Integration

Annette Schlicht
030 26935-8304

Abteilung Analyse, Planung und Beratung
Referat Politische Beratung

Miteinander in Vielfalt

Wie gelingt ein Miteinander in Vielfalt? Dies ist die Leitfrage von Integrationspolitik. Denn moderne Gesellschaften sind – auch unabhängig von Einwanderung – religiös, politisch oder auch sozial vielfältig und geben Raum für ganz unterschiedliche Lebensentwürfe.

Diese Vielfalt birgt viele positive Potenziale, kann aber gleichzeitig auch zu Konflikten führen, die gelöst werden müssen. Integration verstehen wir als Prozess, der diese Konflikte konstruktiv löst und Potenziale zur Entfaltung bringt. In diesem Sinne setzt sich die Friedrich-Ebert-Stiftung für eine Integrationspolitik ein, die allen Menschen in Deutschland Teilhabe an dieser Gesellschaft ermöglicht.

Veranstaltungen zum Thema

  • Zusammenarbeit und Solidarität – das muss man großschreiben

    05.11.2026 Interview, Integrationspolitik
    Mitarbeiterin bei der Montage eines TV-Gerätes im Grundig-Werk Nürnberg 1997
    Die langjährige Betriebsrätin und Aktivistin Esin Citlak über erfolgreiche Arbeitskämpfe und respektvollen Umgang mit kleinen Unterschieden.

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  • Ohne sie wäre die Arbeitswelt eine andere

    29.10.2026 Interview, Integrationspolitik
    Türkische und jugoslawische Arbeiter bei einem Warnstreik der IG Metall bei BMW in Spandau 1982.
    Özge Karabulut, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall, über die Generation ihrer Großeltern und die Frage, warum Engagement wichtiger ist als Herkunft.

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  • Alles aus einer Hand

    22.10.2026 Publikation, Integrationspolitik
    Schild mit der Aufschrift "Herzlich Willkommen" in verschiedenen Sprachen
    Wie One-Stop-Shops Informationen und Unterstützung bündeln und das Ankommen in unseren Städten erleichtern.

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  • Die Zeit auf der Ersatzbank ist vorbei

    15.10.2026 Interview, Integrationspolitik
    Leere Spielerbank am Fußballplatz
    Vor 65 Jahren begann mit dem Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei eine gemeinsame Geschichte, die Menschen und Gesellschaften geprägt hat. Mit Serpil Midyatli blicken wir zurück und fragen nach ihrer Perspektive für die Zukunft.

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  • Gute Zeichen, schlechte Zeiten?

    12.10.2026 Migrationspolitik
    Nahaufnahme der Hände einer Frau vor einem Schild für #IMRF2026 im UN-Hauptquartier.
    Beim zweiten „International Migration Review Forum“ einigten sich Staaten auf Grundsätze für die globale Migrationspolitik. Doch wann ist der Preis für eine Einigung zu hoch und welche Schritte sind nun entscheidend?

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  • Deutschland sollte mehr bieten als Helferjobs ohne Perspektive

    08.10.2026 Rückblick, Migrationspolitik
    Icons auf lilfarbenem Untergrund: Mehrere Personen, ein Koffer und ein Globus
    Immer weniger EU-Bürger:innen kommen zum Arbeiten nach Deutschland. Gründe sind unter anderem Bürokratie, attraktivere Arbeitsmärkte in anderen EU-Staaten und Diskriminierung.

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  • Internationale Fachtagung: Leben – Arbeiten – Teilhaben. Yaşam – Çalışma – Katılım.

    Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik
    Türkische Arbeiterinnen in einer Fabrik
    Impulse aus 65 Jahren deutsch-türkischer Migrationsgeschichte

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  • Ankommen ermöglichen – Zusammenhalt stärken

    17.09.2026 Integrationspolitik, Migrationspolitik
    Wegweiser in einer Behörde
    Erfolgreiche Integrationspolitik ist eine Investition in die Funktionsfähigkeit unserer Städte und in gute Nachbarschaften.

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  • Ungerechtigkeit im Paket

    10.09.2026 Interview, Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik
    Logistikpark im Westen der Tschechischen Republik mit LKWs in Lagerhallen.
    Über prekäre Arbeitsbedingungen von Ukrainer:innen in der tschechischen Logistikbranche und die Rolle deutscher Unternehmen sprechen wir mit dem tschechischen Rechtsanwalt Martin Rozumek.

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  • Der nächste EU-Haushalt – und was er für die migrationspolitische Zusammenarbeit mit Afrika bedeutet

    03.09.2026 Migrationspolitik
    Flaggenreihe mit dem Symbol der EU vor dem Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel
    Die Diskussionen rund um den Mehrjährigen EU-Finanzrahmen 2028–2034 nehmen an Fahrt auf. Der Migrationszusammenarbeit mit Afrika könnte dieser Haushalt eine neue Form geben. Entsteht eine tatsächliche Partnerschaft oder lediglich neue Konditionalität...

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Beiträge zu Integrationspolitik

Damit die Ausbildung Geflüchteter gelingt

13.12.2021 Flucht, Migration, Integration, Integration
Ein neues Qualifizierungskonzept für Ausbildungsverantwortliche gibt Hilfestellung.
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Ohne sie geht nichts mehr

Publikation, Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik
Welchen Beitrag leisten Migrant_innen und Geflüchtete zur Sicherung der Arbeitskräftebedarfe in Fachkraftberufen in Deutschland? Antworten gibt die Studie auf Basis aktueller Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.
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Das Gründungspotenzial von Geflüchteten

16.11.2021 Publikation, Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik, Wirtschaft
Selbständigkeit als Weg zur Arbeitsmarktintegration? Co-Autor Dr. René Leicht gibt im Interview Einblick in die neu erschienene FES-Studie.
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Unser „Wunschzettel“ an die neue Bundesregierung

03.11.2021 Flucht, Migration, Integration, Integration
Welche Forderungen stellen Migrant_innen-Organisationen an eine zukünftige Bundesregierung? Hier die Sicht der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD).
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"Natürlich gehört ihr dazu!"

29.10.2021 Flucht, Migration, Integration, Integrationspolitik
Zum 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei sprechen wir mit dem Historiker Stefan Zeppenfeld über Hintergründe und Entwicklungen.
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Integrationspolitik im Fokus

Warum und was für ein Miteinander in Vielfalt?

Eine moderne Gesellschaft wie Deutschland ist vielfältig. Auch durch Einwanderung aus anderen Ländern wird die Vielfältigkeit Deutschlands ergänzt. Nachdem beispielsweise eine Generation von „Gastarbeiter_innen“ noch rein temporär willkommen war, sind ihre Kinder und Enkelkinder mittlerweile fester Bestandteil dieser Gesellschaft. Auch mit der Einwanderung von Spätaussiedler_innen aus den ehemaligen Gebieten der Sowjetunion hat die Bundesrepublik viel Erfahrung. In jüngster Zeit kommen vermehrt auch Einwanderinnen und Einwanderer aus der Europäischen Union, die ihr Recht auf Freizügigkeit wahrnehmen oder Menschen aus arabischen und afrikanischen Staaten, die vor Not und Gewalt fliehen und hier auf ein Leben in Sicherheit und mit Zukunftschancen hoffen.

Während manche bereits Kenntnisse der deutschen Sprache mitbringen oder Deutsch im Alltag ganz leicht lernen, brauchen einige spezielle Angebote zum Erlernen der Sprache. Auch haben viele bereits berufliche Qualifikationen, die in einer entwickelten Ökonomie wie in Deutschland dringend gebraucht werden. Andere wiederum benötigen Angebote für Weiterbildung und berufliche Qualifizierung.

Integration bedeutet dabei keine einseitige Anpassungsleistung von Eingewanderten oder anderen Angehörigen von Minderheiten, sondern muss als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ein wechselseitiger Prozess verstanden werden. Auf den Punkt gebracht: Wir brauchen keine Sonderprogramme für Migrant_innen oder Geflüchtete, sondern funktionierende Strukturen für alle.


In diesem Sinne braucht Deutschland eine Politik, ...

  • die unsere Gesellschaft zusammenhält und gegen Spaltungsversuche wirkt,
  • die dafür sorgt, dass jeder junge Mensch im Bildungssystem eine Chance hat – unabhängig vom Hintergrund der Eltern,
  • die den demografisch bedingten Arbeitskräftebedarf anerkennt und Lösungsstrategien (auch) in der Einwanderungsgesellschaft sieht
  • die die neue soziale Frage nach bezahlbarem Wohnraum in Großstädten löst – ohne Konkurrenz zwischen Alteingesessenen und Hinzukommenden zu verursachen,
  • die integrationspolitische Angebote vor Ort, in Städten, Dörfern und Landkreisen fördert.

Integration und Soziale Demokratie

Für die Soziale Demokratie entstehen somit im Bereich Integration einige Herausforderungen und Aufgaben, die speziell mit der Integration von Neubürger_innen in der Einwanderungsgesellschaft zu tun haben, aber auch solche, die unabhängig davon wirken. Die Soziale Demokratie basiert auf den Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Diese Grundwerte prägen dabei auch die integrationspolitischen Ansätze. Aus den Grundwerten ergibt sich für den Umgang mit kultureller Vielfalt ein klarer Kompass: Anerkennung und Teilhabe für alle, das gilt es zu sichern.

Teilhabe bedeutet, dass allen Menschen die Möglichkeiten und Chancen ihrer Gesellschaft tatsächlich offenstehen. Anerkennung bedeutet, dass Menschen in einem religiös und kulturell vielfältigen Gemeinwesen als Gleiche akzeptiert und behandelt werden. Fundament des Zusammenlebens ist das Grundgesetz. Es setzt Grenzen und bietet Raum für kulturelle Vielfalt. Die Soziale Demokratie widersetzt sich dabei Verständnissen einer ethnisch homogenen Abstammungsgemeinschaft, denn deutsch ist man nicht nur, deutsch kann man auch werden. Gleichzeitig erweitert und verändert sich der Inhalt dessen, was Deutschsein bedeutet. Das Ziel muss es sein, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Chancengleichheit und politische Teilhabe für alle zu gewährleisten und gesellschaftliche Ausgrenzung zu verhindern.

Je nach Qualifikationsprofil der Einwandernden gelingt es manchen besser als anderen, sich in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. EU-Binnenmigrant_innen haben freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt, kennen das Land oft bereits und haben damit erleichterte Startchancen. So leben mittlerweile fast 5 Millionen EU-Bürger_innen in Deutschland.

Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, haben es da im Durchschnitt schwerer. Oft bringen sie nicht ausreichend nachweisbare formale Qualifikationen für den deutschen Arbeitsmarkt mit. Dazu kommt bei vielen mit nur subsidiärem Schutz oder lediglich einer Duldung der unsichere Aufenthaltsstatus. Die Entwicklung einer längerfristigen Perspektive in formale und qualifizierte Beschäftigung zu kommen, wird hierdurch natürlich negativ beeinflusst.

Am einfachsten haben es sicherlich die Menschen, die – trotz eines bisher stark fragmentierten deutschen Einwanderungsrechts – direkt in den Arbeitsmarkt einwandern. Diese klassischen Arbeitsmigrant_innen sind heute oft hochqualifiziert und werden meist direkt von Arbeitgebern in Deutschland angeworben. Um diesen Zugang auszuweiten und in manchen Branchen dringend benötigte Fachkräfte verstärkt anzuwerben, hat die Bundesregierung 2019 das Fachkräfteeinwanderungsgesetz auf den Weg gebracht, das im März 2020 in Kraft getreten ist.

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