Publikation Wohnen Ungleiche Wohnraumverteilung 11.03.2026 Lisa Pfann Angesichts des Wohnungsmangels sollte der Bestand besser genutzt werden. Eine gerechtere Verteilung, etwa durch Wohnungstausch oder Downsizing-Anreize, ist eine wichtige, ressourcenschonende Ergänzung zum teuren und CO₂-intensiven Neubau. Ungleiche Wohnraumverteilung Kohl, Sebastian ; Steinhardt, Max Friedrich ; Voss, Simon | 2. Auflage, Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Februar 2026 Über- und Unterbelegung auf dem deutschen Wohnungsmarkt Zum Download (PDF) Über- und Unterbelegung auf dem deutschen Wohnungsmarkt Tatsächlich nehmen sowohl Überbelegung als auch Unterbelegung im Wohnungsbestand zu. Während Überbelegung häufiger Menschen mit Migrationsgeschichte, junge Haushalte, Alleinerziehende sowie städtische Mieter:innen betrifft, leben ältere Menschen überdurchschnittlich häufig in unterbelegten Wohnungen. Studien zeigen zudem, dass die subjektiv empfundene Überbelegung häufig noch höher ausfällt als statistisch erfasst. Entscheidend für diese Wohnformen sind vor allem soziodemografische Faktoren, weniger dagegen Einkommen oder Wohnkosten. Ein zentraler, bislang wenig beachteter Aspekt des bestehenden Wohnungsbestands ist daher seine ungleiche Verteilung: Leerstehende und unterbelegte Wohnungen existieren gleichzeitig neben überbelegten Haushalten. Als Referenz für diese Unter- und Übernutzung dient die Definition von Eurostat. Demnach bezeichnet die Überbelegungsrate den Anteil der Bevölkerung, der weniger als einen Raum pro Person zur Verfügung hat – unter Berücksichtigung von Alter, Familienstand sowie Geschlecht und Alter der Kinder im Haushalt. Unterbelegung liegt hingegen vor, wenn deutlich mehr Wohnraum vorhanden ist, als als angemessen gilt, etwa wenn mehr als ein zusätzlicher Raum zur Verfügung steht. Dieses Paper nutzt Deutschland als Fallstudie. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland trotz seines großen Bestands an städtischen Mietwohnungen im Mittelfeld, weist jedoch immer noch einen Anteil von fast 15 Prozent überbelegter und 35 Prozent unterbelegter Wohnungen auf. Auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) werden die soziodemografischen Determinanten von Über- und Unterbelegung analysiert. Darauf aufbauend werden politische Implikationen für eine progressive Wohnungspolitik diskutiert, die stärker auf eine gerechtere und effizientere Nutzung des bestehenden Wohnraums setzt. Über die Autoren Sebastian Kohl ist Professor für Soziologie an der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsinteressen liegen in der Wohnungs- und Versicherungssoziologie. Max Steinhardt ist Professor für Ökonomie an der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsinteressen gelten Arbeits-, Wohnungsmärkten und Migration. Simon Voss ist Doktorand der Wirtschaftswissenschaften. Seine Forschungsinteressen liegen in der Wohnungsökonomie. Kontakt Referat politische Beratung und Impulse Lisa Pfann 030 26935-8303 Lisa.Pfann(at)fes.de Das könnte Sie auch interessieren Bild: Urheber: Do Lasu s.c Mittwoch, 10.09.2025 Wirtschaft, Finanzen, Ökologie, Soziales Soziales Bezahlbares Wohnen in der EU Die Wohnungskrise ist eine europäische Krise: Anhaltend steigende Mieten und Immobilienpreise führen bei immer mehr Menschen zu einer finanziellen Überlastung. Unsere Reihe zeigt Good Pracitces aus der EU.
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