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Wohnungspolitik in der Ideologie und Politik der radikalen Rechten

Lisa Pfann

Radikale rechte Parteien in Europa profitieren von der Wohnungskrise – und bieten selbst ein wohnungspolitisches Programm an, das Zuspruch findet, die Wohnungskrise aber verschärfen wird.

Wohnungspolitik in der Ideologie und Politik der radikalen Rechten

Bohle, Dorothee ; Ehrich, Lina | 1. Auflage, Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Juni 2026

eine europäische Perspektive

Housing in the ideology and policy of the radical right

Bohle, Dorothee ; Ehrich, Lina | 1. Auflage, Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung, Mai 2026

an European perspective

Radikale rechte Parteien in ganz Europa profitieren von der sich zuspitzenden Wohnungskrise. Dabei geben sowohl Eigenheimbesitzende in Regionen mit sinkenden Immobilienpreisen als auch langjährige Mieter*innen mit geringen Einkommen in urbanen Räumen ihre Stimme vermehrt für radikale rechte Parteien ab. Gleichzeitig werden diese Parteien europaweit selbst zunehmend aktiv in der Wohnungspolitik und bieten ein Programm an, das Zuspruch findet – die Wohnungskrise aber nicht lösen, sondern verschärfen wird.

Die Autorinnen Prof. Dorothee Bohle und Lina Ehrich analysieren in ihrem Impulspapier das Wohnungsparadigma der radikalen Rechten anhand der Parteiprogramme von fünf europäischen rechtsextremen Parteien und der Wohnungspolitik von zwei rechts extremen (Koalitions-)Regierungen – in Österreich, Ungarn sowie Dänemark, Polen und Deutschland.

Sie zeigen, dass in der Wohnungspolitik radikaler rechter Parteien die traditionelle, nationale Kernfamilie mit Wohneigentum im ländlichen Raum im Mittelpunkt steht. Wohnraum wird als vererbbares Eigentum verstanden, das die soziale Ordnung und Stabilität erhält. Zusätzlich wird der Zugang zu Wohnraum für nicht-einheimische Familien in Frage gestellt. Radikale rechte Parteien versuchen nicht, die strukturellen Ursachen für die Wohnungskrise zu behandeln, sondern im Gegenteil, verfestigt mit ihren Ansätzen die bestehenden Ungleichheiten weiter.
 

Über die Autorinnen 


Dorothee Bohle ist Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Ost- und Südosteuropa am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Ihre Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von vergleichender und internationaler politischer Ökonomie.

Lina Ehrich ist Masterstudentin der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Wien. Sie beschäftigt sich mit Fragen des Wohnungswesens, der Geschlechterforschung und der progressiven Politik.

Housing in the ideology and policy of the radical right

Radical right parties across Europe are benefiting from the worsening housing crisis. Both homeowners in regions with declining property values and long-term low-income tenants in urban areas are increasingly casting their votes for radical right parties. At the same time, these parties are becoming more active in the field of housing policy and are putting forward housing programs that attract public support—but are likely to exacerbate rather than solve the housing crisis.

In their policy brief, Dorothee Bohle and Lina Ehrich analyse the housing paradigm of the radical right by examining the party programes of five European far-right parties, as well as the housing policies pursued by two far-right (coalition) governments. The analysis covers Austria and Hungary, and Denmark, Poland, and Germany.

Their findings show that the housing policies of far-right parties are centred on the traditional national nuclear family, homeownership, and rural living. Housing is primarily understood as inheritable property that preserves social order and stability. In addition, access to housing for non-native families is frequently called into question. Rather than addressing the structural causes of the

housing crisis, far-right parties tend to reinforce existing inequalities through their proposed housing policies.
 

About the authors


Dorothee Bohle is a professor of comparative politics with a focus on Eastern and South Eastern Europe at the Institute of Political Science, University of Vienna. Her research is at the intersection of comparative and international political economy

Lina Ehrich is a Master Student in History and Political Science at the University of Vienna. She works on questions of housing, gender and progressive politics.

Kontakt

Referat politische Beratung und Impulse

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