
 
Das Bild zeigt ein Portrait von Daniel Mann, FES-Projektleiter in Zentralamerika

Honduras unter Xiomara Castro | Das Scheitern eines progressiven Projekts?

23.06.2026 Interview, Demokratie
Ex-Präsidentin Xiomara Castro scheiterte Ende 2025 mit ihrem Projekt, ihren Weg eines demokratischen Sozialismus in Honduras fortzusetzen. Was hat sie dennoch erreicht? Ein Interview mit Daniel Mann, Projektleiter in Zentralamerika.
weitere Informationen
 
Ein blauer Globus im Strichzeichungsstil mit zwei Pfeilen, die ihn im Kreis umschließen auf rosa Grund.

Veranstaltungshinweis: Wie sehen uns die Anderen? Lateinamerikas Blick auf Europa und die Welt

Montag, 06.07.26 12:00 bis 13:00 Online Online-Diskussion
Trumps Außenpolitik verändert das transatlantische Verhältnis und zwingt Europa, den Schulterschluss mit anderen Mittelmächten zu suchen. Diese Mittelmächte befinden sich auch in Lateinamerika. Doch wie blickt man von dort aus derzeit auf Europa?...
weitere Informationen
 
nach oben