17.10.2018

Wie faire Gestaltung von Einwanderung Perspektiven schafft

Ein Interview mit Jane Buo, die von den Philippinen nach Deutschland kam, um hier als Krankenpflegerin zu arbeiten.

Das Thema Migration hält die öffentliche Debatte in Deutschland in Atem. Dabei wird nur selten zwischen Migration aufgrund von Krieg, Gewalt und Verfolgung und Arbeits- oder auch Bildungsmigration unterschieden. Dass es in der Praxis Überschneidungen zwischen diesen Kategorien gibt, ist kein Geheimnis. Rechtlich macht es einen Unterschied, weswegen ein Mensch und aus welchem Land er oder sie nach Deutschland kommen möchte. Im Hinblick auf Arbeitsmigration urteilen Fachleute immer wieder, dass Deutschland insgesamt ein sehr liberales Einwanderungsrecht habe.

Deutschland braucht ein kohärentes, übersichtliches Einwanderungsgesetz

Fakt ist aber auch: Sowohl für Arbeitssuchende aus dem Ausland, als auch Arbeitgeber – von denen viele aufgrund der Fachkräfteknappheit in manchen Branchen dringend Personen aus dem Ausland suchen – ist es schwierig den Über- und Durchblick im deutschen Regelungs- und Verodnungsdschungel zu behalten. Kein Wunder, dass es schon seit langem politische Forderungen gibt, dem faktischen Einwanderungsland Deutschland endlich auch ein kohärentes, übersichtliches Einwanderungsgesetz zu geben. Dieses könnte nicht zuletzt dazu beitragen, das Thema Migration zu versachlichen und die politisch harsch geführte Debatte um das Thema zu entschärfen. Zur Zeit erarbeitet die Bundesregierung auf der Grundlage des Koalitionsvertrags ein Fachkräftezuwanderungsgesetz.

Erwerbstätigenzuwanderung im Klartext

Zu diesem Thema luden der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung am 10. Oktober 2018 zur Fachtagung "Erwerbstätigenzuwanderung im Klartext: Faire Gestaltung schafft Perspektiven", um sich mit den zentralen Eckpunkten auseinander zu setzen, die bei der Regelung der Zuwanderung von Arbeitnehmer_innen eine Rolle spielen werden.

Perspektiven aus der Praxis

Auch in der Vermittlungspraxis gibt es bereits einige gute Beispiele. So schilderte die examierte Krankenpflegerin Jane Buo, die 2014 über das Programm "Triple Win" von den Philippinen nach Deutschland kam, ihre Erfahrungen. Mittlerweile arbeitet sie auf der neurologischen Intensivstation der Universitätsklinik Tübingen. Ihre berufliche und persönliche Zukunft sieht sie in Deutschland. "Triple Win" wird von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) in Kooperation mit den Herkunftsländern der Pflegekräfte durchgeführt. Dabei werden nur Länder berücksichtigt, die einen Überschuss an entsprechenden Fachkräften aufweisen.

Im Rahmen der Tagung trafen wir Jane Buo zum Interview.

 

Kontakt in der FES: Susan Javad, Referentin für Migration und Integration in der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik

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