Critical Whiteness

Was bedeutet Critical Whiteness?

Weiß-sein ist ein Privileg. Viele sind sich dessen nicht bewusst. Der aus dem Englischen stammende Begriff Critical Whiteness macht Weiße darauf aufmerksam, dass sie nicht einfach Menschen sind, sondern „weiße Menschen“. Ihre Hautfarbe gilt gemeinhin als der unsichtbare Maßstab für das sogenannte „Normale“, während alle anderen aufgrund ihrer Hautfarbe als abweichend und minderwertig wahrgenommen werden. Es geht darum, zu begreifen und zu akzeptieren, dass auch Weiße ihre gesellschaftliche Bestimmung durch ethnische Merkmale erhalten. Ihr Anteil an der Weltbevölkerung beträgt lediglich 19 %, woraus also beziehen sie ihre Vormachtstellung?

 

Der Begriff der „Critical Whiteness Studies“ entstand in den 1960er Jahren in den USA. Der Essay „Im Dunkeln spielen“ der afroamerikanischen Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison ist dafür eine Art Gründungstext. Sie fordert dazu auf, gerade die Menschen in den Blick zu nehmen, die rassistische Hierarchien erzeugen oder andere ausgrenzen. Ihre Sonderrechte sollen hinterfragt werden — um eine Veränderung im Umgang mit Rassismus zu bewirken.

 

Die Auseinandersetzung mit weißen Privilegien ist auch für die Rassismusdebatte der deutschen Einwanderungsgesellschaft von fundamentaler Bedeutung — und damit für die fehlende Chancengleichheit. In Deutschland gilt Weiß-Sein als der Normalfall. People of Color (PoC) werden seltener als Deutsche wahrgenommen. Sie werden gefragt: Wo kommst du her? Oder es wird angemerkt, wie gut sie doch deutsch sprechen.

 


Quellen



Weitere Beiträge zum Thema Gender und Geschlechtergerechtigkeit:

Porträt einer Frau mit schulterlangem, dunklem Haar und dezentem Lächeln. Sie trägt ein rotbraunes Oberteil. Der Hintergrund ist dunkel und unscharf.

Digitale Gerechtigkeit für die nächsten Milliarden User*innen

03.04.2020 Interview, Gender Weltweit, Medien und Digitale Welt
 
Sticker an einem Laternenpfahl, auf dem "Sexism is a social disease" steht.

Feminismus heißt Steuergerechtigkeit!

12.03.2020 Blog, Gender Weltweit, Weltwirtschaft und Unternehmensverantwortung
 
Zwei Frauen mit langen, hellbraunen Haaren tragen weisse Schutzhelme und lilafarbene Hemden. Sie halten je ein Notizbuch bzw. ein Tablet in der Hand und stehen in einer Fabrikhalle mit metallischen Strukturen im Hintergrund.

Die Zukunft der Arbeit für Frauen verbessern. Ideen und Visionen aus dem globalen Süden

10.03.2020 Gender Weltweit
 
Abstrakte Darstellung mehrerer stilisierter Figuren in Seitenansicht. Eine Figur hat ein Zahnrad im Kopfbereich, eine andere hält ein Baby im Arm, während im Vordergrund digitale Binärzahlen sind.

Die Zukunft der Arbeit: Eine Zukunft ohne Frauen?

04.03.2020 Publikation, Gender Weltweit
 

Revolution und Frauenbefreiung: Alexandra Kollontai

04.03.2020 News, Gender, Denkanstoß Geschichte
 
Illustration von drei stilisierten Frauenfiguren, die sich gegenseitig die Hände halten. Eine der Frauen balanciert auf einem roten Punkt. Links ist der Text „Feminist Visions of the Future of Work“ sowie „Middle East and North Africa (MENA)“.

Feminismus, MENA und die Zukunft der Arbeit

03.03.2020 Gender Weltweit
 
Eine abgenutzte und dreckige Holztreppenstufe, auf die "Smash Patriarchism" geschrieben wurde

Feminismus bedeutet immer auch Widerstand gegen den Status quo

03.03.2020 Interview, Gender Weltweit
 
Illustration von zwei stilisierten Frauenfiguren. Eine läuft eine Treppe hoch und die andere Stapel Kisten. Links ist der Text „Feminist Visions of the Future of Work Africa“.

Frauen, organisiert euch!

26.02.2020 Gender Weltweit Publikation, Interview, Gender Weltweit
 
Illustration einer Gruppe von Menschen, die Fahnen und Schilder halten und teilweise durch ein Megafon sprechen. Links steht in grosser, roter Schrift der Text „Feminist Visions of the Future of Work“ und darunter in kleineren Buchstaben „Latin America“. Die Personen sind stilisiert in Blau und Rot gezeichnet, eine Frau hebt die Faust in die Luft.

Feminist Visions of the Future of Work

29.01.2020 Gender Weltweit Publikation, Gender Weltweit
 
Ein Gruppenfoto mit Menschen verschiedener Ethnien. Sie lächeln in die Kamera.

Die Pflegearbeit in den Mittelpunkt der Debatten über die Zukunft der Arbeit stellen

Rückblick, Gender Weltweit
 
nach oben