• Blog
  • Denkanstoß Geschichte

Tagungsbericht "The British General Strike of 1926: New Directions of Research" in Newcastle-upon-Tyne

Nikolai Wehrs

Zum 100. Jubiläum des britischen Generalstreiks von 1926 beleuchtete eine Tagung am 7./.8. Mai 2026 im britischen Newcastle die Gründe für das Scheitern: fehlende Vorbereitung, staatliche Gegenwehr und gescheiterte internationale Solidarität.

“Generalstreik” war in der revolutionären Phase der Arbeiterbewegung an der Wende zum 20. Jahrhundert ein gerade zu mythisch umwobener Begriff. Konnte (und sollte) das Proletariat durch organisierte Massenaktion die wirtschaftliche Produktion umfassend lahmlegen und so den Umsturz der bürgerlich-kapitalistischen Klassenherrschaft erzwingen? Michail Bakunin, Rosa Luxemburg, Georges Sorel und andere diskutierten das Konzept theoretisch. Praktische Erprobungen waren rarer, fielen aber durchaus ermutigend aus. 1893 erkämpften die belgischen Arbeiter:innen per Massenstreik eine Ausweitung des Wahlrechts. In Deutschland schlug 1920 ein Generalstreik den rechtsnationalistischen Kapp-Putsch gegen die Weimarer Republik nieder. Den nächstgrößeren Aufstand, dessen Scheitern dann aber die Begeisterung im sozialistischen Lager nachhaltig abkühlte, wagten vor hundert Jahren, im Mai 1926, die britischen Gewerkschaften.

Im Gegensatz zu den genannten Vorläufern handelte es sich beim Generalstreik in Großbritannien 1926 nicht um einen politischen Streik, sondern um einen Solidaritätsstreik für die britischen Bergarbeiter. In den politisch-sozialen Unruhen nach dem Ersten Weltkrieg hatten die Bergarbeiter im Vereinigten Königreich erhebliche Lohnsteigerungen und den Siebenstundentag erkämpft. Als das Land 1925 infolge der von Schatzkanzler Winston Churchill durchgesetzten Rückkehr des Pfund Sterling zum Goldstandard in die Rezession schlitterte, sahen die privaten Betreiber der Zechen die Gelegenheit gekommen, diese Zugeständnisse wieder einzufordern. Die Bergarbeitergewerkschaften widersetzten sich mit dem Slogan “Not a penny off the pay, not a minute on the day”. Die Zechenbetreiber reagierten Ende April 1926 mit dem Ausschluss von mehr als einer Million Bergarbeitern. Am 3. Mai 1926 rief daraufhin der Trade Union Congress (TUC), der Dachverband der britischen Gewerkschaften, seine Mitglieder in der Schwerindustrie, im Verkehrs- und Transportsektor, im Schiffbau, in den Häfen und in den Druckereien zur Niederlegung der Arbeit auf. Circa 1,7 Millionen Arbeiter:innen traten in den Ausstand. 
 

Allerdings hatte sich die konservative Regierung von Premierminister Stanley Baldwin auf das Szenario eines Generalstreiks intensiv vorbereitet und mit der “Organisation for the Maintenance of Supplies” (OMS) einen Verband von mehreren hunderttausend Freiwilligen geschaffen, die während der folgenden Woche die vitalen Funktionen des öffentlichen Lebens am Laufen hielten. Nach nur neun Tagen wurde der Generalstreik am 12. Mai vom TUC sang- und klanglos abgeblasen, ohne auch nur die geringste Konzession erreicht zu haben. Die Bergarbeiter selbst hielten ihren Streik noch bis November 1926 durch, dann zwang ihre verzweifelte wirtschaftliche Lage auch sie zur Kapitulation. Was die Sternstunde der britischen Arbeiterbewegung hätte sein sollen, endete so im Debakel.

Die großen Geschichten des „1926 general strike“ sind längst geschrieben. Abgesehen von einigen Ausstellungen in historischen Archiven, darunter einer im großartigen People’s History Museum in Manchester, hat das diesjährige „centenary“ in der britischen Öffentlichkeit bislang eher wenig Resonanz gefunden. Immerhin, mitten in der Jubiläumswoche fand in Newcastle upon Tyne eine geschichtswissenschaftliche Fachtagung statt, auf der Labour Historians (vornehmlich, aber nicht ausschließlich aus Großbritannien) zusammentrugen, was an „new directions of research“ in Bezug auf die Geschehnisse von vor hundert Jahren auszumachen ist. Wie dieser Tagungsbericht zeigen soll, lohnt es sich aber, genauer hinzusehen, wo die neuen Trends tatsächlich neu sind und wo sie an ältere Debatten anknüpfen. Zugleich boten die Diskussionen in Newcastle dem deutschen Beobachter reichlich Gelegenheit, einige Charakteristika der britischen Labour Historians zu registrieren, die diese teils markant von ihrem deutschen Pendant unterscheiden.

Obwohl beispielsweise nach 100 Jahren alles andere als neu, kam auch in Newcastle kein Vortrag ohne Reflektion der Gründe für das Scheitern der Streikbewegung von 1926 aus. So analysierte der Wirtschaftshistoriker Quentin Outram (Leeds University) systematisch, wie die seinerzeit noch extrem kohlebasierte britische Volkswirtschaft überhaupt einen sieben-monatigen Bergarbeiterstreik überstehen konnte (im Unterschied etwa zum Deutschen Reich, wo bekanntlich 1923 der „passive Widerstand“ gegen die Ruhrbesetzung zu einer Hyperinflation geführt hatte). Die Erklärung lag in der Kombination aus einem Exportbann für Kohle und strenger Rationierung im Inland, wobei letztere von der konservativen Regierung gezielt auf die ohnehin streikgeschwächte Schwerindustrie, wenig bis gar nicht aber auf Stromerzeugung und Lebensmittelproduktion angewendet wurde. Während so Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit in der Industriearbeiterschaft anstiegen, wuchsen die Lebenshaltungskosten der Mittelklassen kaum. 

Freilich war die Regierung im Glück, dass der Streik vornehmlich im Sommer stattfand und sich kaum noch in die Heizperiode hinein erstreckte.

Dies blieb interessanterweise der einzige systematische Blick auf das Handeln der Gegenspieler zur Streikbewegung – den Staat und seine wirtschaftlichen Eliten. Sehr viel ausführlicher wurden die Gründe für das Scheitern des Streiks in der mangelnden Vorbereitung durch die Gewerkschaftsführungen gesucht. Wie Kevin Morgan (University of Manchester) aufzeigte, hatte es in der britischen Arbeiterbewegung vor 1926 kaum Debatten über das Generalstreikkonzept gegeben. Sein Hauptpromotor, der Gewerkschafter Tom Mann, kam vom Anarchosyndikalismus her. Für ihn hatte „general strike“ vor allem mit direkter Aktion ›von unten‹ zu tun. Ernest Bevin, 1926 die zentrale Figur in der TUC-Exekutive, konzipierte ihn dagegen streng zentralistisch ›von oben‹. David Lyddon (Keele University) lenkte den Blick auf die über 80 Einzelgewerkschaften, die unter dem Dach des TUC am Generalstreik beteiligt waren. Obwohl sie die Entscheidung für und wider den Streik de facto an den TUC delegiert hatten (oftmals konträr zu ihren Satzungen), mussten sie die Streikgelder für ihre Mitglieder aus eigener Kasse zahlen, was vor allem die zahlreichen kleineren Gewerkschaften hoffnungslos überforderte. Die verheerende Wirkung des überstürzten Streikabbruchs auf die Kampfmoral der Arbeiter dokumentieren Stimmen aus dem Oral-History-Archiv des verstorbenen Labour Historians Ian MacDougall, die Andy Clark (University of Stirling) präsentierte: „The workers had to creep back to their jobs like beaten dogs“ reminiszierte noch 1963 ein Eisenbahner aus Dundee: „A great army had been demoralized without really engaging in battle“.

Dass die zögerliche Haltung der Labour Party zum Generalstreik zu verurteilen sei, schien unter den Anwesenden in Newcastle ein Konsens zu sein, obwohl die politischen Gründe für dieses Zögern, nicht zuletzt erhebliche Zweifel an der Legalität eines derartig ausgeweiteten Sympathiestreiks, in den Diskussionen kaum geprüft wurden. Problematisiert wurde dagegen der fraglos ausgeprägte Antikommunismus im gemäßigten Lager der Arbeiterbewegung. Die zeitgenössische „reds-under-the-bed“-Hysterie macht es bis heute schwer zu bewerten, wie groß der Einfluss von Kommunisten in der Streikbewegung tatsächlich war. Lewis Mates (Durham University) widerlegte in seinem Vortrag den populären „Little Moscow“-Mythos um das Bergarbeiterdorf Chopwell im Nordosten Englands. Der Mythos verdankt sich vor allem dem Umstand, dass ein Portrait von Lenin das Banner der örtlichen Gewerkschaftsloge schmückte – nebst denen von Karl Marx und Keir Hardie, dem ›Urvater‹ der Labour Party.

Parteikommunisten gab es in Chopwell jedoch fast gar nicht. Dafür macht Mates eine starke anarcho-syndikalistische Strömung in der lokalen Streikbewegung aus und hält insgesamt die Rolle des Anarchismus in der britischen Labour History für unterschätzt.

Eine weitere Schwäche der Streikbewegung deckte indirekt die Präsentation von Shirin Hirsch (Manchester Metropolitan University) und David Swanson (University of Manchester) zum Bildgedächtnis des „1926 general strike“ auf: Da die Arbeitsniederlegung in den Druckereien ja maßgeblich darauf abzielte, das Erscheinen von Zeitungen zu behindern, hatten die Streikenden mit der Zeitungspresse auch die Pressefotografie gegen sich. In den Notausgaben der überregionalen Zeitungen fanden sich in den Tagen des Generalstreiks im Mai 1926 kaum positive Bilder der Streikenden, dafür umso mehr von den fröhlichen Streikbrechern der OMS, was erkennbar an die optimistische Bildinszenierung des „home front spirit“ in der Propagandafotografie im Ersten Weltkrieg anknüpfte. Hirsch und Swanson kontrastierten dies mit den wenigen überlieferten Bildern von Amateurfotografen aus der Arbeiterschaft. Auch bei diesen Bildern beeindruckten aber vor allem die Belege alltäglicher Lebensfreude, etwa Szenen badender Bergarbeiterfamilien an warmen Tagen im Streiksommer 1926. Einmal mehr zeigt sich hier, was auch von anderen Bergarbeiterstreiks überliefert ist: Bei allen Sorgen um den Arbeitsplatz wird das Streikerlebnis selbst von den Betroffenen und ihren Familien meist als eine ›gute‹ Zeit erinnert, weil es eine Zeit der Gemeinschaft und Solidarität war – und nebenbei eben auch eine Zeit, in der die Kumpels nicht alltäglich in die Dunkelheit der Bergwerke fahren mussten. 

Eines der erklärten Ziele der Tagung war es, die transnationale Dimension des „1926 general strike“ herauszustreichen. Gegen den Trend, die Geschichte des Streiks als „local history“ der Bergarbeiterdörfer in den „industrial hinterlands“ zu erzählen, forderten sowohl Joe Redmayne (Newcastle University) als auch David Featherstone (University of Glasgow), die „geographies of 1926“ global zu betrachten und dazu Aspekte internationaler Solidarität in der Arbeiterbewegung in den Blick zu nehmen. Redmayne fokussierte auf den Seetransport von Kohle und auf die Verletzlichkeit der globalen Lieferketten des Kapitalismus. So versuchte 1926 die International Transport Workersʼ Federation (ITF) einen Boykott von Kohleimporten nach Großbritannien zu organisieren – ob erfolgreich, blieb auf der Tagung umstritten. Quentin Outram sah keine wirkungsvolle Blockade, verwies zudem auf die Inaktivität der International Minersʼ Federation (IFM) und sprach von einem „failure of international solidarity“.  

Featherstone, gedanklich ebenfalls auf hoher See, verknüpfte den Streik von 1926 mit dem internationalen Seeleutestreik, der im Sommer 1925 von Kanada bis Neuseeland die Häfen des British Empire lahmgelegt hatte. Es handelte sich dabei um einen ›wilden‹ Streik, der sich nicht zuletzt gegen die eigene Gewerkschaft der Seeleute, die National Sailorsʼ and Firemenʼs Union (NSFU), richtete. J. Havelock Wilson, der autoritär regierende Präsident der NSFU, galt als von den Arbeitgebern ›gekauft‹ („a bossesʼ man“) und hatte ohne Konsultation mit den Mitgliedern einer Lohnsenkung zugestimmt. Eine Verbindung zum Streik von 1926 besteht insofern, als Havelock Wilson und die NSFU auch hier die Solidarität mit den Bergleuten verweigerten und sich nicht am Generalstreik beteiligten. Da die NSFU auch bei der rassistischen „Special Restriction (Coloured Alien Seamen) Order“ von 1925 ihre Finger im Spiel hatte, mit der die britische Regierung die Registrierung von nichtweißen Seeleuten als Ausländer vorantrieb,  plädierte Featherstone zugleich für eine Infragestellung von „whitened histories of class“.
Passend dazu referierte Henry Dee (Northumbria University) über den Gewerkschaftsführer Clements Kadalie, dessen Industrial and Commercial Workersʼ Union (ICU) seit 1919 im südlichen Afrika bis zu 250.000 Schwarze Arbeiter gewerkschaftlich organisierte und damit einen machtvollen Gegenpol zum dominanten „white labourism“ schuf. Für Kadalie und die ICU war mit der Streikbewegung in Großbritannien die Hoffnung verbunden, dass eine Niederlage des kapitalistischen Systems in der kolonialen „Metropole“ zugleich das System des britischen Imperialismus in Afrika zum Einsturz bringen würde. Die ICU zeigte sich sowohl beim internationalen Seeleutestreik 1925 als auch beim britischen Bergarbeiterstreik 1926 solidarisch. Der britische Bergarbeiterführer A.J. Cook erwiderte diese Solidarität durchaus, indem er sich später scharf gegen Pläne der Regierung Baldwin wandte, das Problem der Arbeitslosigkeit in den Kohleabbaugebieten durch die Ansiedlung arbeitsloser ‘weißer’ Bergarbeiter in den britischen Dominions zu lösen.
 

Kaspar Braskén (Universität Helsinki) ergänzte den Aspekt der internationalen Solidarität um die Perspektive der Sowjetunion und der Komintern. In der Sowjetunion hatte man nach Lenins Tod und der Stabilisierung der westeuropäischen Demokratien Mitte der 1920er-Jahre mit dem Gedanken der „Weltrevolution“ eigentlich schon abgeschlossen und konzentrierte sich in der beginnenden Diktatur Stalins ganz auf den Aufbau des „Sozialismus in einem Land“. Mit dem britischen Generalstreik 1926 schien sich aber für den Komintern-Vorsitzenden Grigori Sinowjew unerwartet noch einmal die Aussicht zu bieten, dass der Kapitalismus doch in seinem Herzland fallen könnte. Der plötzliche Strategiewechsel zeigte sich auch bei der von Willi Münzenberg von Berlin aus geleiteten Internationalen Arbeiterhilfe (IAH), die gerade ihren Aktionsschwerpunkt von Europa weg und auf die Unterstützung von „Klassenkämpfen“ in China und an anderen Orten der kolonialen Peripherie verlagert hatte. Nun aber organisierte die IAH in Windeseile eine globale Spendensammlung für die ›hungernden‹ Familien der britischen Bergarbeiter. Eher deskriptiv blieb das Referat von Paul Dvořak vom Institut für Historische Sozialforschung in Wien über die Rezeption des britischen Generalstreiks in der österreichischen Sozialdemokratie. Der Austromarxist Otto Bauer sah sich in seiner Skepsis gegenüber dem Instrument des Generalstreiks, zumal für ökonomische Ziele, bestätigt. Acht Jahre später, im Februar 1934, war der politische Generalstreik dann aber Bestandteil des sozialdemokratischen Aufstandsversuchs gegen die austrofaschistische Diktatur Dollfuß – und scheiterte tödlich.

Relativ wenig wurde auf der Tagung in Newcastle über „gender“ gesprochen, was in der Schlussdiskussion von den Teilnehmer:innen durchaus selbstkritisch reflektiert wurde. Immerhin trug Janet Hughes (Anglian Ruskin University, Cambridge) über die Aktivitäten der Frauenvereinigungen der Labour Party während des Generalstreiks vor, in denen sie gerade angesichts der Zurückhaltung der männlichen Parteiführer „the other voice of the party“ erkennen wollte. Matt Perry (Newcastle University) ergänzte dies um ein Portrait der Labour-Aktivistin Ellen Wilkinson, die während des Generalstreiks auf 47 Veranstaltungen im ganzen Vereinigten Königreich sprach. Im August 1926 reiste sie zudem auf Einladung der American Federation of Labor (AFL) in die USA, um dort Unterstützung für die britischen Bergarbeiter zu organisieren. Sie machte sich allerdings unbeliebt bei der AFL-Führung, als sie während ihres Aufenthalts öffentlich einen kommunistisch gelenkten Streik von Textilarbeiter:innen in Passaic, New Jersey, unterstützte.

Unausgesprochen, aber für den deutschen Beobachter besonders evident, war in Newcastle eine diachrone Perspektive ständig präsent: außer vom „1926 general strike“ sprachen die britischen Kolleg:innen immer wieder ohne weitere Datumsangabe über „the minersʼ strike“ – und dann war stets wie selbstverständlich nicht derjenige von 1926, sondern der große Bergarbeiterstreik von 1984/85 gemeint, als die Bergarbeiter über 51 Wochen gegen die Zechenschließungspläne der Regierung von Margaret Thatcher gestreikt hatten. Wie 1926 endete auch 1985 der Streik mit einer vollständigen Niederlage. Dieses jüngste Trauma der britischen Arbeiterbewegung hat bei vielen Labour Historians auch biografisch Spuren hinterlassen und prägt bis heute unverkennbar ihren fachlichen Zugriff. In Deutschland präsentieren und feiern Gewerkschaftshistoriker:innen gerne die Errungenschaften ihrer Bewegung (und dies durchaus reflektiert im Wissen um deren Fragilität): der Achtstundentag, die industrielle Mitbestimmung, „Samstags gehört Vati mir“. In Großbritannien dagegen definieren sich Labour Historians stärker über ihre großen Kämpfe und sie sind offenbar ein wenig verliebt in ihre Niederlagen.

Für den deutschen Gast war die Verknüpfung der historischen Perspektive mit politischem Aktivismus teilweise gewöhnungsbedürftig. Selten hat man Historiker:innen öffentlich so unbedarft über „truth“ und „injustice“ urteilen gehört, wie Janet Hughes in Newcastle („These women stood up against the war on solidarity, they really understood who their enemy was“). Auch die unreflektierte Übernahme des pejorativen Vokabulars der Zeitgenossen für die nichtstreikenden Arbeiter („scab“, „blackleg“) stach hervor. Und wo die akademischen Akteure die Geschichte in den Dienst stellen, tun es die gewerkschaftlichen Aktivisten natürlich erst recht. Henry Fowler von der General Federation of Trade Unions (GFTU), adressierte in einem Grußwort die anwesenden “comrades“ mit dem Appell, den Kampf weiter zu tragen: “We are clear that this is not about some nostalgia of a bygone era […], the history of workers must be understood as a continuum that takes us up to today.“ 
 

Literatur

Blogbeitrag des People’s History Museum, 1926 General Strike. History, cause and legacy, 4.5.2026 [letzter Aufruf: 4.6.2026]. Ausstellung “On The Line: 100 years of strikes & solidarity”, People’s History Museum in Manchester, 21. März - 2. November 1926.

Herrmann, K. Georg : Der Britische Bergarbeiterkampf 1926 und die internationale Gewerkschaftsbewegung. Schwierigkeiten eines ›kämpferischen‹ Internationalismus, in: Frits van Holthoon/Marcel van der Linden (Hrsg.), Internationalism in the Labour Movement 1830–1940, Leiden u.a. 1988, S. 489–517.

Layborn, Keith: General Strike of 1926, Manchester/New York 1993.

Letter Bob Clark to Ian MacDougall, 1963, in: National Library of Scotland Archives, Ian MacDougall Research Collection, ACC 14518, Box 7.

Lunn, Kenneth: The Seamen’s Union and ›Foreign‹ Workers on British and Colonial Shipping 1890–1939, in: Bulletin of the Society for the study of Labour History 53, 1988, S. 5-13.  

Morris, Margaret: The General Strike, Harmondsworth 1976. Für eine positivere Einschätzung des Streikausgangs vgl. Martin Pugh, State and Society. A Social and Political History of Britain since 1870, 6. überarb. Aufl., London u.a. 2022, S. 289f.

Phillips, G. A., The General Strike. The Politics of Industrial Conflict, London 1976.

Tabili, Laura: The Construction of Racial Difference in Twentieth Century Britain. The Special Restriction (Coloured Alien Seaman) Order 1925, in: Journal of British Studies 33, 1994, S. 54–98.
 

Kontakt

AutorIn

Sie haben eine Rückmeldung zum Beitrag oder möchten mehr über unsere Publikationen und Veranstaltungen erfahren?

Sie möchten selbst bei uns recherchieren oder haben ein allgemeines Anliegen?

nach oben