Tag der Progressiven Wirtschaftspolitik 2026

Urheber: Goldland

22. April 2026 | 9:00 Uhr | Berlin

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Gewissheiten verschwinden schneller, als neue entstehen. Der Druck zur Veränderung ist gewaltig – ökonomisch, sozial und politisch – und er wird weiter zunehmen. Die Frage ist längst nicht mehr, ob sich unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle verändern, sondern wie wir diesen Wandel gestalten wollen: defensiv und reaktiv oder mutig, solidarisch und zukunftsgerichtet.

Wir möchten diese Herausforderung annehmen und gemeinsam mit Ihnen auf dem Tag der Progressiven Wirtschaftspolitik diskutieren: erstens, wie Deutschland und Europa mit den geoökonomischen Umbrüchen infolge der veränderten US-Politik, neuer Handelskonflikte sowie der Instrumentalisierung von Rohstoffen und Technologien umgehen sollten; zweitens, wie wir den Sozialstaat angesichts wachsender Unsicherheit, des demografischen Wandels und steigender Kosten weiterentwickeln müssen; und drittens, wie ein neues progressives wirtschaftspolitisches Leitbild aussehen kann, das einen nachhaltigen „Wohlstand für alle“ ermöglicht.

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Melden Sie sich jetzt für den Kongress am 22. April 2026 in Berlin an. Sollten Sie nicht vor Ort teilnehmen können, bieten wir einen Livestream via Zoom an.


Unsere Gäste sind unter anderem

  • Porträtfoto von Maja Göpel
    Urheber: Linda Schäffler

    Prof. Dr. Maja Göpel


  • Portrait von Lars Klingbeil
    Urheber: Tobias Koch

    Lars Klingbeil


  • Porträtfoto von Adam Posen
    Urheber: PIIE

    Prof. Dr. Adam Posen


Programm

Check-In

Begrüßung

 

mit Sabine Fandrych, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung 

Weltwirtschaft im Umbruch und Perspektiven für Europa

Interview

Adam Posen, Präsident des Peterson Institut für International Economics

Diskussion

Matthias Ecke, Mitglied des Europäischen Parlaments

Anke Hassel, Professorin für Public Policy an der Hertie School

Adam Posen, Präsident des Peterson Institut für International Economics

Pause

Die Zukunft des Sozialstaats

Diskussion

Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes 

Maurice Höfgen, Ökonom, Autor und YouTuber

Tim Klüssendorf, Mitglied des Bundestags und Generalsekretär der SPD 

Übergang zu den parallelen Foren

Parallele Foren

Forum I

Wettbewerbsfähigkeit neu denken

  • László Andor, Generalsekretär der Foundation for European Progressive Studies und Senior Fellow an der Hertie School
  • Nadia Garbellini, Professorin für Politische Ökonomie an der Universität Modena und Reggio Emilia
  • Patrick Kaczmarczyk, Zentrum für Transformationsforschung an der Universität Mannheim

Seit Mario Draghi seinen Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit vorgelegt hat, prägt er die Agenda der Kommission – doch der Begriff bleibt unscharf. Statt externer Konkurrenz steht bei Draghi Produktivität im Fokus, zuvor sprach die Kommission von „wettbewerbsfähiger Nachhaltigkeit“. Zugleich dient der Begriff zur Rechtfertigung von Deregulierung und europäischen Champions. Nötig ist daher eine Klärung von Wettbewerbsfähigkeit und den Zielen europäischer Industriepolitik.
 

Forum II

Klimavorreiter oder -mitläufer? EU-Klimapolitik am Scheideweg

  • Linda Kalcher, Gründerin und Geschäftsführerin von Strategic Perspectives
  • Sonja Thielges, Mitglied in der Forschungsgruppe Globale Fragen und im Forschungscluster Klimapolitik der Stiftung Wissenschaft und Politik

Moderation: Yvonne Blos, Referentin für Globale Zusammenarbeit und Klimagerechtigkeit bei der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die EU sieht sich als Vorreiter im Klimaschutz, doch ihre Klima- und Industriepolitik bleibt stark von den USA geprägt. Trump 2.0 verschärft das Dilemma: Wie lassen sich ambitionierte Ziele halten, wenn der wichtigste Partner unzuverlässig wird? Kann die EU eine eigenständige Führungsrolle übernehmen – oder folgt sie weiter US-Zyklen? Und kann sie mit Chinas Elektrifizierungsstrategie Schritt halten?
 

Forum III

Rüstungsausgaben – verteidigungspolitisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll?

  • Sebastian Dullien, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung
  • Clara Mattei, Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of Tulsa und Preisträgerin des Hans-Matthöfer-Preises

Moderation: Lukas Scholle, Gründer und Chefredakteur des Magazins Surplus sowie geschäftsführender Gesellschafter des Brumaire Verlags

Die EU will ihre Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben deutlich erhöhen, viele Staaten ziehen nach. Deutschland plant bis 2029 über ein Viertel des Bundeshaushalts für militärische Verteidigung – mehr als für Infrastruktur und Klimaschutz, überwiegend kreditfinanziert. Diese Weichenstellung erfolgt ohne breite Debatte. Während zivile Investitionen Bedarfen folgen, orientieren sich Militärausgaben an politischen Quoten wie dem Nato-Ziel – das verlangt nach einem faktenbasierten Diskurs.

Mittagspause

Parallele Foren

Forum IV

Innovation ohne Risiko? Deutschlands Innovationspolitik auf dem Prüfstand

  • Neil Lee, Professor für Wirtschaftsgeographie an der London School of Economics and Political Science
  • Armand Zorn, Mitglied des Bundestags und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion

Deutschland gilt als Innovationsstandort – doch was bedeutet Innovation heute? Lange beruhte die Stärke Deutschlands auf inkrementellen Verbesserungen statt auf radikalen Durchbrüchen. Angesichts technologischer Umbrüche, geopolitischer Risiken und wachsender Konkurrenz stellt sich die Frage, wie Innovation neu gedacht und politisch gefördert werden muss, um Resilienz sowie nachhaltiges und sozial gerechtes Wachstum zu sichern.
 

Forum V

Sachzwang oder politischer Anspruch: Wie fortschrittlich ist die Finanzpolitik?

  • Frauke Heiligenstadt, Mitglied des Bundestags und Finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion
  • Julia Jirmann, Referentin für Steuerrecht und Steuerpolitik beim Netzwerk Steuergerechtigkeit
  • Stefan Körzell, Mitglied des Geschäftsführenden DGB-Bundesvorstandes
  • Achim Truger, Professor für Sozioökonomie mit Schwerpunkt Staatstätigkeit und Staatsfinanzen an der Universität Duisburg-Essen sowie Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Moderation: Carl Mühlbach, Geschäftsführer von Fiscal Future

Kurz nach Antritt der neuen Bundesregierung, hat sie Unternehmenssteuersenkungen in historischem Ausmaß beschlossen. Währenddessen lassen spürbare Entlastungen für geringere und mittlere Einkommen auf sich warten und der Sozialstaat hat den Rückwärtsgang eingelegt. Darf von dieser Regierung noch eine progressive Finanzpolitik erwartet werden und was wären die Voraussetzungen dafür?
 

Forum VI

Schützen, kooperieren, liefern – Europas Weg zu resilienten Wertschöpfungsketten

  • Serwah Prempeh, Leiterin des Projektes „Just Green Technology Transition” am Africa Policy Research Institute
  • Sebastian Roloff, Mitglied des Bundestags und Wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

Moderation: Claudia Detsch, Leiterin des FES-Kompetenzzentrum für Klima und soziale Gerechtigkeit

Europa muss widerstandsfähiger werden und seine Anfälligkeit für wirtschaftlichen Druck verringern. Eine starke Industrie und der Ausbau sauberer Technologien sind zentrale Schritte. Zugleich braucht es robuste, glaubwürdige Partnerschaften. Rhetorik über „Augenhöhe“ reicht nicht – gefragt sind konkrete Angebote, Investitionen und gemeinsame Wertschöpfung. Wie gelingt der Spagat zwischen Schutz nach innen und fairer Kooperation nach außen?

Pause

Abschlusspanel

Wirtschaft weiter denken – für eine progressive Wirtschaftsagenda

Begrüßung durch

Martin Schulz, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung

Keynote Speech von

Lars Klingbeil, Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler, Parteivorsitzender der SPD

anschließende Diskussion mit

Francesca Bria, Honorarprofessorin am Institute for Innovation and Public Purpose am University College London und Beiratsmitglied des Europäischen Innovationsrats

Maja Göpel, Politökonomin, Transformationsforscherin und Nachhaltigkeitsexpertin

Lars Klingbeil, Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler, Parteivorsitzender der SPD 

Abschluss und Ausblick

 

mit Nicolas Schmit, Präsident von FEPS und ehemaliger EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte (tbc)

Ende des Kongresses

Rückblick auf den #tpw25

Die gesamte Aufzeichnung vom Tag der Progressiven Wirtschaftspolitik am 9. April 2025 in Berlin finden Sie in diesem Video.

Veranstaltungsort und Anfahrt

Haus 1

Friedrich-Ebert-Stiftung
Hiroshimastraße 17
10785 Berlin

Haus 2

Friedrich-Ebert-Stiftung
Hiroshimastraße 28
10785 Berlin

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