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Menschenrechtspreis 2021: Alice Mogwe (Botswana)

Die Corona-Pandemie wirft ein Schlaglicht auf globale Ungleichheit. Anderthalb Jahre sind seit der globalen Verbreitung des Virus vergangen – gerade die Menschen im globalen Süden und insbesondere in Subsahara-Afrika sehen sich mit wachsender Armut, fehlender sozialer Sicherung und Impfungerechtigkeit in dieser globalen Gesundheitskrise konfrontiert, die einem menschenwürdigen Leben vielfach im Wege stehen. In Zeiten derartiger Krisen ist das verstärkte Engagement für universell gültige Menschenrechte gerade von benachteiligten und vulnerablen Bevölkerungsgruppen von immenser Bedeutung.

Die botswanische Aktivistin Alice Mogwe verkörpert den Einsatz für Menschenrechte im südlichen Afrikawie kaum eine andere Person. Seit Jahrzehnten setzt sie sich für sich für ein umfassendes Verständnis der Menschenrechte und deren Ausweitung auf alle Bürger*innen ein. Im Mittelpunkt steht für sie immer die Würde des Menschen, die respektiert, geachtet und geschützt werden muss. In den vergangenen dreißig Jahren hat sie sich für die Rechte von ethnischen Minderheiten, Frauen, Homosexuellen, Arbeiter*innen, Migrant*innen, gegen die Todesstrafe und für die demokratischen Rechte von Bürger*innen eingesetzt.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung würdigt mit der Verleihung des Menschenrechtspreises im Jahr 2021 Alice Mogwes Schaffen und Engagement in Botswana und im südlichen Afrika sowie die Arbeit ihrer Organisation „Ditshwanelo“. Die Preisverleihung findet am 1. Dezember 2021 in Gaborone, Botswana statt.

Die Preisträgerin

Alice Mogwe ist eine führende Menschenrechtsaktivistin des afrikanischen Kontinents und der Region des südlichen Afrika. 1961 im britischen Protektorat Betschuanaland geboren, wuchs sie zunächst in Großbritannien auf, bevor sie mit ihrer Familie 1966 in das mittlerweile unabhängige Botswana zurückkehrte. Später schloss sie ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Johannesburg und Universität Kent ab.

Durch ihren akademischen Hintergrund setzte sich Alice Mogwe frühzeitig mit der Frage auseinander, wie besonders marginalisierte Gruppen Zugang zum Rechtssystem erlangen können. 1993 gründete sie das Menschenrechtszentrum „Ditshwanelo“ (Setswana für Menschenrechte), das sich dem Ziel der Etablierung und Durchsetzung der Menschenrechte in ihrer gesamten Breite und unter einem universellen Ansatz verschrieben hat. Im Zentrum der Arbeit von Ditshwanelo standen unter anderem die Abschaffung der Todesstrafe, die Stärkung der Rechte armer Bevölkerungsgruppen wie beispielweise Migrant*innen, sowie die Rechte von Hausangestellten.

Alice Mogwe ist Vorstandsmitglied beim International Service for Human Rights (ISHR), der Botswana National Commission for UNESCO und des Botswana Baylor Children‘s Centre of Excellence Collaborative African Genomics Network (CAfGEN).

Kontakt

Andreas Quasten

Friedrich-Ebert-Stiftung
Referat Afrika

menschenrechtspreis(at)fes.de


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Über den Menschenrechtspreis

Der Menschenrechtspreis der Friedrich-Ebert-Stiftung wurde im Jahr 1994 zum ersten Mal verliehen und geht zurück auf ein Vermächtnis des Hamburger Ehepaares Karl und Ida Feist. Die Stifter hatten testamentarisch festgelegt, dass die Stiftung ihr Erbe verwalten und daraus alljährlich einen Menschenrechtspreis vergeben soll. Dieser soll an Einzelpersonen oder Organisationen vergeben werden, die sich in besonderer Weise um die Menschenrechte in den verschiedenen Teilen der Welt verdient gemacht haben.

Karl und Ida Feist waren viele Jahre aktiv in der Arbeiterbewegung tätig. Ihre eigenen bitteren Erfahrungen mit Krieg und Zerstörung brachten sie zu dem entschiedenen Eintreten für Frieden und Gewaltlosigkeit.

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