Publikation Wohnen Wohnungsgenossenschaften als Zukunftsmodell 09.07.2026 Lisa Pfann Wohnungsgenossenschaften sollten eine zentrale Säule der Wohnraumversorgung in sein: Sie schaffen dauerhaft bezahlbaren Wohnraum und stabile Nachbarschaften, entziehen Immobilien der Spekulation und entlasten öffentliche Haushalte. Wohnungsgenossenschaften als Zukunftsmodell Mindrup, Klaus | Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Juli 2026 eine zentrale Säule für langfristig bezahlbaren Wohnraum Zum Download (PDF) Wohnungsgenossenschaften sichern seit Jahrzehnten bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten. Sie entziehen Immobilien der Spekulation und entlasten öffentliche Haushalte. Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften profitieren von einem lebenslangen Wohnrecht, dauerhaft stabilen Mieten und umfassenden Mitbestimmungsrechten. Für viele Haushalte kann diese Wohnform so eine Alternative zum Eigenheim darstellen. Mit rund 2,2 Millionen Wohnungen sind Genossenschaften eine wichtige Säule auf dem Wohnungsmarkt, ihr Potential ist aber bei weitem nicht ausgeschöpft. In der vorliegenden Analyse zeigt der Autor Klaus Mindrup nicht nur die Rolle und Bedeutung von Genossenschaften für den Wohnungsmarkt auf, sondern diskutiert vor allem, welche Hebel in Bewegung gesetzt werden müssten, damit Wohnungsgenossenschaften strukturell zu einem Anker bezahlbaren Wohnens in Deutschland werden können. Zentrale Handlungsfelder 1. Zugang zu Bauland sichern Eine der größten Hürden ist der Zugang zu geeigneten Baugrundstücken. Eine aktive Liegenschaftspolitik spielt hier eine Schlüsselrolle. Positive Praxisbeispiele wie München, die im Rahmen von Konzeptvergaben feste Anteil für genossenschaftliches Wohnen vorsehen, sollten als Vorbild dienen. Die Stärkung kommunaler Vorkaufsrechte würde es zudem ermöglichen, Genossenschaften vermehrt als begünstigte Dritte gezielt zu berücksichtigen. 2. Förderinstrumente passgenau ausrichten Bestehende Programme – etwa das KfW-Programm zum Erwerb von Genossenschaftsanteilen oder landesseitige Förderprogramme für den genossenschaftlichen Neubau – sind wichtige Ansätze, bedürfen jedoch teilweise einer Weiterentwicklung, vor allem in der konkreten Umsetzung. Außerdem sollte die Förderung des Erwerbs von Genossenschaftsanteilen insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen oder fehlender Bonität geöffnet werden, etwa durch Nachrangdarlehen. 3. Finanzierung neu denken Internationale Beispiele zeigen, dass revolvierende Fonds – wie in Wien – den Neubau genossenschaftlicher Wohnungen nachhaltig stärken können. Dort ermöglicht die Kombination aus günstigem Bauland, maßgeschneiderten Kreditprogrammen und einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Stadt und gemeinnützigen bzw. genossenschaftlichen Trägern einen kontinuierlichen Neubau. Zu prüfen ist, inwieweit solche Modelle auf deutsche Bundesländer übertragbar sind und welche Rolle die soziale Wohnraumförderung dabei übernehmen kann. Über den Autor Klaus Mindrup ist Diplom-Biologe (Schwerpunkt Ökologie), ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages und der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin (BVV), früherer Aufsichtsrat der Wohnungsbaugenossenschaft Bremer Höhe eG. Heute ist er u. a. im Aufsichtsrat der Mietergenossenschaft SelbstBau eG und Mitglied im Rat für Bürgerenergie. Kontakt Referat Politische Beratung und Impulse Lisa Pfann 030 26935-8303 Lisa.Pfann(at)fes.de Das könnte Sie auch interessieren Bild: Urheber: picture alliance / Caro | Muhs Donnerstag, 25.06.2026 Publikation Wohnen Wohneigentum als Mittel progressiver Politik Während Eigentümer:innen von steigenden Vermögenswerten profitieren, können sich die meisten Menschen eine Immobilie nicht mehr leisten. Doch Wohneigentum kann und sollte Teil progressiver Politik sein, und zwar bezahlbar und nicht spekulativ. Bild: Urheber: picture alliance / Associated Press | Franka Bruns Montag, 08.06.2026 Publikation Soziales Wohnen Wohnungspolitik in der Ideologie und Politik der radikalen Rechten Radikale rechte Parteien in Europa profitieren von der Wohnungskrise – und bieten selbst ein wohnungspolitisches Programm an, das Zuspruch findet, die Wohnungskrise aber verschärfen wird. Bild: Urheber: picture alliance / Wolfram Steinberg | Wolfram Steinberg Mittwoch, 11.03.2026 Publikation Wohnen Ungleiche Wohnraumverteilung Angesichts des Wohnungsmangels sollte der Bestand besser genutzt werden. Eine gerechtere Verteilung, etwa durch Wohnungstausch oder Downsizing-Anreize, ist eine wichtige, ressourcenschonende Ergänzung zum teuren und CO₂-intensiven Neubau.
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