Publikation Soziales Rente mit 70? Warum das dänische Renteneintrittsalter nur im Gesamtpaket funktioniert 22.06.2026 Iva Figenwald Dänemark wird aufgrund seines hohen Renteneintrittsalters häufig als Vorbild bei den Reformdiskussionen in der deutschen Alterssicherung aufgeführt. Dieses muss allerdings im Kontext des Gesamtsystems der Alterssicherung und der Arbeitsmarktpolitik Dänemarks betrachtet werden. Bild: Urheber: picture alliance / fStop | Amr Bo Shanab Rente mit 70? Büscher, Meike | Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Juni 2026 Warum das dänische Renteneintrittsalter nur im Gesamtpaket funktioniert Zum Download (PDF) Zum Download (EPUB) Insgesamt gilt das dänische Rentensystem als nachhaltig und finanziell stabil. Durch eine Kombination aus einer steuerfinanzierten Grundrente – der Folkepension, die sich nach der Wohnsitzzeit anstelle des Arbeitslohnes bemisst, einer verpflichtenden kapitalgedeckten Arbeitsmarktzusatzrente (ATP) auf Basis der Arbeitszeit und den fast flächendeckend vorhandenen tarifvertraglichen Betriebsrenten, hat Dänemark im internationalen Vergleich ein hohes Rentenniveau. Dabei zahlen die Arbeitgeber:innen zwei Drittel der Beiträge bei den Betriebsrennten und der Arbeitsmarktzusatzrente. Von dem Alterssicherungssystem mit umverteilenden Elementen profitieren vor allem Gering- und Durchschnittsverdiener:innen, die Altersarmut ist in Dänemark im Verhältnis zu Deutschland wesentlich geringer. Zudem trägt die dänische Arbeitsmarktpolitik mit starken Sozialpartnerschaften und fast flächendeckender Tarifbindung zur stabilen Alterssicherung bei. In weiten Bevölkerungsteilen fallen Löhne und Gehälter sehr hoch aus, das Lohngefälle zwischen Niedriglohn- und Hochverdiener:innen ist relativ gering. Insbesondere die Normalarbeitszeit von 37-Wochenstunden schafft die Voraussetzung für eine gesündere und längere Lebenserwerbstätigkeitsdauer. Der Blick nach Dänemark zeigt: Das Zusammenspiel verschiedener Elemente ist entscheidend in der Debatte um ein gerechtes, zukunftsfestes und nachhaltiges Alterssicherungssystem. Über die Autorin Meike Büscher ist Soziologin und seit 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Policy-Beraterin bei der Friedrich-Ebert-Stiftung für die nordischen Länder in Stockholm. Ihr Schwerpunkt liegt auf Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik im Norden, wobei sie sich unter anderem mit der Zukunft der Arbeit, der sozio-ökologischen Transformation und insbesondere mit Dänemark beschäftigt. Mehr aus dem Büro FES Nordic Countries Kontakt Referat politische Beratung und Impulse Iva Figenwald 0228 883-8309 Iva.Figenwald(at)fes.de Verwandte Artikel Bild: Urheber: picture-alliance / akg-images | akg-images (bearbeitet) Montag, 15.12.2025 Publikation Soziales Altersarmut im Kultursektor Wie steht es um die Altersversorge von Kulturschaffenden in Deutschland? Dieser Impuls liefert eine Bestandsaufnahme der Ursachen für das hohe Armutsrisiko im Kultur- und Kreativsektor – und verdeutlicht, warum die bisherigen Sicherungssysteme nicht... Bild: Urheber: picture alliance/Westend61 Mittwoch, 23.09.2020 Publikation Soziales Das Dilemma der Alterssicherung Plädoyer für eine umfassende Systemreform Freitag, 10.04.2026 Publikation Wirtschaft, Finanzen, Ökologie, Soziales Soziales Reformbedarf in der Primärversorgung Wie kann eine künftige Ausgestaltung der Primärversorgung aussehen? Aufbauend auf der Analyse des Änderungsbedarfs skizziert ein Expert:innengremium ein Modell für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Primärversorgung, die zügig angegangen... Das könnte Sie auch interessieren Sozialstaat und Soziale Demokratie Tiefensee, Anita ; Menge, Jonathan ; Dahm, Jochen | 3., vollständig überarbeitete Auflage, Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Mai 2026 Zum Download (PDF)
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