Gendern

Was bedeutet Gendern?

Gendern ist ein Verb und hat seinen Ursprung in dem englischen Substantiv „the gender“, übersetzbar mit „das Geschlecht“. Das deutsche Verb „gendern“ bedeutet, das Geschlecht sprachlich sichtbar zu machen, sei es das von Männern oder von Frauen oder von allen Geschlechtern. Ein Beispiel macht klar, worum es geht: Eine Personenbeschreibung ist maskulin und ist deshalb männlich gegendert. Soll dieses Wort auch für Frauen stehen oder für alle Geschlechter, so bedeutet dies im Kontext von gendersensiblem Sprachgebrauch: Diese Personenbeschreibung muss gegendert werden. Sie ist eigentlich schon gegendert, nämlich männlich, aber dies ist einseitig und in diesem Zusammenhang nicht erwünscht.

 

Das Gendern erfolgt durch verschiedene Methoden:

 

  1. Beidnennung:
    Die männliche und die weibliche Bezeichnung werden hintereinander genannt. Die Reihenfolge kann umgekehrt sein, abhängig vom gewünschten Inhalt.
  2. Sichtbarmachen der Vielfalt der Geschlechter:
    Dies erfolgt durch Hinzufügen eines Genderzeichens in einer Personenbezeichnung. Es steht zwischen dem männlichen Wortteil und vor dem Anhängsel -innen, das die Weiblichkeit markiert. Es kann der Genderstern, der Genderdoppelpunkt, der Gendergap oder ein anderes dafür vorgesehenes Zeichen sein.
  3. Geschlechtsneutrales Texten:
    Durch Umschreibungen, Relativsätze, Abstraktionen oder Partizipien wird kein Geschlecht hervorgehoben. Dies empfiehlt sich dann, wenn dies für die inhaltliche Aussage nicht erforderlich ist.

 

Gendern ist zum negativ besetzten Reizwort geworden. In der hitzig geführten Debatte zur gendersensiblen Sprache richtet sich die Kritik vor allem gegen den Genderstern. Wie alle Genderzeichen ist der Stern mit den deutschen Rechtschreibregeln nicht konform; er wird als Fremdkörper wahrgenommen. Auch das Gendern beim Sprechen mittels des Glottisschlags, also eine minimale Sprechpause an der Stelle, an der das Genderzeichen sitzt, erzeugt Unmut, genauso wie neugeschöpfte Partizipien.

 

Gendersensibles Schreiben und Sprechen kann auch mit herkömmlichen Mitteln der deutschen Sprache erfolgen und fällt dann nicht als Gendern auf, obwohl es Gendern ist.

 



Weitere Beiträge zum Thema Gender und Geschlechtergerechtigkeit:

Publikation: Von Belgien, Schweden und Spanien lernen!

21.09.2020 Gender Publikation, Veranstaltung, News, Gender
 
Women and the Future of the Digital Economy in Asia

Frauen und die Zukunft der digitalen Ökonomie in Asien

29.05.2020 Gender Weltweit
 

MACROSCOPE: Forging a Feminist Future in the COVID-19 Recovery

Blog, Gender Weltweit
 

Gefährdete Arbeitskräfte werden noch stärker gefährdet

14.05.2020 Blog, Flucht, Migration, Integration, Migrationspolitik, Gender
 
Frauen in Lagos

Confronting the Tale of the big Equalizer: Feminist Perspectives and Responses to the Pandemic

15.05.2020 News, Interview, Blog, Gender Weltweit
 

Providing Face-to-Face Care During COVID-19

06.05.2020 Blog, Gender Weltweit
 

The Last Daycare Standing

05.05.2020 Blog, Gender Weltweit
 
Illustration von Robotern und einer Frau mit Kind auf dem Arm. Vor ihr stehen Stellvertretende Beispiel für Haushalt. Ein Bügelbrett, ein Arzneikoffer, eine Geldböse, ein Kehrblech und eine Einkaufstüte.

Auf der ganzen Welt leisten Frauen die Mehrheit der (unbezahlten) Pflegearbeit.

04.05.2020 Publikation, Gender Weltweit
 

Women's Care Burden Has to be Recognised

29.04.2020 Blog, Gender Weltweit
 

Noch mehr Druck: Ärzt_innen und Pflegekräfte kämpfen an der Front in Nepal  

22.04.2020 Blog, Gender Weltweit
 
nach oben