• Denkanstoß Geschichte

Nachruf auf Hans Pelger

Die Friedrich-Ebert-Stiftung trauert um den ehemaligen Leiter des Karl-Marx-Hauses in Trier, der am 8. März 2026 verstarb.

Hans Pelger ist am 8. März 2026 im Alter von 87 Jahren in Neu-Ulm verstorben. Er kam nach dem Abschluss seines Studiums 1964 ins Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, wo er sich vor allem mit der Arbeiterbewegung Mitte des 19. Jahrhunderts auseinandersetzte, aber auch, zusammen mit Helmut Esters, 1967 einen der ersten Überblicke über Gewerkschafter im Widerstand gegen den Nationalsozialismus publizierte. Zudem war er von 1965 bis 1969 unter Georg Eckert Redaktionssekretär der geschichtswissenschaftlichen Zeitschrift Archiv für Sozialgeschichte (AfS), die bis heute von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegeben wird. Der AfS-Redaktion gehörte er anschließend noch über drei Jahrzehnte an – bis 2003.

Seine Expertise zum 19. Jahrhundert brachte ihn nach Trier, wo er 1968 die Leitung des frisch von der Friedrich-Ebert-Stiftung übernommenen Karl-Marx-Hauses übernahm und eine Forschungsstelle mit Archiv und Spezialbibliothek aufbaute. Ab 1969 gab Pelger die „Schriften aus dem Karl-Marx-Haus“ heraus, die sich insbesondere mit dem jungen Karl Marx und der frühen Arbeiterbewegung beschäftigten.

Pelger engagierte sich für die Sicherung und Weiterentwicklung der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) nach 1989. So übernahm Pelger 1990 das Amt des Schriftführers der Internationalen Marx-Engels-Stiftung (IMES) und veröffentlichte in der ersten Ausgabe des sich 2003 neu ausrichtenden „Marx-Engels-Jahrbuch 2003“ mit Kolleg_innen Manuskripte und Drucke von Karl Marx’ „Die Deutsche Ideologie“.

Auch im Ruhestand beschäftigte sich Pelger mit Aspekten der Marx-Forschung sowie mit zeitgeschichtlichen Fragen und dachte gerne an seine Zeit in Trier zurück, wie Pelgers Sohn dem Museum Karl-Marx-Haus mitteilte.

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