Geschlechterdifferenz

Was bedeutet Geschlechterdifferenz?

„Die sexuelle Differenz stellt eine der Fragen oder die Frage dar, die in unserer Epoche zu denken ist“, formulierte 1984 die französische Kulturtheoretikerin Luce Irigaray in ihrem Buch „Ethique de la Différence Sexuelle“. Die Ideen, die Irigaray zunächst 1982 in Vorlesungen in Rotterdam vorgetragen hatte, gelten als Beginn einer neuen Denkrichtung, die über die bis dahin übliche Frauenfrage hinausgeht. Irigaray benennt als erste, dass die Frau nicht in ihrem eigenen Maßstab des Menschlichen gesehen, sondern stets mit dem Mann verglichen wird.

 

Von diesem, im übrigen Text hochphilosophischen Ansatz hat sich die Erkenntnis der Geschlechterdifferenz weiterentwickelt. Die italienische Philosophinnengruppe Diotima ging zur Frage über: Ist die Geschlechterdifferenz eine zu entdeckende oder eine zu produzierende Differenz?

 

Die Geschlechterdifferenz wurde zum zentralen Begriff der feministischen Philosophie. Es galt und gilt den Zusammenhang von Geschlecht und Identität wie auch die Bedeutung des kulturellen oder sozialen Geschlechtes (Gender) und die Unterscheidung vom biologischen Geschlechts (sex) zu betrachten. Die US-amerikanische Philosophin Judith Butler entwickelte die Unterscheidung weiter. Sie betrachtet die Kategorien des sozialen wie auch des biologischen Geschlechts als gesellschaftliche Konstrukte, dies wird häufig als (de-)konstruktivischer Ansatz diskutiert. Die Erkenntnis daraus: Der angeblich natürliche Unterschied von Frau und Mann wird zum Vorwand genommen, um Herrschaft und Macht auszuüben.

 




Weitere Beiträge zum Thema Gender und Geschlechtergerechtigkeit:

Teilnehmer_innen des Feminist Forum on Migration & Displacement 2024 bearbeiten ein Wandposter.

Teure Fürsorgearbeit: Das Elend migrantischer Hausarbeiter_innen

23.01.2025 Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik, Gender Weltweit
 
Jargal Avirmed, eine mongolische Hirtin trägt einen traditionellen „Saalitai Enger"-Mantel und posiert in der Steppe vor einer Herde Yaks in die Kamera

Saalitai Enger: Der Mantel der mongolischen Hirtin

19.12.2024 Gender Weltweit
 
Symbolhafte Figuren in der Seitenansicht in bunten Farben. Männer und Frauen gemischt in verschiedenen Berufskleidungen

Für mehr Geschlechtergerechtigkeit: Gewerkschaften als treibende Kräfte des Wandels stärken

18.12.2024 Gender Weltweit, Gewerkschaften international
 
Cigdem Teke, Christiane Paul und Edgar Eckert bei der Fotoprobe zum Theaterstück 'Prozess' im Maxim Gorki Theater. Berlin, 19.09.2024

FES impuls | Gute Arbeitsbedingungen am Theater – auch für Familien?

12.12.2024 Gender | Kulturpolitik Publikation, Gender, Kulturpolitik
 
Angeschnittener blauer Kreis als Rahmen unm den Titel der Publikation

Deutsche Außenpolitik im Kontext von Gaza: Widersprüche der deutschen feministischen Außenpolitik und Perspektiven menschlicher Sicherheit

04.12.2024 Gender | Gender Weltweit | Frieden und Sicherheit Gender, Gender Weltweit, Frieden und Sicherheit
 
Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Elfriede Eilers bei der Bundesfrauenkonferenz der SPD in Bremen am 30.11.1974. Rechte: J.H. Darchinger / FES [6/FOTA046175].

Neues aus der Erschließung: Der Teilnachlass Elfriede Eilers

03.12.2024 Gender, Gender und Vielfalt, Geschlechterpolitik, Denkanstoß Geschichte
 
Symbolbild mit Frau und Mann und verschiedenen Diagrammbalken

Die progressive Macht der Frauen. Eine geschlechterspezifische Analyse gesellschaftspolitischer Umfragedaten

19.12.2024 Gender Gender
 
Illustrative Darstellung verschiedener Außenpolitikerinnen Lateinamerikas

Aufbruch zu Globaler Gleichberechtigung: Feministische Außenpolitik in Lateinamerika

25.11.2024 Gender Weltweit
 
Andrea Schmidt, Typografie-im-Kontext

12. November 2024: Treffen des Berliner Netzwerk Parität

12.11.2024 Rückblick, Gender
 
Keyvisual zum FES-Projekt "Asia in Transformation" mit rosa Hintergrund, Titel des Projekts und 4 Symbolfiguren in verschiedenen Arbeits- und Caresituationen

Geschlechtergerechtigkeit – Eine Priorität, nicht nur Anspruch

26.09.2024 Gender Weltweit
 
nach oben