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Jung, ostdeutsch – und jetzt? Was bedeutet es heute, jung und ostdeutsch zu sein

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Wie kann die DDR, obwohl man nach 1990 geboren wurde, noch so viel vom Leben beeinflussen? Viele junge Menschen in Ostdeutschland erleben „Ostdeutsch sein“ als etwas Geerbtes – aus Familiengeschichten, Prägungen und Zuschreibungen. Und sie stehen vor der Aufgabe, dieses Erbe mit eigener Identität zu füllen: im Alltag, im Beruf, in der Politik und in ihrem Blick auf das vereinte Deutschland.

Dieses „Ostdeutsch sein“ mit eigener Identität zu füllen, ist schwer, wenn Abwertung mitschwingt – und wenn nicht nur junge Menschen selbst, sondern auch ihre Eltern, ihre Familien und ihre Leistungen immer wieder als „zweite Reihe“ behandelt werden. Denn oft wird ein westdeutsches „Normal“ vorgelebt, an dem ostdeutsche Erfahrungen gemessen werden – mit der Folge, dass Anerkennung, Sichtbarkeit und Selbstverständlichkeit fehlen. Gleichzeitig gibt es kaum eine positiv besetzte öffentliche Erzählung davon, was „ostdeutsch“ heute heißen kann. Oft erscheint Ostdeutschsein entweder als geschichtsverklärende Verherrlichung der DDR – oder es findet vor allem im Privaten statt, in Familien, Freundeskreisen und im digitalen Raum. Dazu kommt: Der Anteil junger Menschen in Ostdeutschland sinkt, und Treffpunkte im echten Leben – jenseits der virtuellen Welt – verschwinden. Wo Anerkennung, Sichtbarkeit und faire Chancen fehlen, entsteht eine Leerstelle – und um diese Leerstelle wird politisch gekämpft.

Die Unzufriedenheit und Abwertungen werden von rechten Kreisen genutzt und instrumentalisiert. Sie deuten „ostdeutsch sein“ um zu einem völkischen und antidemokratischen, aber für viele junge Menschen identitätsstiftenden Begriff. Ostdeutsch und rechts werden der Erzählung der Rechten folgend zu einer Einheit mit realen Gefahren für junge Menschen, die sich in Ostdeutschland für die Grund- und Menschenrechte einsetzen. Sie werden zur Zielscheibe von körperlicher und verbaler Gewalt und virtueller Hetze.

Junge progressive Demokrat:innen müssen sich also fragen, was es heute bedeutet, jung und ostdeutsch zu sein. Wie können Sie ein positives Bild von Ostdeutschland entwickeln? Wie können wir den Zusammenhalt in Vielfalt in Ostdeutschland festigen? Wie können wir bei jungen Menschen in Ostdeutschland das Selbstvertrauen aufbauen und zugleich eine demokratische Identität stärken? Wie können progressive Demokrat:innen einen glaubwürdigen Zugang zu ostdeutscher Identität, Erfahrung und Gegenwart finden?

Darüber sprechen mit Ihnen und Euch Sara Rüdiger, Kandidatin der SPD zur Abgeordnetenhauswahl im Wahlkreis 6, und Jakob Springfeld, Autor und Aktivist gegen rechts. Moderation: Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick. Bitte melden Sie sich hier für die Diskussion an.

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Berlin

Hinweis: Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit oder während der Veranstaltung durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen, Verhaltensweisen oder Störungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen. Gegebenenfalls werden wir von unserem Hausrecht Gebrauch machen.

Termin

Montag, 01.06.26
18:00-20:00 Uhr

Registrierung möglich
von Montag, 27.04.26 bis Montag, 01.06.26

Teilnahmepauschale
keine

Veranstaltungsort

Kino Casablanca

Friedenstraße 12
12489 Berlin

Ansprechpartner_in

Dr. Christian Testorf

Kontaktanschrift

Friedrich-Ebert-Stiftung
Landesbüro Berlin
Nürnberger Straße 49
10789 Berlin

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