Adenauers Watergate

Die SPD im Visier des BND

Mit Klaus-Dietmar Henke (Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des BND), Daniela Münkel (Stasi-Unterlagen-Archiv) und Friedrich Kießling (Universität Bonn), moderiert wird die Veranstaltung von Alexandra Jaeger (Friedrich-Ebert-Stiftung).


Podiumsdiskussion | 29. Februar | 19:00–20:30 Uhr | Bonn

Konrad Adenauer (CDU) ließ von 1953 bis 1962 die SPD bespitzeln. Gesetzeswidrig nutzte der Bundeskanzler dafür den Bundesnachrichtendienst (BND), der mit Hilfe von Informanten im SPD-Apparat direkte Informationen aus dem Parteivorstand an das Bundeskanzleramt übermittelte, etwa über Wahlkampfstrategien oder Personalfragen. Diese fast zehn Jahre andauernde illegale Geheimoperation gegen die Sozialdemokratie lässt die Anfangsjahre der zweiten deutschen Demokratie in einem anderen Licht erscheinen.

Aufgedeckt wurde dieser Skandal durch Klaus-Dietmar Henke, Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des BND. Mit ihm, Daniela Münkel (Stasi-Unterlagen-Archiv) und Friedrich Kießling (Universität Bonn) diskutieren wir, welche Bedeutung die Ausspähung für die Entwicklung von Rechtsstaat und Demokratie in der Bundesrepublik hatte und inwieweit die Ära Adenauer neu beurteilt werden muss.

 

 

Veranstaltungsort

Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn
Konferenzsaal 1
Godesberger Allee 149
53175 Bonn

 

Bei Fragen zur barrierefreien Durchführung der Veranstaltung wenden Sie sich bitte vorab an uns.

Mit der Anmeldung wird der Friedrich-Ebert-Stiftung die Erlaubnis erteilt, während der Veranstaltung Foto- und Filmaufnahmen zu machen und diese für die Öffentlichkeitsarbeit, die Bewerbung eigener Angebote und zur Dokumentation in analoger und digitaler Form zu verwenden. Bitte wenden Sie sich an uns, wenn Sie damit nicht einverstanden sind.

Programm

19 Uhr           

Begrüßung

  • Martin Schulz, Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung e. V.

 

Vortrag

  • Klaus-Dietmar Henke, Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des BND

       

Podiumsdiskussion

  • Prof. Dr. Klaus-Dietmar Henke
  • Prof. Dr. Daniela Münkel, Leiterin der Forschungsabteilung des Stasi-Unterlagen-Archivs
  • Prof. Dr. Friedrich Kießling, Historiker, Universität Bonn

20:30 Uhr           

Ende der Veranstaltung

Verantwortlich

Dr. Alexandra Jaeger
Archiv der sozialen Demokratie
 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an

Leon.Oerder(at)fes.de
0228 883 8008

Anmeldung

Zur Teilnahme an der Veranstaltung bitten wir um Anmeldung bis zum 27. Februar unter: public.history(at)fes.de


Klaus-Dietmar Henke

Prof. Dr. Klaus-Dietmar Henke, Jahrgang 1947, ist Zeithistoriker und war Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des BND. Zuvor war er langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte München und leitete zu Beginn der 1990er-Jahre die Abteilung zu Bildung und Forschung der Gauck-Behörde in Berlin. Von 1997 bis 2012 war er Professor für Zeitgeschichte in Dresden, bis 2002 zugleich Direktor des Hannah-Arendt-Institus für Totalitarismusforschung. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert.

Daniela Münkel

Prof. Dr. Daniela Münkel ist Leiterin der Forschungsabteilung des Stasi-Unterlagen-Archivs im Bundesarchiv. Sie ist u.a. Herausgeberin der Reihe „Die DDR im Blick der Stasi. Die geheimen Berichte an die SED-Führung 1953-1989“. Zudem hat sie zahlreiche Arbeiten zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts besonders zum Nationalsozialismus, der Bundesrepublik und der DDR sowie zur vergleichenden Geheimdienstforschung, Willy Brandt und der SPD veröffentlicht.

Martin Schulz

Martin Schulz ist Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. und war Abgeordneter im 19. Deutschen Bundestag. Er war Bundesvorsitzender der SPD, Kanzlerkandidat und langjähriges Mitglied im Europäischen Parlament, dem er als Präsident in zwei Amtszeiten von 2012 bis 2017 vorstand. Martin Schulz ist Träger des Karlspreises für seine bedeutenden Verdienste um die Stärkung des Parlaments und der demokratischen Legitimation in der EU.

Friedrich Kießling

Prof. Dr. Friedrich Kießling ist seit 2020 Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bonn. Zu seinen wichtigsten Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte der internationalen Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert sowie die frühe Geschichte der alten Bundesrepublik. Im März 2024 erscheint im dtv Verlag sein neues Buch: Friedrich Kießling/Christoph Safferling: Der Streitfall: Wie die Demokratie nach Deutschland kam und wie wir sie neu beleben müssen.