• Rückblick

Kapital - Digital – Karl Marx und die Zukunft des Kapitalismus im 21. Jahrhundert

Seit fünf Jahren organisiert das Ferdinand-Lassalle-Zentrum für gesellschaftliches Denken in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Wrocław – der Geburtsstadt und letzten Ruhestätte des Gründers der deutschen Sozialdemokratie Ferdinand Lassalle – Konferenzen für progressive Expert_innen und Politiker_innen über die Geschichte und Zukunft der Sozialen Demokratie, den Zustand der heutigen Demokratie und die Vision eines vereinigten Europas. Die Veranstaltungen dienen nicht nur der Erinnerung an die Person Ferdinand Lassalle, sondern vor allem dem Gedanken- und Ideenaustausch progressiver Kreise aus Mitteleuropa. An diesen sog. Lassalle-Konferenzen haben bislang meinungsbildende Persönlichkeiten aus Polen, Deutschland, der Tschechischen Republik und Ungarn teilgenommen. Unter den Teilnehmenden waren Persönlichkeiten, wie Zygmunt Bauman oder der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner.

Im Jahr 2018 begehen wir den 200. Geburtstag von Karl Marx. Aus diesem Grund möchten wir die diesjährige Lassalle-Konferenz in Wrocław einer kritischen Würdigung seiner Werke widmen und die marxistische Analyse der Veränderungen des Kapitalismus als Inspiration zu Überlegungen über die Zukunft der Arbeitswelt in Bezug auf die Prozesse der Automatisierung und Digitalisierung nutzen. Bisher wird keines dieser Themen in öffentlichen Debatten in Polen diskutiert. Dies soll sich ändern.

„Kapitalismus im ökonomischen Sinne hat einen von Marx beschriebenen Punkt erreicht, an dem es zunehmend verbreitet ist, dass ökonomische Produktion und die Reproduktion und Ansammlung von Kapital ohne Einbezug von Arbeit erfolgt“, schrieb Edwin Bendyk, ein Publizist für die Polityka, 2013.

Wie werden die Digitalisierung und die Automatisierung von Arbeit die Gesellschaft verändern?

Werden Digitalisierung und Automatisierung von Arbeit zu einer gerechteren Gesellschaft beitragen, oder werden sich Ungleichheiten verstärken und ganze soziale Gruppen verarmen?

Welche politischen Lösungen sollten angesichts der sich durch Digitalisierung und Automatisierung ergebenden Herausforderungen von progressiven Bewegungen bereitgestellt werden?

In der Paneldiskussion werden sich folgende Expert_innen aus Mitteleuropa mit den oben genannten Fragen auseinandersetzen:

  • Thorben Albrecht (Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Deutschland);
  • Edwin Bendyk (Polen, Journalist und Publizist für die Polityka);
  • Dr. Zoltán Pogátsa (Ökonom, Soziologe, Dozent an der University of West Hungary);
  • Kateřina Smejkalová (Tschechien, Politikwissenschaftlerin, Expertin im Bereich Digitalisierung von Arbeit und Auswirkungen auf die Gesellschaft, FES Prag);

Moderiert von: Michał Syska

Datum: 11. April, 18:00 Uhr

(15:00 Uhr – Blumen am Grab Lassalles am alten jüdischen Friedhof ablegen)

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