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Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik

Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik 2021

Der Preis des Jahres 2021 geht an Emmanuel Saez und Gabriel Zucman für ihr Buch „Der Triumph der Ungerechtigkeit - Steuern und Ungleichheit im 21. Jahrhundert“ und Philipp Staab für sein Buch „Digitaler Kapitalismus - Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit“.
Die Preisverleihung findet am 3. Mai 2021 statt: www.fes.de/tag-der-progressiven-wirtschaftspolitik
 

Hans Matthöfer Prize for Economic Publishing 2021

The 2021 Prize is being awarded to Emmanuel Saez and Gabriel Zucman for their book "The Triumph of Injustice: How the Rich Dodge Taxes and How to Make Them Pay" and Philipp Staab for his book "Digital Capitalism - Market and Hegemony in the Economy of Superabundance".
The award ceremony is to take place on 3 May 2021: https://www.fes.de/en/day-of-progressive-economic-policy

Die Begründung der Jury

Philipp Staabs Analyse der Strategien der großen Akteure der Internetökonomie liefert bahnbrechende Erkenntnisse für das Verständnis des digitalen Kapitalismus. Hier agieren Unternehmen nicht nur als Wettbewerber auf Märkten, sondern sie konstituieren selbst diese Märkte, auf denen sie dann gleichzeitig als alleinige Gestalter von Angebots- und Nachfragebedingungen auftreten. Damit ist die auf das Internet gerichtete Wirtschaftspolitik radikal zu überdenken. Der ungebremste Siegeszug der Internetfirmen in der Pandemie unterstreicht die große Relevanz des Buches.

Gestützt auf eine brillante historische Analyse der US-Verteilungspolitik zeigen die beiden renommierten Ungleichheits-Forscher, Emmanuel Saez und Gabriel Zucman, wie es dazu kommen konnte, dass Einkommen wie Vermögen so dramatisch auseinandergedriftet sind – und warum dies das Ergebnis bewusster Politik ist. Sie brechen damit das gängige Narrativ, wonach es zu Ungleichheit und niedriger Besteuerung hoher Vermögen keine Alternative gibt. So wurden etwa in den USA lange Zeit Top-Vermögende mit Steuersätzen um 90 Prozent belegt. Zudem wird dargelegt, dass die Steuervermeidungsstrategien international tätiger Unternehmen weder zu rechtfertigen, noch unabänderbar sind. Das Buch liefert keinen Freischein für jedwede Steuern, aber eine wichtige Vorlage dafür, jenseits politisch lange gehegter Tabus zu diskutieren, welchen Beitrag Besteuerung leisten kann, um die Spaltung von Gesellschaften zu stoppen.

The grounds for the jury's decision

Philipp Staab's analysis of strategies pursued by the major players in the Internet economy provides groundbreaking insight to aid in our understanding of digital capitalism. In this sector, enterprises act not only as competitors in markets - they are themselves these markets, in which they then simultaneously act as the sole actors shaping the conditions governing supply and demand. This means that economic policy directed at the Internet needs to be be radically rethought. The inexorable advance of Internet companies to triumph in the course of the pandemic underscores the tremendous relevance of the book.

Drawing on a brilliant historical analysis of US distribution policy, two renowned researchers on inequality, Emmanuel Saez and Gabriel Zucman, demonstrate how disparities in income and wealth have widened on such a dramatic scale - and why this is the result of deliberate policy. In their analysis, they break away from the familiar narrative that there is no alternative to inequality and low taxation of great wealth. In the US, for example, the wealthiest strata of the population were taxed at rates of around 90 per cent for a long period of time. The authors also show that tax avoidance strategies of multinational enterprises cannot be justified, nor are they unalterable. The book does not provide a carte blanche for any and all types of taxation, but rather a useful template with which to move the debate beyond stubborn, long-standing policy taboos to explore what contribution taxation can make to reversing growing disparities and cleavages in society.

Auf die Shortlist für die Vergabe des Wirtschaftspublizistik-Preises der Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung schafften es 2021 außerdem:

  • Maja Göpel, Unsere Welt Neu Denken, Ullstein Verlag, 02/2020
  • Andreas Reckwitz, Das Ende der Illusionen, Edition Suhrkamp, 10/2019
  • Robert J. Shiller, Narrative Wirtschaft, Plassen Verlag, 03/2020

Die Preisträger_innen

Preisträger_innen 2020

Julie Froud, Michael Moran (†), Sukhdev Johal, Angelo Salento und Karel Williams
für ihr Buch „Die Ökonomie des Alltagslebens – Für eine neue Infrastrukturpolitik“, Zur buch|essenz
Berlin 2019 

Hubertus Bardt, Sebastian Dullien, Michael Hüther und Katja Rietzler
für ihren Artikel  Für eine solide Finanzpolitik: Investitionen ermöglichen!,
IW Policy Paper 10/2019 und IMK Report 152/2019

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Preisträger_innen 2019

Adam Tooze
für sein Buch „Crashed – Wie zehn Jahre Finanzkrise die Welt verändert haben“,
München 2018

Harald Schumann/Elisa Simantke
für ihren Artikel „Blackrock – Ein Geldkonzern auf dem Weg zur globalen Vorherrschaft“,
Tagesspiegel (08.05.2018)

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Preisträger 2018

Der Preis geht an Branko Milanović für sein Buch "Die ungleiche Welt – Migration, das Eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht".
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Preisträger 2017

Der Preis geht an Oliver Nachtwey für sein Buch  "Die Abstiegsgesellschaft: Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne".
weiter.

Preisträgerin 2016

Der Preis geht an Mariana Mazzucato für ihr Buch "Das Kapital des Staates: Eine andere Geschichte von Innovation und Wachstum". weiter

Preisträger 2015

Der Preis geht an Mark Blyth für sein Buch "Wie Europa sich kaputtspart - Die gescheiterte Idee der Austeritätspolitik".
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Über den Preis | Teilnahmebedingungen

Der Preis

Spätestens seit Ausbruch der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise und jüngsten Corona-Pandemie ist es offensichtlich, dass die bisherigen wirtschaftspolitischen Modelle und viele gängige Rezepte an ihre Grenzen stoßen. Nur durch eine größere Theorienvielfalt, durch Methodenpluralismus und durch Interdisziplinarität kann der wissenschaftliche Wettstreit um die besten und richtigen ökonomischen Ideen, Modelle und Politikempfehlungen gelingen. Mit dem Preis werden Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler_innen geehrt, die jenseits der volkswirtschaftlichen Standardtheorie oder des makroökonomischen Mainstreams neue Antworten auf die großen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen suchen.

Diese Beiträge sind bereits online oder als Printversion in Form von namentlich zugeordneten deutschsprachigen Blogs, Kolumnen, Kommentaren und Reportagen in Zeitungen und Zeitschriften, Artikeln in Fachzeitschriften oder als deutschsprachige Bücher publiziert. Sie sind wissenschaftlich fundiert, überzeugen durch ihre gute Argumentationskette und tragen eine klare politische Botschaft.

Dotierung

Das Preisgeld des Hans-Matthöfer-Preises für Wirtschaftspublizistik beträgt 10.000,- Euro. Das Preisgeld ist teilbar. Die Jury behält sich das Recht vor, jenseits der vorgegebenen Kriterien einen Sonderpreis für außerordentliche wirtschaftspublizistische Leistungen zu vergeben. Dieser Sonderpreis ist mit 5.000,- Euro dotiert.

Teilnahmebedingungen

Die Beiträge sollen zum Zeitpunkt der Nominierung nicht älter als 12 Monate sein. Autor_innen können sich nicht persönlich um den Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik bewerben, sondern müssen nominiert werden.

Anmeldung

Die Anmeldefrist endet am 15. Oktober 2020. Es gilt das Datum des Poststempels oder das Eingangsdatum der E-Mail.

Die Jury

Expert_innen der Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung sichten alle eingesandten Vorschläge, die den oben genannten Kriterien entsprechen. Sie stellen aus den eingegangenen Nominierungen eine fünf Beiträge umfassende Liste zusammen. Aus den Finalist_innen ermittelt die Jury den Gewinner/die Gewinnerin des Hans-Matthöfer-Preises für Wirtschaftspublizistik. Die Mitglieder der Jury sind: Prof. Dr. Peter Bofinger (ehemaliger "Wirtschaftsweiser"), Thomas Fricke (Direktor Forum New Economy, Kolumnist Der Spiegel) und Dr. Brigitte Preissl (ehemalige Chefredakteurin der Fachzeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics).

Die Initiator_innen im Kurzporträt

Der Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik wird vergeben von der Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Die unselbstständige Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung konzentriert sich - gemäß ihrem Stiftungsziel - auf die Förderung und Auszeichnung von Beiträgen, die grundsätzliche Probleme der Wirtschafts- und Sozialpolitik, der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, der Technologieentwicklung und ihrer Auswirkungen auf die Humanisierung der Arbeitswelt und die Gesellschaft insgesamt zum Gegenstand haben.

Hans Matthöfer (1925-2009) war ein führender deutscher Gewerkschafter und Sozialdemokrat. Zwischen 1974 und 1982 war er Minister in mehreren Bundesregierungen, davon vier Jahre Finanzminister unter Helmut Schmidt, der selbst auch dem Beirat der Stiftung angehörte.

  • Kontakt

    Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung

    Dr. Andrä Gärber
    Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik

    Friedrich-Ebert-Stiftung
    Hiroshimastraße 17
    10785 Berlin

    E-Mail-Kontakt

    Kontakt

    Irin Nickel
    Hiroshimastr. 17
    10785 Berlin

    030 26935-8318
    E-Mail-Kontakt


  • Expertise

    Die Abteilung WISO arbeitet zu folgenden Themen:

      • Arbeit
      • Soziales
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      • Räumliche Entwicklung
      • Finanzen
      • Wirtschaft
      • Klima, Energie, Umwelt

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      Hier finden Sie unsere thematischen Ansprechpartner_innen

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