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Wohnungsgenossenschaften als Zukunftsmodell

Lisa Pfann

Wohnungsgenossenschaften sollten eine zentrale Säule der Wohnraumversorgung in sein: Sie schaffen dauerhaft bezahlbaren Wohnraum und stabile Nachbarschaften, entziehen Immobilien der Spekulation und entlasten öffentliche Haushalte.

Wohnungsgenossenschaften als Zukunftsmodell

Mindrup, Klaus | Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Juli 2026

eine zentrale Säule für langfristig bezahlbaren Wohnraum

Wohnungsgenossenschaften sichern seit Jahrzehnten bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten. Sie entziehen Immobilien der Spekulation und entlasten öffentliche Haushalte. Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften profitieren von einem lebenslangen Wohnrecht, dauerhaft stabilen Mieten und umfassenden Mitbestimmungsrechten. Für viele Haushalte kann diese Wohnform so eine Alternative zum Eigenheim darstellen. Mit rund 2,2 Millionen Wohnungen sind Genossenschaften eine wichtige Säule auf dem Wohnungsmarkt, ihr Potential ist aber bei weitem nicht ausgeschöpft. In der vorliegenden Analyse zeigt der Autor Klaus Mindrup nicht nur die Rolle und Bedeutung von Genossenschaften für den Wohnungsmarkt auf, sondern diskutiert vor allem, welche Hebel in Bewegung gesetzt werden müssten, damit Wohnungsgenossenschaften strukturell zu einem Anker bezahlbaren Wohnens in Deutschland werden können.

Zentrale Handlungsfelder
 

1. Zugang zu Bauland sichern 
Eine der größten Hürden ist der Zugang zu geeigneten Baugrundstücken. Eine aktive Liegenschaftspolitik spielt hier eine Schlüsselrolle. Positive Praxisbeispiele wie München, die im Rahmen von Konzeptvergaben feste Anteil für genossenschaftliches Wohnen vorsehen, sollten als Vorbild dienen. Die Stärkung kommunaler Vorkaufsrechte würde es zudem ermöglichen, Genossenschaften vermehrt als begünstigte Dritte gezielt zu berücksichtigen.

2. Förderinstrumente passgenau ausrichten 
Bestehende Programme – etwa das KfW-Programm zum Erwerb von Genossenschaftsanteilen oder landesseitige Förderprogramme für den genossenschaftlichen Neubau – sind wichtige Ansätze, bedürfen jedoch teilweise einer Weiterentwicklung, vor allem in der konkreten Umsetzung. Außerdem sollte die Förderung des Erwerbs von Genossenschaftsanteilen insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen oder fehlender Bonität geöffnet werden, etwa durch Nachrangdarlehen.

3. Finanzierung neu denken 
Internationale Beispiele zeigen, dass revolvierende Fonds – wie in Wien – den Neubau genossenschaftlicher Wohnungen nachhaltig stärken können. Dort ermöglicht die Kombination aus günstigem Bauland, maßgeschneiderten Kreditprogrammen und einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Stadt und gemeinnützigen bzw. genossenschaftlichen Trägern einen kontinuierlichen Neubau. Zu prüfen ist, inwieweit solche Modelle auf deutsche Bundesländer übertragbar sind und welche Rolle die soziale Wohnraumförderung dabei übernehmen kann.

Über den Autor


Klaus Mindrup ist Diplom-Biologe (Schwerpunkt Ökologie), ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages und der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin (BVV), früherer Aufsichtsrat der Wohnungsbaugenossenschaft Bremer Höhe eG. Heute ist er u. a. im Aufsichtsrat der Mietergenossenschaft SelbstBau eG und Mitglied im Rat für Bürgerenergie.

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Referat Politische Beratung und Impulse

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