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Tobias Beylat
Schild mit der Aufschrift "Herzlich Willkommen" in verschiedenen Sprachen
Urheber: picture alliance / dpa | Federico Gambarini

Für neu zugewanderte Menschen ist der Zugang zu Informationen, Beratung und grundlegenden Dienstleistungen nach der Ankunft häufig mit erheblichen Hürden verbunden. Unterschiedliche Behörden und Organisationen bieten Unterstützungsleistungen an, die jedoch nicht immer ausreichend koordiniert sind. Das kann dazu führen, dass wichtige Angebote schwer auffindbar sind, Versorgungslücken entstehen oder Leistungen mehrfach erbracht werden. Gleichzeitig können Probleme, die frühzeitig gelöst werden könnten, langfristig komplexer und kostspieliger werden.

Eine mögliche Antwort auf diese Herausforderungen sind sogenannte One-Stop-Shops (OSS). Sie bündeln bzw. koordinieren verschiedene Unterstützungsangebote und schaffen damit einen leichter zugänglichen Einstieg in das lokale Integrationssystem. Durch eine engere Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Stellen und zivilgesellschaftlichen Organisationen können sie zudem dazu beitragen, Doppelstrukturen zu reduzieren, vorhandene Ressourcen effizienter einzusetzen und Unterstützungsbedarfe früher zu erkennen.

Was sind One-Stop-Shops?

Die Publikation „One-stop-shops: coordinating integration from day one“ untersucht unterschiedliche OSS-Modelle in europäischen Städten, darunter Düsseldorf, Stockholm und Oulu. Dabei werden verschiedene Organisations- und Governance-Strukturen sowie deren jeweilige Stärken und Herausforderungen betrachtet. Die Analyse zeigt, dass OSS einen praktischen Beitrag dazu leisten können, Integrationsangebote besser zu koordinieren und neu zugewanderten Menschen den Zugang zu Unterstützung unmittelbar nach ihrer Ankunft zu erleichtern. Gleichzeitig hängt ihre Wirksamkeit von der konkreten lokalen Ausgestaltung und den jeweiligen Rahmenbedingungen ab.

Was OSS leisten können und wovon der Erfolg abhängt

One-Stop-Shops sind ein niedrigschwelligerer, stärker an den Bedürfnissen der Neuankömmlinge ausgerichteter und besser koordinierter Ansatz um Neuankömmlinge zu unterstützen und und damit eine Antwort auf eine institutionell fragmentierte „Integrationslandschaft“ zu liefern. Sie besitzen das Potenzial, Integration durch frühzeitige und effizientere Unterstützung zu verbessern, die Effektivität der Angebote durch bessere Koordination zu steigern und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Regierungsebenen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu stärken. Damit sie dieses Potenzial in der Praxis entfalten, müssen jedoch mehrere Bedingungen erfüllt sein: eine gemeinsame Vision und ein gemeinsamer Koordinierungsmechanismus aller beteiligten Partner, die Fähigkeit, neue Migrationstrends, Bedürfnisse und Zielgruppen zu erkennen und sich an diese anzupassen, ein niedrigschwelliger Zugang mit Fokus auf die Bedürfnisse der Nutzer:innen sowie Räume für Begegnung und Interaktion. Hinzu kommt ein Verständnis von OSS als langfristige Investition in Koordination, Inklusion und sozialen Zusammenhalt. Da viele OSS weiterhin über kurzfristige Projektmittel finanziert werden, empfiehlt die Publikation, nationale, lokale und gegebenenfalls regionale Fördermittel zusammenzuführen, anstatt sich ausschließlich auf befristete EU-Förderung zu stützen.

One-stop-shops: koordinierte Integration von Anfang an

Gebhardt, Dirk ; Kosmala, Bella | Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Juli 2026

Zur Reihe „Promising Practices in Migration Policy“

Die Publikation ist Teil der Reihe „Promising Practices in Migration Policy“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Reihe richtet den Blick auf konkrete migrationspolitische Ansätze in EU-Mitgliedstaaten, die als vielversprechende und übertragbare Praxisbeispiele dienen können. Zuvor sind unter anderem Publikationen zu Alternativen zur Migrationshaft und zu Fair Recruitment erschienen. Gemeinsam zeigen die Beiträge konkrete Ansätze auf, aus denen sich Anregungen für Politik und Praxis auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene ableiten lassen.


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EU-Büro Brüssel

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