Sarah Leitsmann

Europas Jugend: Hashtags und Blogs als politische Partizipation?

Jugendlichen wird oft bescheinigt, dass sie sich nicht sonderlich für Politik interessieren - ein Mythos! Politik geht bei jungen Menschen heute eben "anders".

Fridays for Future oder die Demonstrationen gegen Uploadfilter – das sind nur zwei Beispiele für politische Bewegungen, die zu großen Teilen von jungen Menschen in Europa getragen werden. Die „Fridays-for-Future“-Bewegung bringt seit Monaten Tausende von Schüler_innen und jungen Menschen auf die Straße. Jeden Freitag wird für eine effizientere Klimapolitik protestiert – europaweit. Gegen die EU-Urheberrechtsreform haben zuletzt mehrere zehntausend Menschen in Deutschland protestiert. Viele davon waren jünger als 30 Jahre.

Das Klischee, dass junge Menschen sich nicht für Politik interessieren, ist mehr als überholt. Immer wieder äußern junge Menschen ihre Meinung laut und medienwirksam. Eine Informations- und Dialogplattform bietet hier die Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Blog zur Europa-Wahl  „We-like“, der in Zusammenarbeit dem Verein jung und engagiert e.V. entstanden ist. Hier finden junge Menschen Informationen rund um Europa, die sie betreffen und die ihnen ermöglichen, einen eigenen Standpunkt zu europapolitischen Themen zu entwickeln. Ihre Ideen, Wünsche, Kritik können sie dann aktiv über die Social Wall unter dem #meineuropa und #rettetdiewahlen einbringen.

Viele junge Menschen wünschen sich mehr Einfluss auf die Politik in der EU. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Europa – brauchen wir das noch oder kann das weg?“ des Think Tanks für politische Partizipation dpart im Auftrag des Forum Politik und Gesellschaft der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die EU ist für die meisten jungen Menschen in Deutschland ein wichtiger Teil in ihrem Leben. Sie ermöglicht ihnen das Reisen und das Arbeiten im Ausland – für viele junge Menschen der größte Vorteil der EU.

Sie fordern Umweltschutz, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Aufklärung

Die Studie widmet sich der Frage, wie junge Menschen in Deutschland Europa und die EU kurz vor der Europawahl sehen. Dabei werden verschiedenen Fragen beantwortet, etwa wie wichtig die EU für junge Menschen ist und welchen Vibe sie hat.

Viele junge Menschen sehen in der EU ihre Zukunft – nur mit der EU lässt sich diese so gestalten, dass Menschenrechte, Demokratie und Freizügigkeit leitende Werte sind. Um diese Zukunft zu sichern sind jungen Menschen besonders die Themen Umweltschutz, Klimawandel, Menschenrechte, Demokratie sowie die Bekämpfung von Armut und sozialer Ungleichheit wichtig.

Darüber hinaus fordern die Befragten mehr Informationen über die EU ein – am besten durch einen zielgerichteten Unterricht in der Schule. Fast 90 Prozent aller befragten jungen Menschen gaben an, dass es Pflicht sein sollte, über die Rechte und Pflichten der EU-Bürgerschaft in der Schule zu sprechen.

Es ist ihre Zukunft und auch ihr Europa

Junge Menschen möchten sich politisch engagieren und ihre Stimme in den politischen Prozess einbringen. Die Politik sollte auf die Jugend und ihre Wünsche eingehen, sie ernst nehmen und in den Prozess der Willensbildung einbinden. Nur so können sie dem Interesse junger Menschen an der Politik gerecht werden. Die Frage „Europa – brauchen wir das noch oder kann das weg?“ ist einfach zu beantworten: Wir brauchen die EU! Mehr denn je. Wir brauchen aber auch eine Jugend, die ihr politisches Interesse in der EU auslebt, die sich in die Entscheidungen einbringt und die wahrgenommen wird! Schließlich geht es um die Zukunft genau dieser jungen Menschen. Hoffentlich wird die EU, auch die EU der Jugend sein.

Ansprechpartnern in der Stiftung

Yvonne Lehmann

Ina Koopmann

Hübner, Christine; Eichhorn, Jan

Europa - brauchen wir das noch oder kann das weg?

Wie schauen junge Deutsche vor der Europawahl 2019 auf Europa und die EU?
Berlin, 2019

Publikation herunterladen (2 MB, PDF-File)


Demokratisches Europa

Eine Politik für Europa muss in erster Linie von den Bürger_innen Europas getragen werden. Wir wollen daher wissen, welche Erwartungen die Menschen an die EU haben. Momentan ist eine kritische Einstellung weit verbreitet. Wie muss sich die EU verändern, damit das Vertrauen in sie wieder wächst? Wie kann die EU fairer, demokratischer und inklusiver gestaltet werden? Vor allem im Rahmen der politischen Bildung wollen wir einen Beitrag leisten, um ein Europa des Zusammenhalts zu befördern.

Gesamtkoordination

Michael Meier

Ansprechperson

Arne Schildberg

Hiroshimastraße 28
10785 Berlin

030/26935-7743

Arne.Schildberg(at)fes.de

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