(De-)konstruktivistischer Ansatz

Was bedeutet (De-)konstruktivistischer Ansatz?

Der (De-)Konstruktivismus wird als postmoderner feministischer Ansatz verstanden. Die Binarität wird nicht mehr als natürliche Vorgabe gesehen. Er bestreitet die Unveränderlichkeit von Biologismen des vorhergehenden Gleichheitsansatz zu Beginn der Frauenforschung und den Differenzansatz der Geschlechterforschung. Das Handeln von Frauen und Männern gilt nicht länger als spezifisch weiblich oder männlich.

 

(De-)Konstruktivismus hinterfragt den Prozess der Konstruktion von Geschlecht, genauer seine Dualismen und die „Politik der Unterscheidungen“. Er analysiert die kulturelle Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit, die Gefühle, Denken und Körperlichkeit bestimmt. Das Handeln ist Ausdruck einer Individualität, die sich aus der Definition von Geschlecht, seiner Positionierung und Identifikation herleitet.

 

Den Diskurs bestimmte maßgeblich die US-amerikanische Philosophin Judith Butler. Sie sieht sowohl das soziale Geschlecht (Gender) als auch das biologische Geschlecht (Sex) als diskursive Konstruktion, die durch Zitieren von Geschlechternormen hergestellt wird, und zwar permanent und performativ. Butler ist die prominenteste Vertreterin des Dekonstruktivismus.

 


Quellen

  • Das Unbehagen der Geschlechter
    Judith Butler, 1991.
  • Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen
    Judith Butler, auf Englisch erschienen als „Undoing Gender“, 2011.


Weitere Beiträge zum Thema Gender und Geschlechtergerechtigkeit:

Eine Person schaut durch einen Riss in einer Betonmauer.

Die Unerreichbaren erreichen – Marginalisierung von Frauen durch finanziell-digitale Inklusion überwinden

29.06.2022 Gender Weltweit
 
Eine Frau sitzt vor einer geöffneten Haustür. Sie trägt eine Schürze und lächelt. Neben ihr stabeln sich Töpfe.

Mehr tun, um Frauen in Uganda zu stärken

27.06.2022 Gender Weltweit
 
Illustration mit dem Schriftzug „A Roadmap for Feminist Action“ in roten Buchstaben vor einem hellen Hintergrund. Rechts steht eine gezeichnete Person auf einem Surfbrett und reitet auf einer stilisierten Welle.

Eine feministische Zukunft in der sich digitalisierenden Arbeitswelt aufbauen

22.06.2022 Gender Weltweit
 
Streetart an einer Hausfassade. eine Übergroße Version von Alice aus Alice im Wunderland.

Schöne neue Welt – oder willkommen bei Alice im Wunderland

13.06.2022 Gender Weltweit
 
Eine Frau mit einem Kind auf dem Arm stehen vor einem Graffiti, auf dem zwei Frauen eine Weltkugel tragen.

Feministische Außen- und Entwicklungspolitik: Den Worten müssen Taten folgen!

02.06.2022 Blog, Gender Weltweit
 
Illustration einer Person, die über einen Zaun klettert. Links befindet sich ein Bereich mit einem Herd, einem Tisch mit Vase, Tulpen, einer Tasse, einem Teller mit Kuchenstück und einem Hochstuhl. Auf dem Boden liegen Kinderbausteine und ein Stofftier. Rechts vom Zaun stehen ein Schreibtisch mit Computer und Notizbuch, ein Aktenschrank und zwei Stühle.

So wird die digitale Revolution zur Gender-Revolution

25.05.2022 Gender Weltweit
 

Gerecht, sozial und krisenfest - Reformvorschläge für das Elterngeld

Publikation, Veranstaltung, Gender, Familie, Soziales
 
Eine Frau mit Namensschild und gestreifter Bluse wird von einer Person mit Mikrofon interviewt. Im Hintergrund befinden sich weitere Personen sowie ein blaues Banner mit Schriftzügen.

Den Gender-Bias in der politischen Berichterstattung bekämpfen

18.05.2022 Gender Weltweit
 
Illustration von einer Frau mit einem Taschenrechner als Rucksack und einem Stift als Wanderstock. Sie schaut durch ein Fernglas.

Was wir für ein klareres Bild brauchen

18.05.2022 Gender Weltweit
 
Illustration einer Frau mit schwarzem Haar, die eine rote Schutzmaske und blaue Handschuhe trägt. Sie hält sich die Hände an den Kopf. Der Hintergrund ist grau mit gelben Kreisen.

Die Erschöpfung von Frauen in der Corona-Krise

11.05.2022 Gender Weltweit
 
nach oben