Genderframing

Was bedeutet Genderframing?

Das Wort Framing ist relativ neu im politischen Wortschatz. Es kommt vom englischen Wort frame für Rahmen. Framing bedeutet, einen Begriff in einen Wissens- oder Deutungsrahmen zu setzen, also näher zu bestimmen, welcher Inhalt sich mit einem Begriff verbinden soll. Wesentliche Erkenntnis ist, dass Sprache nie neutral ist. Mit jedem Wort verbindet sich individuelles Erfahrungswissen, manche sprechen auch von Weltwissen.

 

Framing kommt ursprünglich aus der Kommunikationswissenschaft; es wird aber auch in anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen kontrovers diskutiert. Vereinfacht geht es um die Beobachtung von Techniken, wie sich Botschaften durch einen gezielten Wortgebrauch transportieren. Ein Framing-Effekt bemüht sich, die Wahrnehmung der Realität mit Sprachbildern zu beeinflussen, damit eine gewünschte Information bei der adressierten Person hängen bleibt. Framing wird oft negativ wahrgenommen, als Methode der Manipulation und Beeinflussung. Dabei geschieht Framing in jedem Moment der Kommunikation und es gilt, die machtvollen Strukturen dahinter zu erkennen und, soweit nötig oder möglich, dem entgegen zu wirken.

 

Beim Gender Framing geht es um das Themenfeld der Geschlechtergerechtigkeit und die Frage, welche Strategien und Politiken verbinden sich mit herkömmlichen Gender-Frames? Wo ist es erforderlich Einfluss zu nehmen, um Begrifflichkeiten nachhaltig zu verändern?

 

Die entsprechenden Methoden heißen Reframing oder Counterframing — also strategische Einflussnahmen zum Austausch von Begriffen. Ein Beispiel ist das Wort „Abtreibung“, das einen negativen Frame hat. Der positive Frame ist der Ausdruck: „reproduktive Selbstbestimmung“. Die Gefahr dabei ist, dass eine akademische Wortwahl die Anwendung und Verständlichkeit erschwert. So gibt es die wichtige Forderung, im Nachrichtenjournalismus das Wort Familientragödie durch Femizid zu ersetzen. Das Wort wird jedoch nur von wenigen verstanden.

 


Quellen

  • Re:Framing Gender. Geschlechtergerechte politische Kommunikation verstehen und Umsetzen
    Tanja Maier, Friedrich-Ebert-Stiftung, 2022.


Weitere Beiträge zum Thema Gender und Geschlechtergerechtigkeit:

Illustration von drei Frauen, die auf einer Wiese sitzen und miteinander sprechen. Sie tragen bunte Kleidung und Kopfbedeckungen, eine Frau hat Blumen im Haar. Im Hintergrund befinden sich grüne Hügel mit Bäumen und ein Hirsch. Links unten steht der Text „feminist dialogue series“. Im Vordergrund liegt ein Korb mit Früchten, daneben ein Huhn. Der Stil der Illustration ist farbenfroh und abstrakt.

Die Suche nach Alternativen: "Extraktivistische" Entwicklung und feministischer Arbeiter_innenwiderstand in Thailand

04.06.2020 Gender Weltweit Publikation, Gender Weltweit
 
Illustration von drei Frauen, die auf einer Wiese sitzen und miteinander sprechen. Sie tragen bunte Kleidung und Kopfbedeckungen, eine Frau hat Blumen im Haar. Im Hintergrund befinden sich grüne Hügel mit Bäumen und ein Hirsch. Links unten steht der Text „feminist dialogue series“. Im Vordergrund liegt ein Korb mit Früchten, daneben ein Huhn. Der Stil der Illustration ist farbenfroh und abstrakt.

Keine "Zukunft der Arbeit" ohne Respekt vor der Natur

04.06.2020 Gender Weltweit Gender Weltweit
 

Publikation: Von Belgien, Schweden und Spanien lernen!

21.09.2020 Gender Publikation, Veranstaltung, News, Gender
 
Women and the Future of the Digital Economy in Asia

Frauen und die Zukunft der digitalen Ökonomie in Asien

29.05.2020 Gender Weltweit
 

MACROSCOPE: Forging a Feminist Future in the COVID-19 Recovery

Blog, Gender Weltweit
 

Gefährdete Arbeitskräfte werden noch stärker gefährdet

14.05.2020 Blog, Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik, Gender
 
Frauen in Lagos

Confronting the Tale of the big Equalizer: Feminist Perspectives and Responses to the Pandemic

15.05.2020 News, Interview, Blog, Gender Weltweit
 

Providing Face-to-Face Care During COVID-19

06.05.2020 Blog, Gender Weltweit
 

The Last Daycare Standing

05.05.2020 Blog, Gender Weltweit
 
Illustration von Robotern und einer Frau mit Kind auf dem Arm. Vor ihr stehen Stellvertretende Beispiel für Haushalt. Ein Bügelbrett, ein Arzneikoffer, eine Geldböse, ein Kehrblech und eine Einkaufstüte.

Auf der ganzen Welt leisten Frauen die Mehrheit der (unbezahlten) Pflegearbeit.

04.05.2020 Publikation, Gender Weltweit
 
nach oben