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Otto Wels

Kurzinfo

Das Archiv der sozialen Demokratie wird 50. Wir feiern das, indem wir Ihnen ein Jahr lang jede Woche ein neues unserer Lieblingsstücke und die Geschichten dahinter vorstellen. Nichts verpassen? Einfach #AdsD50 auf twitter und instagram folgen!


150 Jahre Internationale Zusammenarbeit

Für die internationale Zusammenarbeit sozialistischer und sozialdemokratischer Parteien steht der Begriff der Internationalen. Die Geschichte der Internationalen ist nicht frei von Konflikten, Abspaltungen und Neuanfängen. Internationale Solidarität gehört jedoch zu den programmatischen Kernbestandteilen der Arbeiterbewegung und der aus ihr entstandenen Parteien und Organisationen – seit nunmehr über 150 Jahren.

Unser letzter AdsD50-Blogbeitrag widmet sich nicht nur dem großen Thema der Internationalen Zusammenarbeit, unser finales Objekt ist zugleich Symbol für eine Herausforderung der ganz anderen Art: Überlieferungsbildung im digitalen Zeitalter.

Das Gründungsdokument der Progressive Alliance, sowie viele weitere Dokumenten dieser 2013 gegründeten Organisation, wurden von uns nur digital übernommen und stehen im Katalog der Bibliothek allen Interessierten zu Verfügung.

Die von Karl Marx angeregte Internationale Arbeiterassoziation (IAA) von 1864 bildete den ersten Zusammenschluss von europäischen Arbeiterorganisationen. In ihren Ländern wurde der Arbeiterbewegung die Anerkennung als gleichberechtigte politische Kraft verwehrt. Konfrontiert mit Ausgrenzung und Repression wuchs die gemeinsame Überzeugung, dass internationale Solidarität zur Emanzipation der Arbeiterbewegung unerlässlich sei. Die Vielzahl der vertretenen ideologischen Ausprägungen der Arbeiterbewegung barg jedoch das Risiko der Spaltung. Divergierende Tendenzen, vor allem zwischen Marxisten und Anarchisten, führten zur Auflösung der Ersten Internationalen im Jahr 1876.

Im Zuge der weiter voranschreitenden Industrialisierung befand sich die europäische Arbeiterbewegung weiter im Aufschwung. Nach dem am 14. Juli 1889 einberufenen internationalen Sozialistenkongress, an dem rund 300 verschiedene Arbeiterorganisationen und -parteien teilnahmen, wurde die Zweite Internationale ins Leben gerufen. Diese war klar marxistisch-sozialistisch geprägt und stellte weniger einen festen Verbund als vielmehr einen lockeren Zusammenschluss der verschiedenen Parteien dar. Entschieden wandte sich die Zweite Internationale gegen den sich verschärfenden Nationalismus und die Aufrüstungspolitik in den Staaten Europas. Das Konzept der internationalen Solidarität scheiterte jedoch mit Beginn des Ersten Weltkriegs, als sich die sozialdemokratischen Parteien Deutschlands, Österreichs, Frankreichs und Englands mehrheitlich den Positionen der nationalen Regierungen anschlossen. Gleichzeitig führte die Oktoberrevolution von 1917 zur Spaltung vieler Mitgliedsparteien in sozialistische/sozialdemokratische auf der einen und kommunistische Parteien mit revolutionärem Anspruch auf der anderen Seite. Letztere schlossen sich 1919 zur Kommunistischen Internationale (Komintern) zusammen. 1923 vereinigten sich die sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien in der Sozialistischen Arbeiter-Internationale (SAI) wieder. Angesichts des Aufstiegs rechter totalitärer Regime unternahm die SAI in der Zwischenkriegszeit große Anstrengungen, die Demokratie in Europa zu verteidigen. Mit der gewaltsamen Zerschlagung der sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien Italiens, Deutschlands, Spaniens und der Tschechoslowakei in den 1930er-Jahren war der Arbeiterinternationalen der Boden entzogen.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs markiert einen Neuanfang und eine weitere Spaltung zugleich. Am 30. Juni 1951 wurde in Frankfurt am Main die Sozialistische Internationale (SI) als Nachfolgeorganisation der SAI gegründet. Die Blockkonfrontation des Kalten Kriegs führte gleichzeitig zur Abspaltung der osteuropäischen Mitglieder der ehemaligen Zweiten Internationale. In den 1970er-Jahren unterstützte die SI sozialdemokratische Kräfte in Spanien und Portugal beim Übergang von der Diktatur zur Demokratie. Unter ihrem Präsidenten Willy Brandt erfolgte eine weltweite Öffnung und der Einfluss der SI auf die internationale Politik wuchs. In Brandts Amtszeit von 1976 bis 1992 schlossen sich zahlreiche Parteien aus Lateinamerika, Afrika und Asien der SI an. Mit der am 22. Mai 2013 unter Beteiligung der SPD gegründeten „Progressive Alliance“ ist eine Parallel- und Konkurrenzorganisation zu der in die Kritik geratenen Internationalen entstanden.

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