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Wohneigentum als Mittel progressiver Politik

Lisa Pfann

Während Eigentümer:innen von steigenden Vermögenswerten profitieren, können sich die meisten Menschen eine Immobilie nicht mehr leisten. Doch Wohneigentum kann und sollte Teil progressiver Politik sein, und zwar bezahlbar und nicht spekulativ.

Wohneigentum als Mittel progressiver Politik

Regan, Aidan | Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung, Juni 2026

Bezahlbarkeit, Finanzierung und Politik des Wohnens neu denken

Bezahlbarkeit, Finanzierung und Politik des Wohnens neu denken

Die aktuelle Situation auf den Wohnungsmärkten verstärkt die soziale Ungleichheit – nicht nur in Deutschland, sondern in allen Staaten, die Mitglied der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind.

Dabei steigen seit Jahren die Immobilienpreise deutlich stärker als die Einkommen. Die Folge: Während Eigentümer:innen von Vermögenszuwächsen profitieren, leiden Mieter:innen unter hohen Mietpreisen. Gleichzeitig wird der Zugang zu Wohneigentum für viele Menschen unerreichbar: Wohneigentum ist zu einem Privileg geworden, abhängig von Alter, Einkommen und geografischer Lage. Da insbesondere ältere Generationen von einer erheblichen Wertsteigerung ihrer Immobilie profitieren, vertieft sich auch die Spaltung zwischen den Generationen und sozialen Gruppen: Den Jüngeren bleibt der Zugang zu Wohneigentum ohne die Unterstützung durch Erben oder Schenkungen verwehrt – und in fast allen untersuchten Ländern streben die Menschen weiterhin nach Wohneigentum.

Insgesamt gelingt es einigen Ländern besser als anderen, mit dem Druck auf dem Wohnungsmarkt umzugehen. Um die Einflussfaktoren aufzuzeigen, analysiert der vorliegende Impuls die Bezahlbarkeit von Wohnraum in den OECD-Ländern und deren Finanzierungssysteme, und zeigt: Entscheidend ist die institutionelle Ausgestaltung der Wohnungssysteme – insbesondere, wie die Immobilienfinanzierung strukturiert, wie die Bodennutzung reguliert und wie groß das Angebot an öffentlichen und gemeinnützigen Wohnungen ist.

Eine progressive Wohnungspolitik sollte einen starken öffentlichen und gemeinnützigen Wohnungssektor gewährleisten, aber gleichzeitig auch Wege ins Wohneigentum aufzeigen für Menschen, die weder über hohe Einkommen, noch über familiäre Unterstützung verfügen, und Wohneigentum als Teil eines umfassenden egalitären Wohnmodells neu definieren.

Über den Autor


Aidan Regan ist Professor für politische Ökonomie am University College Dublin.

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