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Launch Event "Geschlechterrolle rückwärts in Russland und der Türkei?! Die Rolle von Parteien im antifeministischen Backlash"

Veranstaltungsnummer: 288480als .ics herunterladen

Die Geschlechterfrage wird zunehmend zu einem strategischen Mobilisierungsinstrument autoritärer Ideologien, die gesellschaftliche Spaltungen für politische Zwecke ausnutzen wollen. Die Instrumentalisierung von Geschlecht und Sexualität ist zu einer bewussten Strategie der Machtpolitik geworden, die oft in überkommenen patriarchalen Strukturen verwurzelt ist. Das ist sicherlich kein Zufall, sondern eine bewusste Strategie: Unter dem Kampfbegriff einer vermeintlichen „Gender-Ideologie” werden die Rechte von Frauen und marginalisierten Gruppen systematisch untergraben und als Bedrohung für die nationale Sicherheit, traditionelle oder familiäre Werte oder bestehende Geschlechterrollen dargestellt. Dies geschieht nicht nur durch den Rückzug aus oder die Verweigerung der Ratifizierung von entsprechenden Konventionen, wie der Istanbul-Konvention zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen, oder durch die Blockade gleichstellungspolitischer Instrumente. Antifeministische Ideologien und Narrative dienen auch als Deckmantel für Gesetze, die sich gegen weitere marginalisierte Gruppen, LGBTIQ, die Zivilgesellschaft und andere Kontrollinstanzen der Exekutive richten.

Zwei neue Studien aus der Reihe „Triumph der Frauen?” der Friedrich-Ebert-Stiftung analysieren die sich wandelnden Geschlechterverhältnisse in der Türkei und in Russland und die Rolle, die die jeweiligen Regierungsparteien bei der Aufhebung der Rechte von Frauen und LGBTIQ spielen. Selime Büyükgöze befasst sich mit der Regierungspartei AKP in der Türkei, die eine asymmetrische und zunehmend antifeministische Geschlechterordnung aufrechterhält und dabei mit einer sorgfältig ausgewogenen Kombination aus religiöser Moral, Nationalismus und kontrollierter Modernisierung arbeitet. Alexandra Talaver untersucht, wie die Partei „Einiges Russland“ unter Putin unter dem Vorwand der „Verteidigung der Nation“ lediglich symbolisch Frauen stärkt und dabei machtpolitisch instrumentalisiert, gleichzeitig aber ihre Rechte und insbesondere die Rechte von LGBTIQ-Personen systematisch untergräbt.
Gemeinsam mit internationalen Expert*innen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft werden wir diese Erkenntnisse genauer untersuchen und ihre Auswirkungen auf autoritäre Regierungsformen diskutieren.
In einem interaktiven Format laden wir das Publikum ein, eigene Erfahrungen und Erkenntnisse einzubringen und gemeinsam demokratische Strategien und Allianzen zu erörtern, mit denen dem globalen Antifeminismus wirksam entgegengewirkt werden kann.

Die Veranstaltung wird Deutsch/Englisch gedolmetscht.

Termin

Mittwoch, 15.04.26
18:30-21:00 Uhr

Registrierung möglich
von Donnerstag, 12.03.26 bis Mittwoch, 15.04.26

Teilnahmepauschale
keine

Veranstaltungsort

Berlin

Hiroshimastraße 17
10785 Berlin

Ansprechpartner_in

Stefanie Elies

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