News Publikation China als Weltraummacht 21.07.2026 Lea Thome Bild: Urheber: picture alliance / CFOTO | CFOTO China als Weltraummacht Thome, Lea | Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Juli 2026 Kapazitäten, Ambitionen und die Auswirkungen auf Europa Zum Download (PDF) China baut seine Rolle im All rasant aus – technologisch, wirtschaftlich und geopolitisch. Unsere Studie von Lea Thome zeigt, welche Chancen, Risiken und politischen Handlungsoptionen sich daraus für Deutschland und Europa ergeben. China als Weltraummacht: Was das für Deutschland und Europa bedeutet China verfolgt eine ehrgeizige Weltraumstrategie. Dabei geht es nicht nur um wissenschaftlichen Fortschritt, sondern auch um wirtschaftliche Chancen, technologische Unabhängigkeit und geopolitischen Einfluss. Besonders wichtig ist für China die Zusammenarbeit mit Ländern des Globalen Südens. So baut Peking sein internationales Netzwerk weiter aus. Für Deutschland und Europa wird China dadurch immer stärker zu einem industriellen Wettbewerber. Zugleich rücken Sicherheitsfragen stärker in den Vordergrund. Dennoch gibt es auch Möglichkeiten für Zusammenarbeit – etwa in der Forschung oder bei der kommerziellen Nutzung des Weltraums. Die Autorin analysiert in ihrer Studie, welche Ziele China im Weltraum verfolgt, welche Erfolge das Land bereits erzielt hat und welche Pläne Peking für die kommenden Jahre anvisiert. Daraus leitet sie Politikempfehlungen für Deutschland und Europa ab. Zentrale Ergebnisse Chinas Ziele im Weltraum China will eine eigenständige und sichere Weltrauminfrastruktur aufbauen. Dazu gehören Satelliten, Navigationssysteme, Trägerraketen und Raumstationen. Langfristig möchte China zu den führenden Weltraummächten gehören und seine Position als führende Nation in Wissenschaft, Technologie und Sicherheit stärken. Chinas Erfolge im Weltraum Seit dem Start des ersten chinesischen Satelliten Dong Fang Hong 1 im Jahr 1970 hat China große Fortschritte gemacht. Zu den wichtigsten Meilensteinen zählen die Raumstation Tiangong, die seit 2022 dauerhaft betrieben wird, die Mondlandung von Chang’e 3 im Jahr 2013, die Rückkehr von Mondproben durch Chang’e 5 im Jahr 2020 und die erfolgreiche Mars-Rover-Mission Zhurong im Jahr 2021. Chinas Pläne im Weltraum Bis 2030 will China die erste bemannte Mondlandung durchführen. Auch die Raumstation Tiangong soll weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus arbeitet China an schweren Trägerraketen und wiederverwendbaren Raumfahrzeugen sowie der International Lunar Research Station (ILRS), die bis 2035 entstehen soll. Geplant sind außerdem weitere Missionen zum Mars, zu Asteroiden und in den tieferen Weltraum. Chinas Weltraumdiplomatie China nutzt Raumfahrt auch als außenpolitisches Instrument. Das Land bringt sich aktiv in internationale Debatten über Regeln für den Weltraum ein, etwa im Rahmen der Vereinten Nationen. Über die sogenannte "Space Silk Road" bietet China im Rahmen der Belt and Road Initiative (BRI) günstige Start- und Satellitendienste sowie Daten- und Technologietransfer an – vor allem für Schwellenländer. Auch das Projekt der International Lunar Research Station dient dazu, internationale Partner einzubinden. Mehr als 17 Länder – vor allem aus dem Globalen Süden – sollen an gemeinsamen Mond- und Forschungsprojekten beteiligt werden. Folgen für Deutschland und Europa Chinas Aufstieg im Weltraum eröffnet neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, zum Beispiel in der gemeinsamen Forschung oder beim Zugang zu Daten. Gleichzeitig entstehen neue Wettbewerbs- und Sicherheitsrisiken. Das gilt besonders, weil China zivile und militärische Raumfahrttechnologien eng miteinander verbindet. Deutschland und die EU sollten deshalb ihre eigenen Raumfahrt- und Verteidigungskapazitäten stärken. Gleichzeitig können sie prüfen, wo gemeinsame Regeln für eine verantwortungsvolle Nutzung des Weltraums mit China möglich sind. Dafür braucht es klare Leitlinien für den Umgang mit chinesischen Raumfahrtakteuren – vor allem dort, wo wirtschaftliche, wissenschaftliche und sicherheitspolitische Interessen zusammenkommen. Kontakt Inhaltliche Verantwortung Bild: Urheber: Jens Schicke Dr. Niels Hegewisch 030 2 69 35-7525 Niels.Hegewisch(at)fes.de Projektorganisation Bild: Urheber: FES Meike Adam 030 2 69 35-7504 Meike.Adam(at)fes.de Verwandte Publikationen Chinas Elektroauto-Erfolg verstehen Hove, Anders | Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung, März 2025 Lehren für Europa Zum Download (PDF) Fokussierter Multilaterialismus Meier, Oliver ; Staack, Michael | Bonn : Friedrich-Ebert-Stiftung, März 2025 wie China und Deutschland bei Rüstungskontrolle, Abrüstung und Nichtverbreitung besser zusammenarbeiten können Zum Download (PDF)
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