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Steuergerechtigkeit

Erklärvideo in vier Sprachen: Die globale Mindeststeuer | Durchbruch in der internationalen Unternehmensbesteuerung?

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Erklärvideo

Die globale Mindestbesteuerung soll verhindern, dass multinationale Unternehmen Steuervermeidung und Gewinnverschiebung in Steueroasen weiter im großen Stil betreiben können. Dem Standortwettbewerb um die Ansiedlung von Investitionen mit möglichst niedrigen Steuersätzen soll so ein Riegel vorgeschoben werden. Mit der globalen Mindeststeuer werden die Weichen in der internationalen Konzernbesteuerung neu gestellt. Aber es gibt auch Kritik: Aus Sicht vieler Länder des Globalen Südens sollte der Satz noch höher liegen als die von G20 und OECD beschlossenen 15 Prozent. Warum? Auch das erfahrt ihr in unserem Erklärvideo, welches in vier Sprachen vorliegt.

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Explanatory video

Our explanatory video shows why the global minimum tax is so important to fight inequality worldwide.

The global minimum tax is intended to prevent tax avoidance by multinational companies through shifting profits to tax havens on a grand scale. The aim is to put a stop to the so called “race to the bottom” in attracting investments with the lowest possible tax rates.

The global minimum tax sets a new course in international corporate taxation. But there is also criticism: many countries in the Global South are demanding a higher rate than the 15 percent agreed by the G20 and OECD. Why? Our explanatory video provides answers.

 

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Vídeo animado explica

Nuestro vídeo animado explica por qué el impuesto mínimo global es tan importante para la lucha contra la desigualdad en todo el mundo.

El impuesto mínimo global pretende frenar la evasión de impuestos por las empresas multinacionales trasladando sus beneficios a los paraísos fiscales a gran escala. El objetivo es poner fin a la competencia por atraer inversiones con los impositivos más bajos posibles.

El impuesto mínimo global marca un nuevo rumbo en la tributación de las empresas multinacionales. Pero también hay críticas: muchos países del Sur Global exigen un tipo más alto que el 15% acordado por el G20 y la OCDE. ¿Por qué? Nuestro vídeo lo explica.

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Vidéo explicative

Notre vidéo montre à quel point l'impôt minimum mondial est important pour lutter contre les inégalités dans le monde.
L'impôt minimum mondial doit empêcher les multinationales de continuer à pratiquer l'évasion fiscale et le transfert de bénéfices dans les paradis fiscaux à grande échelle. La concurrence entre les sites pour attirer les investissements avec des taux d'imposition les plus bas possibles doit ainsi être stoppée.
L'impôt minimum global pose de nouveaux jalons en matière d'imposition des groupes internationaux. Mais il y a aussi des critiques : du point de vue de nombreux pays du Sud, le taux devrait être encore plus élevé que les 15% décidés par le G20 et l'OCDE. Pourquoi ? Vous le découvrirez également dans notre vidéo

Steuergerechtigkeit als Kernaufgabe progressiver Politik

Steuern finanzieren das Gemeinwohl. Nur wenn Staaten über die notwendigen Mittel verfügen, können sie Investitionen in öffentliche Infrastruktur, Dienstleistungen und Innovation tätigen oder Sozialsysteme finanzieren, die auch in Krisenzeiten vor existenziellen Notlagen schützen. Kernaufgabe progressiver Politik ist es, dafür zu sorgen, dass die Lasten dabei gerecht verteilt sind, sowohl innerhalb von Staaten, als auch international.

Durch die Globalisierung ist die internationale Steuerlandschaft unübersichtlicher und komplexer geworden. Multinationale Konzerne und reiche Individuen machen sich das Regulierungsvakuum zunutze. Sie verschieben Gewinne und Vermögenswerte geschickt dorthin, wo sie vom Zugriff der Steuerbehörden verschont bleiben. Dabei sind Steueroasen nicht vorrangig auf abgelegenen Inseln unter Palmen zu finden. Ein erheblicher Teil der Steuereinnahmenverluste entsteht durch Gewinnverlagerung an europäische Niedrigsteuerstandorte. Das zeigen die Berechnungen des jährlich erscheinenden State of Tax Justice Report. Der Report schätzt die Einnahmenverluste öffentlicher Kassen durch Steuervermeidung auf 483 Milliarden US-Dollar im 2021. Für Länder des Globalen Südens mit schwachen Einkommens- und Vermögensteuersystemen sind die Einnahmenverluste durch die Steuervermeidung multinationaler Konzerne besonders drastisch.

Grundlegende Reform des internationalen Steuersystems

Nach der Finanzkrise 2008 wurden wichtige Reformschritte eingeleitet, um das internationale Steuersystem zu reparieren und Steueroasen trocken zu legen. Doch erst die Herausforderung einer adäquaten Besteuerung großer Digitalkonzerne für die der physische Unternehmenssitz eine nachrangige Rolle spielt, machte deutlich, dass in der internationalen Steuerpolitik grundsätzlich neue Wege beschritten werden müssen.

Die FES arbeitet eng mit zivilgesellschaftlichen Partnern wie der „Unabhängigen Kommission für die Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung (kurz ICRICT)“ zusammen. Das Gremium ist mit renommierten Ökonom_innen aus dem Globalen Norden und Süden besetzt, die Vorschläge für eine umfassende Reform der Besteuerung von Multinationalen Konzernen erarbeiten und den von G20 und OECD angeführten Reformprozess kritisch begleiten. Zentrale Forderungen sind eine internationale Neuverteilung von Besteuerungsrechten im Sinne einer Gesamtkonzernsteuer, die Einführung einer globalen Mindeststeuer und die Stärkung der Rolle der Vereinten Nationen in der internationalen Steuerpolitik durch eine VN-Steuerkonvention.

Globale Mindeststeuer – Durchbruch in der internationalen Unternehmensbesteuerung?

2021 haben sich OECD und G20 nach langwierigen Verhandlungen auf die Einführung einer globalen Mindeststeuer von 15 Prozent geeinigt. Sie soll den „race-to-the-bottom“ bei den Unternehmenssteuersätzen stoppen und Anreize für die Verlagerung von Unternehmensgewinnen in Niedrigsteuerländer verringern, indem eine globale Untergrenze eingeführt wird. Die Einnahmen aus der Besteuerung Multinationaler Unternehmen werden dringend für wichtige Zukunftsinvestitionen und die Finanzierung der Daseinsvorsorge benötigt, doch die Implementierung lässt auf sich warten.

Kritische Stimmen fordern außerdem, dass der Steuersatz eigentlich deutlich höher liegen müsste. Aus Sicht der ICRICT-Kommission müsste der Satz bei mindestens 25% liegen, damit auch Entwicklungsländer davon profitieren, deren Steuersätze oft deutlich höher liegen und die in besonderer Weise von den Einnahmen aus der Besteuerung multinationaler Konzerne abhängen.

Fokusprojekt

Progressive Finanzpolitik – Für eine gerechte Zukunft

weiter

Livestream-Veranstaltung

Progressive Besteuerung in Zeiten von Inflation, Pandemie und Klimakrise

Die Staaten haben die Wahl: Sie können sich für Sparprogramme auf Kosten der Schwächsten entscheiden oder endlich diejenigen besteuern, die die Krise ausgenutzt haben, um sich zu bereichern. weiter

Veranstaltungen in Deutschland

Freitag, 09.12.22 - online

Politik am Mittag: Chile ein Jahr nach den Wahlen

Rund ein Jahr ist es her, dass am 19. Dezember 2021 Gabriel Boric als Kandidat der linken Parteienkoalition Apruebo Dignidad in der Stichwahl gegen den Kandidaten der Rechten, José Antonio Kast gewann...


Montag, 16.01.23 bis Mittwoch, 18.01.23 - Bonn-Beuel

Wer zahlt die Zeche? - Internationale Finanzkrisen und Wirtschaftspolitik


Montag, 20.03.23 bis Freitag, 24.03.23 - Bonn

100 Jahre Republik - Die Türkei vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen

Vor 100 Jahren wurde in der Türkei die Republik ausgerufen. Zum runden Jubiläum finden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in dem Land statt, das nunmehr seit 2002 von der islamisch-autoritären AKP...


Publikationen

Operational guidelines for the code of conduct for the Namibian informal economy

Windhoek, 2022

Publikation herunterladen (2,2 MB PDF-File)


Muhumuza, Fred K.

Functionality and effectiveness of SACCOS in reducting poverty and vulnerability in Uganda

A case study of informal traders and transporters in Greater Kampala
Kampala, 2022

Publikation herunterladen (1,4 MB PDF-File)


Marroquín, Tatiana

Bitcoin and public finance in El Salvador

Solution or deepening of a pre-existing crisis?
SanSalvador, 2022

Publikation herunterladen (180 KB, PDF-File)


Das internationale Steuersystem hat sich selbst überlebt: Hintergrund unserer Arbeit

Ob Panama Papers, Paradise Papers, Lux Leaks oder Swiss Leaks: die jüngsten Skandale um Steuervermeidung und Steuerhinterziehung im großen Stil haben deutlich gemacht, dass im internationalen Steuersystem etwas im Argen liegt. Kein Wunder: Seine Regeln stammen aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert und sind durch eine völlig andere globale Ökonomie geprägt.

So bildet das internationale Steuersystem nicht ab, was in der Weltwirtschaft von heute Realität ist: Die Kapitalmobilität ist gestiegen, transnationale Unternehmen sind außerordentlich groß und der Intra-Konzernhandel, also der Handel zwischen Unternehmensteilen, umfasst mittlerweile über die Hälfte des weltweiten Handels. Transnationale Unternehmen nutzen die vorhandenen Lücken im Steuerrecht, um Gewinne in Länder mit Niedrig- oder Nullsteuerjurisdiktionen zu verlagern und so die Steuerbasis in Hochsteuerländern zu schmälern.

Steuervermeidung und illegitime Finanzströme: Für ärmere Länder katastrophal

Schätzungen zufolge entgehen staatlichen Kassen weltweit im Jahr bis zu mehrere hundert Milliarden US$ durch Gewinn- und Vermögensverlagerung in Niedrigsteuerländer. Im globalen Norden werden Verluste durch Steuervermeidung durch eine hohe Besteuerung von Arbeit ausgeglichen – eine Möglichkeit, die der globale Süden mit seinem oft großen informellen Sektor nicht hat. Er ist daher besonders auf die Besteuerung von Konzerngewinnen angewiesen und wesentlich stärker von Steuervermeidung betroffen als der globale Norden: Es fehlt an Mitteln, um zum Beispiel Infrastrukturprojekte zu finanzieren –Straßen, Trinkwasserversorgung, Schulen. Im Endeffekt bedeutet das, dass Konzerne, die Steuerzahlungen umgehen, und die internationale Steuerpolitik, die dies ermöglicht, dafür mitverantwortlich sind, wenn ärmere Länder sich kaum entwickeln können.

Wie unsere Analyse zeigt, haben illegitime Finanzströme ähnlich gravierende Auswirkungen. Diese verlassen ärmere Regionen der Welt und werden im reichen Norden angelegt, wo laxe Geldwäschegesetze es möglich machen, sie in den Wirtschaftskreislauf einzuspeisen. Sowohl Steuerhinterziehung als auch illegitime Finanzströme entziehen vor allem ärmeren Ländern Gelder, die sie dringend benötigen, um die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) zu erreichen.

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