Gender Pay Gap

Was bedeutet Gender Pay Gap?

Frauen verdienen weniger als Männer. Die Lohnlücke nennt sich Gender Pay Gap. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle berechnet sich aus dem Vergleich des durchschnittlichen Brutto-Stundenlohns von Frauen und Männern. Der prozentuale Anteil wird weltweit erhoben. Im Global Gender Gap Report vergleicht das Weltwirtschaftsforum jährlich die Einkommensunterschiede in 150 Ländern. Unter den westlichen Industriestaaten liegt Deutschland seit Jahren auf den hintersten Rängen.

 

Bei der Berechnung wird nach unbereinigtem und bereinigtem Gender Pay Gap unterschieden: Unbereinigt ergeben sich höhere Zahlen: Laut Statistischem Bundesamt lag im Jahr 2020 der Gender Pay Gap in Deutschland bei 18 %. In konkreten Zahlen ausgedrückt verdienten Frauen in der Stunde 4,16 Euro weniger als Männer. In Westdeutschland und Berlin betrug der unbereinigte Gender Pay Gap 20 %, in den ostdeutschen Ländern dagegen 6 %.

 

Der Verdienstunterschied erklärt sich mit strukturbedingten Ursachen: Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Berufen und Branchen. Obwohl ihr Qualifikationsniveau oft höher ist, erreichen sie seltener Führungspositionen. 47 % aller erwerbstätigen Frauen arbeiten Teilzeit, Männer nur zu 9 %. Grund für die reduzierte Erwerbsarbeit ist meist die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen.

 

Der bereinigte Gender Pay Gap betrachtet dagegen vergleichbare Tätigkeiten bei äquivalenter Qualifikation. Doch auch hier sind Verdienstunterschiede zu Lasten der Frauen zu beobachten. Deutschlandweit bestand laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2020 beim bereinigten Gender Pay Gap ein Lohngefälle von 6 %.

 

Seit 2017 gilt das Entgelttransparenzgesetz. Es regelt einen Auskunftsanspruch über gezahlten Lohn anderer Beschäftigter. Es hat sich jedoch als kein sonderlich wirksames Rechtsinstrument erwiesen. Um auf die fehlende Entgeltgleichheit aufmerksam zu machen, wird jedes Jahr der Equal Pay Day als internationaler Aktionstag begangen. Das Datum bestimmt sich danach, wie viele Tage Frauen „umsonst“ arbeiten.

 


Quellen



Weitere Beiträge zum Thema Gender und Geschlechtergerechtigkeit:

Publikation: Charter of feminist demands from the global south

Geschlechtergerechtigkeit im Netz?! Eine feministische Kritik an digitalen Architekturen

16.03.2023 Gender Weltweit, Medien und Digitale Welt
 
Frauen in bunter Kleidung stapeln Ziegelsteine.

Frauen warten nicht auf Hilfe. Eine feministische Perspektive auf urbane Gerechtigkeit

07.03.2023 Gender Weltweit
 
Delara Burkhardt und der unausweichliche Weg zum Feminismus

Podcast mit Delara Burkhardt

07.03.2023 Podcast, Gender, Geschlechterpolitik, Politik für Europa
 
Veranstaltungsbanner für das Event "Fit for Future? – A Global Digital Compact for Gender Justice" Die Illustration zeigt zwei Frauen, die auf Pfeilen über ein digitales Netzwerk surfen, was auf das Thema digitale Gerechtigkeit hinweist.

CSW67 - Fit for future? - A Global Digital Compact for Gender Justice

Donnerstag, 09.03.23 14:30 Online Sophie Lorraine Senf, Veranstaltung, Gender Weltweit
 
Experiences of womenadapting to climate change in Nepal. Im HIntergrund trägt eine Frau eine Karaffe auf der Schulter.

#BAHAV. Wie Frauen in Nepal sich dem Klimawandel anpassen

01.03.2023 Video, Gender Weltweit, Klimawandel, Energie und Umwelt
 
Antifeminismus Banner

Rückblick | Was tun gegen Anti-Feminismus in Europa?

Veranstaltung, Rückblick, Gender, Gender und Vielfalt, Geschlechterpolitik - Was tun?
 

Migration – eine feministische Perspektive

03.02.2023 Flucht, Migration, Integration, Flüchtlingspolitik, Gender Weltweit
 

Geheimsache Nachrichtendienste: Sicherheitspolitik und Gender

Montag, 27.02.23 17:00 bis 19:00 Hiroshimastraße 28, 10785 Berlin Veranstaltung, News, Gender
 
Cover: Englischer Leitfaden Gender Transformative Communication: A Toolkit

Toolkit für gendertransformative Kommunikation

01.07.2022 Gender Weltweit Gender Weltweit
 
Illustration eines Profils einer Person, dessen Kopf teilweise transparent ist und in dem Bäume und eine Landschaft eingebettet sind. Im Hintergrund sind Militärflugzeuge mit Kondensstreifen und ein Panzer. Rechts steigen Rauchwolken aus einem brennenden Gebiet auf.

Militarismus: Eine Notwendigkeit oder die Verherrlichung toxischer Männlichkeit?

19.12.2022 Gender Weltweit, Frieden und Sicherheit
 
nach oben