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Digitale Lernformate eröffnen neue didaktische Spielräume. Ob Selbstlernmodule, Blended Learning oder interaktive Kurse – E-Learning bietet Bildner:innen vielfältige Möglichkeiten, Lernprozesse zeitgemäß zu konzipieren und umzusetzen.
Unter E-Learning, kurz für Electronic Learning, versteht man allgemein alle Formen des Lernens, bei denen elektronische oder digitale Medien/Technologien zur Unterstützung von Lernprozessen zum Einsatz kommen. Dazu gehören unter anderem interaktive Multimedia-Inhalte, Webinare und Online-Veranstaltungen, virtuelle Klassenzimmer oder Online-Kurse auf Lernmanagementsystemen (LMS).
In Online-Kursen werden über sogenannte virtuelle Lernplattformen, wie moodle, Bildungsinhalte digital bereitgestellt, die von Lernenden ganz einfach orts- und zeitunabhängig genutzt werden können. Darin lassen sich komplexe Themen einfach und verständlich in kleinen, in sich geschlossenen Lerneinheiten zu den verschiedensten Themen und für unterschiedliche Zielgruppen vermitteln. Die Kurse können je nach Zielen mit verschiedenen Medien wie Texten, Videos, Audios oder Grafiken ausgestattet und mit Übungen, Aufgaben und interaktiven Elementen wie Multiple Choice-Fragen, Quizze, Lückentexte ansprechend gestaltet werden. In Online-Kursen wird dafür häufig die Software H5P gebraucht. Die sogenannten H5Ps (kurz für HTML5 Package) ist eine quelloffene, freie Software zum Erstellen von multimedialen Inhalten.
In der kostenlosen Open-Source-Lernplattform moodle können Online-Kurse datenschutzkonform erstellt, angeboten und verwaltet werden. Moodle ermöglicht die Bereitstellung von Online-Kursen, in denen Lernmaterialien, die Durchführung von Aufgaben, Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden sowie die Verfolgung von Lernfortschritten und einiges mehr stattfinden kann. Zudem können verschiedene interaktive Elemente – wie die sogenannten H5Ps – in moodle-Kurse eingebunden werden. Moodle bietet auch die Möglichkeit extern erstellte Kurse z.B. in Form einer Scorm-Datei einzubinden. Moodle stellt zudem regelmäßig kostenlos Updates bereit und ist damit immer auf dem neuesten Stand.
Es gibt verschiedene Arten von Online Kursen. Zwischen diesen kannst du dich je nach Zielgruppe und Ziel des Kurses entscheiden:
Selbstlernkurse bieten deinen Zielgruppen die Möglichkeit, selbstgesteuert zu lernen und zu entscheiden, wann und wo sie sich mit den Lerninhalten auseinandersetzen – orts- und zeitunabhängig. Es gibt keine Termine und je nach Angebot können sie selbst wählen, welche Themen für sie relevant sind und in welcher Reihenfolge sie diese bearbeiten.
Blended Learning-Angebote kombinieren Selbstlernanteile zur Wissensvermittlung oder Bearbeitung erster Aufgaben mit synchronen Einheiten die mit anderen zeitgleich online oder vor Ort stattfinden. In den synchronen Einheiten können die Lernenden Ergebnisse präsentieren, diskutieren, Inhalte vertiefen und wenden so das Gelernte an. Zentral ist der Austausch von Erfahrungen. Bei Blended-Learning-Angeboten kannst du je nach Konzept die Selbstlernanteile beliebig mit synchronen Einheiten kombinieren.
Du kannst die Lernplattform auch dafür nutzen Inhalte begleitend zu deiner Veranstaltung bereitzustellen, z.B. Programm, Materialien zum Einlesen im Vorfeld oder Handout, Präsentationen, vertiefende Materialien im Nachgang zu deiner Veranstaltung.
Gut konzipierte, zielgruppengerechte politische E-Learning-Angebote – egal ob zum Selbstlernen oder als Blended Learning – bieten eine tolle Möglichkeit Demokratiebildung inklusiv und ganz nach dem Geschmack und im Rhythmus deiner Zielgruppen zu gestalten. So kannst du mehr Menschen mit deinen Themen erreichen und sie für eine demokratische, vielfältige Gesellschaft sensibilisieren.
Erfahre in diesem Erklärfilm von Digitalia, was Selbstlernkurse sind und wie man sie in der politischen Bildung einsetzen kann.
Selbstlernkurse: Flexibel, ortsunabhängig und im eigenen Tempo – Lernen mit Digitalia
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Flexibel, individuell und gerecht: Online-Kurse ermöglichen es Lernenden, in ihrem eigenen Tempo zu lernen und Inhalte zu erarbeiten – unabhängig von Ort und Zeit. Lernwege können je nach Vorwissen der Teilnehmenden individuell zugeschnitten werden. Das sorgt für einen gerechteren Zugang zu Bildung, denn es ermöglicht immer mehr Menschen trotz familiärer und beruflicher Verpflichtungen, fehlender finanzieller Ressourcen oder unterschiedlicher Wissensstände Bildungsangebote wahrzunehmen.
Gut zugänglich und barrierearm: Online-Kurse sind oft über verschiedene Geräte wie Computer, Tablets und Smartphones zugänglich und bieten viele Möglichkeiten für eine barrierearme Gestaltung. Das erleichtert den Zugang und das Lernen.
Interaktiv und nachhaltig: Mit dem Einsatz sinnvoller interaktiver Elemente und Übungen regen Online-Kurse zur Interaktion an, sodass das Erlernte auch nachhaltig in den Köpfen der Zielgruppen verankert werden kann.
Kosteneffizienz: Die Inhalte stehen langfristig für eine unbegrenzte Anzahl an Teilnehmenden zur Verfügung und müssen nicht immer wieder auf's Neue durch Workshops vermittelt werden. Reise- und Unterkunftskosten entfallen. Einmal erstellt, lassen sich die Inhalte zudem leicht und meist kostengünstig anpassen. Das spart Kosten und ist zudem nachhaltig.
Gerade bei Online-Kursen, die teilweise oder ganz im Selbstlernmodus durchlaufen werden, gilt es die Teilnehmenden zu motivieren. Die folgenden fünf Tipps helfen dir dabei, bedarfsgerechte und motivierende Online-Kurse für deine Zielgruppen zu gestalten.
Nichts ist unattraktiver als Inhalte, die deine Zielgruppe überhaupt nicht interessieren und von denen sie, weil sie zu umfangreich sind, überrollt werden. Beachte deshalb die Relevanz des Themas für deine Zielgruppen. Folgende Fragen helfen dir dabei auf das Wesentliche zu fokussieren:
Was ist spannend am Thema für deine Zielgruppe? Welchen Nutzen hat die Zielgruppe von deinem Angebot? Welche Kompetenzen sollen deiner Zielgruppe vermittelt werden? Was sollen sie am Ende können? Geht es um den reinen Wissenserwerb, sollen sie das Wissen auch anwenden können oder daraus neue Ideen generieren? Welches Vorwissen und wieviel Zeit bringt deine Zielgruppe mit?
Leite daraus ab, auf welche Aspekte des Themas und welche Inhalte du fokussierst. Denke dabei immer daran: Online ist die Aufmerksamkeitsspanne geringer und Weniger ist oft mehr.
Wähle die Art des Online-Kurses und das Kursdesign abgestimmt auf die Bedarfe der Zielgruppe und die Lernziele deines Kurses aus. Sollen die Teilnehmenden einen reinen Selbstlernkurs durchlaufen oder zwischendurch in Austausch mit anderen Teilnehmenden treten können (Blended Learning)? Sollen sie den Kurs Schritt für Schritt durchlaufen (Pfadmodell) oder sollen sie wählen können, mit welchem Thema sie den Kurs starten (thematisches Modell).
Zeit ist ein rares Gut und das gilt auch fürs Lernen! Microlearning bietet hier die Lösung und ermöglicht die Vermittlung von Wissen in kurzen, aber effektiven Lerneinheiten. Strukturiere deine digitalen Lerninhalte deshalb sinnvoll, damit sich deine Nutzenden gut zurechtfinden. Gehe dabei wie folgt vor:
Teile die passenden Lerninhalte in unterschiedliche Lerneinheiten (Kapitel) auf, die jeweils eine klare Hauptbotschaft haben und auf die Vermittlung bestimmter Kompetenzen fokussieren. Vermittle innerhalb der Lerneinheiten das Wissen und die Kompetenzen in kleinen, appetitlichen und leicht verdaulichen Lern-Häppchen (Chunks), die Lust auf mehr machen. Fasse dabei die Informationen möglichst kurz und prägnant zusammen. Bereite die Informationen dann ansprechend und multimedial mit Texten, Grafiken, Videos und Audios angemessen auf.
Eines ist klar: Bei Online-Angeboten kommt es darauf an, die Aufmerksamkeit und Konzentration durch aktives Einbeziehen der Nutzenden aufrechtzuerhalten. Deshalb sollten deine Online-Kurse - wo möglich - interaktiv und beteiligungsorientiert gestaltet sein. Nutze dabei kurze Umfragen, klickbare Elemente, Lückentexte, kleine Übungen oder lasse Teilnehmende Inhalte in Foren reflektieren oder an eigenen Fragestellungen arbeiten. Überlege dir bei der Konzeption genau, welche Interaktionen du im Sinne deiner Ziele für den Erfolg deines Kurses einbauen kannst und achte auf einen guten Methodenmix.
Motivation ist alles – Gib deinen Nutzenden deshalb wo es möglich ist, positives Feedback für gelungene Übungen oder erfolgreich abgeschlossene Lerneinheiten. Der Einsatz von Avatar:innen, Checklisten zum Download oder sogenannte Badges und Zertifikaten für absolvierte Online-Kurse wirken positiv auf die Motivation.
Du möchtest tiefer in die Erstellung von Online-Kursen eintauchen und selbst Kurse für deine Zielgruppen erstellen? Dann nutze unsere Selbstlernkurse und erfahre wie´s geht. Hier findest du zudem weitere E-Learning-Kurse der FES.
Erfahre im Selbstlernkurs, wie du Teilnehmende in interaktiven Online Kursen beim Lernen motivieren kannst und erstelle im Kurs Schritt für Schritt ein Konzept für deinen eigenen Kurs.
Lerne im Selbstlernkurs, wie du deine komplexen Themen für Online Kurse auf das Wesentliche reduzieren und damit deine Zielgruppen besser erreichen kannst.
Erfahre im Selbstlernkurs, welche Aktivitäten und Materialien es in der Open-Source-Lernplattform gibt und wie du sie einsetzen kannst.
Lukas Meyer-Schwickerath