Friedrich Ebert – Tabellarischer Lebenslauf

Friedrich Ebert (1871-1925)


1871

Am 4. Februar 1871 wurde Friedrich Ebert als siebtes von neun Kindern des Schneiders Karl Ebert (1834-1892) und seiner Ehefrau Katharina geb. Hinkel (1834-1897) in der Heidelberger Altstadt geboren.

Seine Geburtswohnung ist heute Kernstück der ständigen Ausstellung der Stiftung Reichspräsident Friedrich-Ebert-Gedenkstätte.

  • Die Heidelberger Pfaffengasse: Im zweiten Haus links wird Friedrich Ebert am 4. Februar 1871 geboren. Die Geburtswohnung ist heute Teil der Reichspräsident-Friedrich-ebert-Gedenkstätte.
    Bild: Die Heidelberger Pfaffengasse: Im zweiten Haus links wird Friedrich Ebert am 4. Februar 1871 geboren. Die Geburtswohnung ist heute Teil der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte. Von: Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte 
  • Geburtshaus in Heidelberg, ca. 1925
    Bild: Geburtshaus in Heidelberg, ca. 1925. Reproduktion 

1877 - 1885

Friedrich Ebert besuchte 1877 - 1885 die Volksschule in der Sandgasse, die heute seinen Namen trägt.

  • Schulklasse mit Friedrich Ebert unten links in der dritten Reihe (x), etwa sieben Jahre alt. Von Ostern 1877 bis März 1885 besucht er die achtklassige Volksschule
    Bild: Schulklasse mit Friedrich Ebert unten links in der dritten Reihe, etwa sieben Jahre alt. Von Ostern 1877 bis März 1885 besuchte er die achtklassige Volksschule, von: Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte. 

1885 - 1888

Er absolvierte von 1885 - 1888 eine Sattlerlehre in Heidelberg


1888/89

1888 begann seine Zeit auf der Walz

  • Die Belegschaft der Sattlerei Conrad Scherz in Wesel, wo Ebert kurze Zeit arbeitet. Er steht rechts neben dem bärtigen Meister und hält ein Sellet, ein Pferde-Rückengeschirr, in den Händen.
    Bild: Die Belegschaft der Sattlerei Conrad Scherz in Wesel, wo Ebert kurze Zeit arbeitet. Er steht rechts neben dem bärtigen Meister und hält ein Sellet, ein Pferde-Rückengeschirr, in den Händen. Von: Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte 

1889

Friedrich Ebert tritt der SPD und der Sattlergewerkschaft bei.

Von 1891-1905 ist er darüber hinaus zeitweise Vorsitzender der Bremer Sattlergewerkschaft.

  • Friedrich Ebert im Alter von 20 Jahren
    Bild: Friedrich Ebert im Alter von 20 Jahren, von: Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte 

1889 - 1891

Im Rahmen des Sozialistengesetzes steht Ebert auf der "schwarzen Liste" der Polizei. Er muss daher ständig seinen Wohnort wechseln. Unter anderem zieht er nach Karlsruhe, München, Mannheim, Kassel, Hannover, Braunschweig, Elberfeld, Remscheid und Quakenbrück. Trotz der Gefahr verhaftet zu werden, bleibt er weiterhin politisch aktiv und gründet u.a. örtliche Zahlstellen des Sattlerverbandes.

  • Haus "Odeon" in Hannover: Ebert hielt dort, während eines Streiks seine Jungfernrede
    Bild: Haus "Odeon" in Hannover: Ebert hielt dort, während eines Streiks seine Jungfernrede. Von: Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte 

1891 - 1894

Friedrich Ebert verdiente seinen Unterhalt in Bremen zuerst als Sattler.

1893 bekam er eine Anstellung als Redakteur bei der "Bremer Bürger-Zeitung".

  • Bremer Bürger Zeitung
    Bild: Bremer Bürger-Zeitung. Von: Bibliothek der FES 
  • Friedrich Ebert auf dem Parteitag 1904
    Bild: Friedrich Ebert auf dem SPD-Parteitag 1904, von: FES/AdsD 

1894

Am 9- Mai 1894 heiratet Ebert die Arbeiterin Louise Rump (23. Dezember 1873-18. Januar 1955). Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor: Friedrich (1894-1979), Georg (1896-1917), Heinrich (1897-1917), Karl (1899-1975) und Amalie (1900-1931)
Georg und Heinrich fallen als Soldaten im 1. Weltkrieg. Amalie stirbt im Alter von 31 Jahren an einem Gallen- und Leberleiden. Friedrich und Karl schlagen beide, wie ihr Vater, eine politische Laufbahn ein. Nach dem 2. Weltkrieg wird Friedrich Oberbürgermeister von Ost-Berlin und Karl Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg.

  • Friedrich Ebert im Kreise seiner Familie, 1916
    Bild: Friedrich Ebert im Kreise seiner Familie, 1916. Von: FES/AdsD 

1894 - 1900

Von 1894 - 1900 führt Friedrich Ebert eine Gaststätte in der Westerstraße. Diese wird zur Anlaufstelle gewerkschaftlicher und politischer Bewegungen.


1896 - 1905

Beginn der parteipolitischen Karriere: 1899 wird Ebert in die Bremer Bürgerschaft gewählt; gleichzeitig wird er Bremer SPD-Fraktionsvorsitzender und Arbeitersekretär.

  • Internationaler Sozialistischer Kongress in Amsterdam, 1904
    Bild: Internationaler Sozialistischer Kongress in Amsterdam, 1904. Von: FES/AdsD 

1905

Umzug nach Berlin; Wahl in den SPD-Parteivorstand

  • Eröffnung der SPD-Parteischule in Berlin, 1906
    Bild: Eröffnung der SPD-Parteischule in Berlin, 1906. Von: FES/AdsD 
  • Mitglieder des SPD-Parteivorstandes, 1909
    Bild: Mitglieder des SPD-Parteivorstandes, 1909. Von: FES/AdsD 

1912 - 1918

Mitglied des Reichstages

  • Sozialdemokratische Reichstagsfraktion
    Bild: Sozialdemokratische Reichstagsfraktion, von: FES/AdsD 

1913 - 1919

Nach dem Tode August Bebels werden Friedrich Ebert und Hugo Haase zu neuen SPD-Parteivorsitzenden gewählt.

  • SPD-MdR Philipp Scheidemann; SPD-Vorsitzender Friedrich Ebert; SPD-Vorsitzender Hugo Haase
    Bild: SPD-Vorsitzender Friedrich Ebert; SPD-MdR Philipp Scheidemann; SPD-Vorsitzender Hugo Haase. Von: FES/AdsD 

1916

Zudem wird er am 11. Januar 1916 neben Philipp Scheidemann Vorsitzender der SPD-Reichstagsfraktion.

  • Philipp Scheidemann, 1925
    Bild: Philipp Scheidemann, 1925. Von: FES/AdsD 

1917

Verhandlungen einer von Ebert geführten SPD-Delegation zur Vorbereitung einer internationalen Friedenskonferenz der Sozialisten in Stockholm.

  • Friedenskongress in Stockholm, 1917
    Bild: Friedenskongress in Stockholm, 1917. Von: FES/AdsD 

1918

Am 3. Oktober 1918 wird die SPD unter Friedrich Ebert erstmals an der Übergangsregierung beteiligt.

Kaiser Wilhelm II. dankt am 9. November 1918 ab und Philipp Scheidemann ruft die Republik aus. Daraufhin wird der Rat der Volksbeauftragten gebildet um die Wahlen zur Nationalversammlung vorzubereiten.

  • Rat der Volksbeauftragten
    Bild: Rat der Volksbeauftragten, von: FES/AdsD 

1919

Die unsichere Lage in Berlin veranlasst die Revolutionsregierung, die am 19. Januar 1919 gewählte Nationalversammlung an einem Ort außerhalb der Reichshauptstadt zusammenzurufen. Am 6. Februar 1919 um 15.15 Uhr eröffnet Friedrich Ebert in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten im Saal des Theaters zu Weimar das erste aus wirklich freien, geheimen und allgemeinen Wahlen hervorgegangene Reichsparlament in der deutschen Geschichte. Fünf Tage später, am 11. Februar 1919, wird er zum Reichspräsidenten gewählt. Ebert sieht sich als Präsident aller Deutschen. Für ihn ist klar: "Demokratie braucht Demokraten".

  • Friedrich Ebert winkend auf dem Balkon des Nationaltheaters
    Bild: Friedrich Ebert winkend auf dem Balkon des Nationaltheaters, von: FES/AdsD 
  • Friedrich Ebert bei der Eröffnungsrede am Rednerpult
    Bild: Friedrich Ebert bei der Eröffnungsrede am Rednerpult, von: FES/AdsD  

1922

Mit 314 von 390 Stimmen wird Friedrich Ebert für drei weitere Jahre wiedergewählt.

  • Friedrich Ebert beim Verlassen des Reichstages, 1922
    Bild: Friedrich Ebert beim Verlassen des Reichstages, 1922. Von: FES/AdsD 

1925

Während einer beispiellosen Hetzkampagne stirbt Friedrich Ebert am 28. Februar 1925 an den Folgen eine Blinddarmentzündung. Fünf Tage später wird er in Heidelberg beigesetzt. Auf dem Grabstein steht sein Wahlspruch: "Des Volkes Wohl ist meiner Arbeit Ziel"

Mit den auf der Trauerfeier am 3. März eingenommenen Spenden wird nach Beschluss des Parteivorstandes vom 2. März 1925 die Friedrich-Ebert-Stiftung gegründet. Ihr Ziel ist es, mittellosen Arbeiterkindern ein Studium an einer Universität zu ermöglichen.

  • Bei der Beisetzung Friedrich Eberts, 1925
    Bild: Bei der Beisetzung Friedrich Eberts, 1925. von FES/AdsD 
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