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Nach der Einführung eines demokratischen Systems Anfang der 1980er Jahre begann die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) 1985 ihre Arbeit in Bolivien. Vor dem Hintergrund schwacher demokratischer Institutionen sowie schwerer politischer und gesellschaftlicher Polarisierung versucht die Friedrich-Ebert-Stiftung, den pluralistischen und sachorientierten Dialog zwischen progressiven Akteuren aus Politik und Zivilgesellschaft zu stärken.
Bolivien erlebt seit der Einführung eines demokratischen Systems Anfang der 1980er Jahre trotz zahlreicher Rückschritte seine historisch längste Phase demokratischer Kontinuität. Vor allem die Amtszeit des ersten indigenen Präsidenten Evo Morales (2006 - 2019) vom Movimiento al Socialismo (MAS) prägte das Land: Die politische Beteiligung indigener Gruppen, die gut 60% der Bevölkerung ausmachen, wurde gestärkt, die Armut stark reduziert. Die Wirtschaft wuchs zunächst mit Hilfe eines extraktivistischen Wirtschaftsmodells. Zugleich nahm die Unabhängigkeit staatlicher Institutionen ab. Allerdings zerlegte sich die MAS über interne Machtkonflikte ab 2020 zunehmend und ließ das Land zugleich ungebremst in eine enorme Wirtschaftskrise schlittern. 2025 wurde sie abgewählt, zugunsten einer Minderheitenregierung aus mehrheitlich bürgerlichen Parteien. Geleitet wird sie vom zentristischen Präsidenten Rodrigo Paz. Diese Regierung steht vor zahlreichen Herausforderungen: Die politische und gesellschaftliche Polarisierung im Land ist hoch, gleichzeitig leidet die Bevölkerung nicht nur unter der Wirtschaftskrise, die viele soziale Errungenschaften wieder rückgängig macht, sondern auch unter einer politisch-institutionellen Krise beispielsweise des Justizapparats, einer sozialen Krise u.a. wegen der extrem hohen Informalität auf dem Arbeitsmarkt und einer massiven Umwelt- und Klimakrise.
Die FES nahm die Arbeit in Bolivien im Jahr 1985 auf. Vor dem Hintergrund der umfassenden strukturellen Veränderungen der vergangenen Jahre, aber weiterhin schwacher demokratischer Institutionen sowie der politischen Polarisierung versucht die FES, den pluralistischen und sachorientierten Dialog zwischen progressiven Akteuren aus Politik und Zivilgesellschaft zu stärken. Darüber hinaus kooperiert die Stiftung mit bolivianischen Gewerkschaften und unterstützt sie bei der Modernisierung von Strukturen und Strategien. Sozialpolitik, Geschlechtergerechtigkeit und Fragen eines ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklungsmodells sind Gegenstand weiterer Dialogforen mit politischen Akteuren.
Omar Suárez, Ruy
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Zur Publikation
Aguirre Alvis, José Luis
informe de consultoria
Fernández Saavedra, Gustavo
Oporto Castro, Henry
Sina Musfeldt
Hiroshimastr. 2810785 Berlin
+49 30 269 35-7457
Sina.Musfeldt(at)fes.de
Friedrich-Ebert-Stiftung
Christine-Felice Röhrs
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