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Zuhause ist mehr als ein Dach über dem Kopf - eine Ausstellung bringt uns ins Gespräch!

Anne Haller, Leiterin der KommunalAkademie

Die Pop-up-Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung „Wohnen im Umbruch. Ein Zuhause für alle“ schafft Begegnung an ungewöhnlichen Orten. Warum eine Kirche dafür der richtige Raum ist, beschreibt dieser Artikel.

Ausstellungsfläche von oben fotografiert. Man sieht leicht unscharf Personen durch die Ausstellung Wohnen gehen, die aus Pappfiguren und Stapel aus Pappkartons besteht.
Urheber: FES/Julian Rettig

Wie das Thema Wohnen unterschiedliche Akteure zusammenbringt

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Wir alle brauchen einen Ort, an dem wir zur Ruhe kommen, uns sicher fühlen und unser Leben gestalten können. Ein Zuhause ist mehr als Quadratmeter und Mietvertrag – es ist der Ort, an dem Beziehungen wachsen, Kinder groß werden, Krisen bewältigt und neue Lebensabschnitte begonnen werden.

Doch für viele Menschen ist genau dieser Ort unsicher. Die Ausstellung „Wohnen im Umbruch – Ein Zuhause für alle!“ der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt eindrücklich: Wohnen ist heute für viele Menschen eine Herausforderung. Besonders dann, wenn sich das Leben verändert:

Ein junger Mensch zieht für Ausbildung oder Studium aus dem Elternhaus aus und findet keine bezahlbare Wohnung. Eine Familie bekommt Nachwuchs und lebt plötzlich auf sehr engem Raum. Nach einer Trennung werden zwei Wohnungen gebraucht, wo vorher eine ausreichte. Ältere Menschen wünschen sich eine kleinere oder barrierefreie Wohnung, finden aber nichts Passendes in ihrer Umgebung.

Solche biografischen Umbrüche gehören zum Leben. Doch der Wohnungsmarkt ist oft nicht darauf ausgerichtet, Menschen in diesen Übergängen aufzufangen. Stattdessen erleben viele: steigende Mieten, fehlende Angebote und Konkurrenz um knappen Wohnraum.

Die Ausstellung macht deutlich: Wohnen darf nicht allein dem Markt überlassen werden. Wenn Wohnraum vor allem als Renditeobjekt behandelt wird, geraten diejenigen aus dem Blick, die einen Ort zum Leben brauchen. Wohnen ist kein Luxusgut, sondern ein Grundrecht.

Deshalb braucht es politische Verantwortung. Kommunen und Staat können bezahlbaren Wohnraum fördern, kommunale und genossenschaftliche Wohnungen stärken, Mietpreise regulieren und soziale Wohnraumförderung ausbauen. Wohnen muss bezahlbar, zugänglich, anpassbar und nachhaltig sein – so formuliert es die Ausstellung in ihren vier Visionen.

Aber auch Gesellschaft und Wirtschaft tragen Verantwortung. Arbeitgeber profitieren davon, wenn Menschen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können. Nachbarschaften leben davon, dass Menschen nicht verdrängt werden. Und wir alle sind gefragt, Wohnen nicht nur als private Angelegenheit zu betrachten, sondern als Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung wandert aktuell durch Deutschland. Mit unterschiedlichen Partner*innen aus ganz verschiedenen Sozialräumen schafft sie einen Ort des Dialogs und des Austauschs. Sie steht in leeren Ladenlokalen, wird in Kulturzentren oder in Rahmen von Festivals gezeigt. Es kommen Kommunalpolitik, Vertreter*innen der Wohnwirtschaft, Non-Profit Organisationen und Bürger*innen miteinander ins Gespräch und gehen den lokalen Problemen auf den Grund. 

Zwischen Himmel und Erde - ein beliebtes Gottesdienst-Format der evangelischen Gemeinde Hennef und Uckerath ist am 20. Juni 2026 zugleich Ausstellungseröffnung.

Ausstellungs-Station in der evangelischen Stephanuskirche Hennef-Uckerath

Ein außergewöhnlicher Ausstellungsstandort steht in Nordrhein-Westfalen kurz bevor: Die evangelische Kirchengemeinde Hennef und Uckerath zeigt die Ausstellung in der Stephanuskirche in Uckerath. Im Rahmen eines wenig klassischen Gottesdienstes „Zwischen Himmel und Erde“ am 20. Juni 2026 setzen sich die Besucher*innen des Gotteshauses nicht nur mit der Ausstellung, sondern auch mit Texten aus der Bibel auseinander und suchen weltliche Anknüpfungspunkte. 

Aber ist es so außergewöhnlich, wenn eine politische Stiftung wie die Friedrich-Ebert-Stiftung mit einer Kirche zusammenkommt? Nein. Denn Kirche ist ein wichtiger gesellschaftlicher Akteur beim Thema Wohnen. Kirchen setzen sich ein für gute Wohnraumversorgung und gegen Wohnungslosigkeit. Sie bringen ihre Stimme in gesellschaftliche Debatten ein. Dort, wo kirchliche Träger selbst Eigentümerinnen von Wohnraum sind, tragen sie ebenfalls Verantwortung für sozial gerechtes Wohnen. Und natürlich ist Kirche vor allem ein Ort, an dem Menschen mit ihren Sorgen und Hoffnungen zusammenkommen. Wohnungsnot, Einsamkeit oder Überforderung durch hohe Wohnkosten sind Themen, die Menschen beschäftigen und belasten. Kirchengemeinden können Räume für Austausch und Dialog schaffen: Gesprächsabende, Wohnraumbörsen, Unterstützung bei Umzügen oder generationenübergreifende Initiativen sind denkbar.

Vielleicht ist es sogar eine der wichtigsten Aufgaben: Räume zu eröffnen – nicht nur im baulichen Sinn, sondern auch für Begegnung, Solidarität und neue Ideen. Gemeinsam mit der der evangelischen Kirchengemeinde Hennef und Uckerath und mithilfe der Ausstellung möchte die Friedrich-Ebert-Stiftung einen solchen Raum anbieten und öffnen. 



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