Sozial-ökologische Transformation

Lateinamerika steht im Zentrum der globalen Klimakrise – und zunehmend im Fokus geopolitischer Rivalitäten. Als Lieferant kritischer Rohstoffe ist die Region Schlüsselakteur der Energiewende. Doch Extraktivismus, fragile Lieferketten und geopolitische Machtkämpfe verschärfen die Lage.

Das Projekt Sozial-Ökologische Transformation der Friedrich-Ebert-Stiftung in Lateinamerika setzt daher auf eine sozial gerechte Transformation und demokratische Teilhabe. So kann aus dem „Ressourcenfluch“ eine nachhaltige und faire Zukunft erwachsen.

Lateinamerika steht im Zentrum der globalen Klimakrise und geopolitischer Umbrüche. Als Lieferant kritischer Rohstoffe ist der Region längst eine Schlüsselrolle für die Energiewende auch in Europa zugekommen. Zugleich schwächt der US-Austritt aus dem Pariser Abkommen die multilaterale Klimakooperation insgesamt. Auch die UN-Bilanz zur Erreichung der Agenda 2030 aus dem Jahr 2024 zeigt eindringlich: Die Sustainable Development Goals (SDGs) bleiben weitgehend unerreicht. Geopolitische Spannungen, fragile Lieferketten und Rivalitäten zwischen USA, China und der EU um Ressourcen schaffen ein komplexes Trilemma aus Klima, Energie und Geopolitik, welche die Region und ihre Partner vor massive Herausforderungen stellt. Verschärft wird dieses Problem durch Widerstand gegen nachhaltige Politikentwürfe, durch Leugnung des Klimawandels, organisierte Kriminalität und Gewalt gegen Umweltaktivist_innen.

Vor diesem Hintergrund setzt sich das Projekt Sozial-Ökologische Transformation der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Sitz in Mexiko-Stadt für eine progressive, sozial gerechte Transformation in der Region ein. Konzeptionell geht es darum, Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen, legitime Entwicklungsanliegen und verantwortungsbewusste Ressourcennutzung zum Erhalt der Biodiversität miteinander zu verknüpfen, rein extraktivistische Entwicklungsmodelle auf den Prüfstand zu stellen und länderübergreifende Dialoge für solidarische und nachhaltige Wirtschaftsmodelle zu fördern.

Nur durch breite Bündnisse aus Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, Wirtschaft und marginalisierten Gruppen können krisenfeste Strategien entstehen, die regionale demokratische Präferenzen abbilden und nachhaltige soziale Aufstiegschancen schaffen. Nicht zuletzt das Escazú-Abkommen von 2018 bietet hierbei ein starkes Instrument, um demokratische Mitbestimmung auch marginalisierter Gruppen zu fördern und ökologische Standards zu sichern.

Klar ist auch: Die Transformation erfordert einen demokratischen Dialog, der Lasten und Gewinne gerecht verteilt. Gesellschaftliche Fragmentierung und patriarchale Machtstrukturen behindern Fortschritte, während Wahlergebnisse in westlichen Demokratien den Rückhalt für Klimapolitik schwächen. Die FES setzt auf die Vernetzung von Multiplikator*innen aus Politik, Medien und Zivilgesellschaft, um nachhaltige Alternativen zum Extraktivismus zu entwickeln. Postwachstumskonzepte, die Ressourcenschonung und Biodiversität priorisieren, sind zentral, um eine Brücke zwischen nachhaltiger Entwicklung und Umwelt zu schlagen.

Ein weiterer Fokus liegt auf urbanen Herausforderungen: 80 % der lateinamerikanischen Bevölkerung leben in Städten, wo Verkehr und Bauwirtschaft die Emissionen steigern. Landflucht führt zu prekären Siedlungen mit unzureichender Infrastruktur. Das Projekt unterstützt progressive Akteure, die klimafreundliche Stadtentwicklung und politische Partizipation fördern, um soziale und ökologische Gerechtigkeit zu verbinden.

Grundsätzlich ist es Ziel des Projekts, die Debatte über eine „Just Transition“ voranzubringen, die tatsächlich niemanden zurücklässt. Denn klar ist auch: Lateinamerika kann seine geopolitische Bedeutung nutzen, um vom „Ressourcenfluch“ zu einer gerechten Zukunft zu gelangen – wenn gesellschaftliche Mehrheiten mobilisiert und demokratische Prozesse gestärkt werden.

Hier geht es zur Website des Projekts sozialökologische Transformation in Mexiko und zum FES-Webportal „Die Welt gerecht gestalten“.

Referat Lateinamerika und Karibik

Mareike Le Pelley

Hiroshimastr. 28
10785 Berlin

+49 30 269 35-7405

Mareike.LePelley(at)fes.de


Regionalprojekt Sozial-ökologische Transformation

Friedrich-Ebert-Stiftung

Astrid Becker
Yautepec No. 55, col. Condesa
06140 México D. F., México

+52 55 5553 5302
+52 55 5254 1554

transformacion[at]fesmex.org

Das Referat Lateinamerika und Karibik arbeitet in folgenden Themenfeldern:

  • Soziale Gerechtigkeit
  • Demokratie
  • Sozial-ökologische Transformation
  • Friedens- und Sicherheitspolitik
  • Internationale Politik

Wir fördern den politischen Austausch zwischen Lateinamerika, Deutschland und Europa.

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Publikationen

Blanco, Mariana (Hrsg.) ; Navarro, Mariel (Hrsg.) ; Niño, Catalina (Hrsg.)

Climate crisis, extractivism, and security in Mesoamerica

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Blanco, Mariana (Hrsg.) ; Navarro, Mariel (Hrsg.) ; Niño, Catalina (Hrsg.)

Crisis climática, extractivismos y violencia

una mirada sobre la complejidad de Mesoamérica

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Cabrera Velasco, Nora Esther

(In)justicia climática en América Latina

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Muñoz Ávila, Lina ; Padilla Ciodaro, María Elvira ; Marín López, Daniel ; Peñaranda, Paula

Acuerdo de Escazú, derechos humanos y empresas en el licenciamiento ambiental Colombiano

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Acosta Puertas, Jaime

Reindustrialización, reconversión laboral y transición energética justa en Colombia

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Vázquez Heredia, Omar

Crisis climática y derechos humanos en Venezuela

una aproximación al debate entre justicia climática y seguridad

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Cisterna Gaete, Pedro

¿Convergencia o divergencia?

América Latina y el Caribe en las negociaciones limáticas

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Seco, Héctor ; Souza Rodríguez, María Fernanda ; Carbajales, Andrés

Justicia ambienta

una lucha de las y los trabajadores

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Izzo Gioiosa, Michela ; Bautista, Nelson

Diálogo para la reforma ambiental

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Erazo, Maritza

El cambio climático ya ilegó

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