Rückblick: Europäischer Wettbewerb 2025 - Europa? Aber sicher!

Beim EU-Seminar des 72. Europäischen Wettbewerbs 2025 erlebten Preisträger:innen Europa direkt vor Ort in Straßburg. Zwischen Debatten über Menschenrechte, Gesprächen mit Politiker:innen und kreativen Zukunftsvisionen wurde deutlich, wie engagiert junge Menschen Europa mitdenken und mitgestalten wollen. Ein intensiver Blick hinter die Kulissen europäischer Politik, Medien und Ideen für das Europa von morgen.

Europa hautnah erleben – unser EU-Seminar 2025 in Straßburg

Die Preisträger:innen des Schüler:innenwettbewerbs „72. Europäischen Wettbewerbs 2025 – Europa? Aber sicher!“ reisten vom 20. bis 23. Oktober 2025 zu einem viertägigen EU-Seminar nach Straßburg – ins Herz der europäischen Demokratie. Vier Tage voller Begegnungen, Debatten und kreativer Visionen machten Europa nicht nur greifbar, sondern erlebbar.

 

Tag 1 - Anreise, Kennenlernen & Gallery-Walk

Nach der Anreise und einem ersten Kennenlernen startete das Seminar mit einer fundierten Einführung in die politischen Institutionen der Europäischen Union durch Sven Wachowiak. Schnell wurde deutlich: Europa ist komplex, aber gestaltbar.
Bei der anschließenden Projektgalerie und Open Stage präsentierten die Preisträger:innen ihre ausgezeichneten Arbeiten. Ein Poetry Slam beeindruckte mit einer kreativen und zugleich kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Konsum. Ein selbstproduziertes „Tatort-Kommissar“-Video über künstliche Intelligenz und die Grenzen menschlicher Macht sorgte für intensive Diskussionen und Gespräche. 
Auch die bildnerischen Werke regten zum Nachdenken an. Einzelne Kunstwerke thematisierten die europäische Flüchtlingspolitik und setzten sich mit Krieg und Frieden auf Kosten von Menschenleben auseinander. Die Vielfalt der Perspektiven zeigte eindrucksvoll, wie differenziert und engagiert junge Menschen über Europa denken.

Tag 2 - Europarat & Ideaslab

Am zweiten Tag stand der Besuch des Europarats im Mittelpunkt. Nach einem ausgiebigen Frühstück besuchte die Seminargruppe den eindrucksvollen Plenarsaal der Parlamentarischen Versammlung. Im Gespräch mit Tatiana Baeva Frachon erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Arbeit des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Dabei ging es unter anderem um den Ablauf von Klageverfahren, die Kontrolle der Einhaltung von Menschenrechten und mögliche Sanktionen bei Verstößen. Die Teilnehmenden erfuhren auch, wie sich das Gericht zusammengesetzt ist, wie viele weibliche Richter:innen es gibt und welche hohen juristischen Qualifikationen für dieses Amt erforderlich sind. Die anschließende Diskussion zum Thema „75 Jahre Europäische Menschenrechtskonvention – wo stehen wir heute?” zeigte, wie aktuell und relevant Menschenrechte auch im Jahr 2025 sind.

Im IDEAS LAB von Planpolitik wurde es anschließend kreativ. Unter dem Motto „Together in Unity“ entwickelten die Teilnehmenden ihre Visionen für ein Europa im Jahr 2040. In Bildern, Memes und Texten entstanden nachdenkliche sowie hoffnungsvolle Zukunftsentwürfe.

„Mein Leben im Jahr 2040. Heute konnte ich ausschlafen, da ich in Gleitzeit arbeite und schnell und einfach mit gut ausgebauten elektrischen und nachhaltigen Öffis zur Arbeit fahren konnte.“ - Zitat einer Teilnehmerin

Eine weitere kreative Zeichnung eines fünfstöckigen „Eierkuchen“ symbolisierte dabei augenzwinkernd die Grundpfeiler der EU – Frieden, Sicherheit, Toleranz, Gerechtigkeit, Demokratie und Nachhaltigkeit.

Tag 3 - Europäisches Parlament & Bootsfahrt 

Der dritte Tag führte die Teilnehmenden ins Europäisches Parlament. Bei einer Führung mit Ines Grau erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Hintergründe des Gebäudes, während zugleich ihre Fragen beantwortet wurden. 

Im darauffolgenden Gespräch mit der Europaabgeordneten Vivien Costanzo wurden die zuvor im IDEAS LAB entwickelten Zukunftsvisionen vorgestellt. Vivien Costanzo nahm sich die Zeit, mit den Teilnehmenden über ihre Arbeit zu sprechen und zu diskutieren. Besonders engagiert wurde über den ÖPNV im ländlichen Raum und welche europäischen Entscheidungen mit den Interessen junger Menschen verbunden sind, diskutiert. Eindrücklich war auch die Debatte zur Lage in Belarus, die die internationale Verantwortung Europas in den Fokus rückte. 

Anschließend nahmen die Teilnehmenden auf der Besuchertribüne Platz und verfolgten eine laufende Plenarsitzung. Die Debatte zur Lage in Belarus rückte die internationale Verantwortung Europas eindrücklich in den Fokus, wodurch Politik hochaktuell und live erlebbar wurde. 

Zum Ausklang des Tages führte eine Bootsfahrt durch das kaiserliche Stadtviertel und die Neustadt von Straßburg. Neue Eindrücke und zahlreiche Gespräche über das Erlebte begleiteten die Fahrt. Zwischen historischen Fassaden und modernen politischen Institutionen wurde sichtbar, wie eng Geschichte und Gegenwart hier miteinander verbunden sind.

Tag 4 - Arte & Abreise 

Der letzte Tag der Reise begann mit dem Besuch bei der deutsch-französischen Medienkooperation ARTE. Elke Blocher gewährte spannende Einblicke hinter die Kulissen – in die Büroräume, Studios und Schnitträume – des Senders. Im anschließenden Gespräch mit Uwe-Lothar Müller dem stellvertretenden Redaktionsleiter von ARTE Reportage, stand die Frage im Mittelpunkt, was Europa und insbesondere junge Menschen heute bewegt. Eindrucksvoll waren die Einblicke in die Arbeit von Reporter:innen in Krisengebieten. Vor der Diskussion wurde gemeinsam eine Reportage geschaut, Eindrücke geteilt und eine Einschätzung gegeben, ob das Format für junge Menschen attraktiv ist.
Hierbei konnten die Teilnehmenden ihre persönlichen Perspektiven zu jugendspezifischen Interessen zu Europa vertiefen und in einen spannenden Austausch kommen. Die Diskussion zeigte, dass eine lebendige europäische Öffentlichkeit kritische Medien und engagierte junge Menschen benötige.

In der abschließenden Feedbackrunde wurde deutlich, dass die Teilnehmenden das vielseitige, politische und kreative Programm mit vielen neuen Perspektiven, gestärktem europäischem Bewusstsein und frischen Zukunftsideen beendeten. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen in der ARTE-Kantine wurden Eindrücke ausgetauscht und das Erlebte reflektiert. 

Vier Tage, die Europa greifbar machten und Lust auf Mitgestaltung weckten. Ein herzlicher Dank geht an die engagierten Teilnehmenden und alle Beteiligten für das bereichernde Seminar, verbunden mit den besten Wünschen für ihren weiteren Weg. 


Das Team Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützt Deutschlands ältesten Schüler:innenwettbewerb und bietet jedes Jahr für 20 Preisträger:innen ein EU-Seminar in Strasbourg an.

Geeignet: Schüler:innen aller Schularten

Termin: Einsendeschluß je nach Bundesland/ Land

Dauer: 4-tägig inkl. Übernachtung und Verpflegung 

Bei Fragen zum Programm in Strasbourg: Henning.Knippelmeyer@fes.de

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