Grün und lebenswert – Wie wird Berlin sozial hitzeresilient?

Freitag, 10.10.2025 (14:00-17:45 Uhr) / Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Haus 2 (Hiroshimastraße 28, 10785 Berlin)

DerGroßteil des Bildes ist in kräftigen Gelb- und Orangetönen gehalten. Im Vordergrund zeichnet sich eine abstrakte Form in Grünschattierungen ab.
Urheber: FES / Typografie·im·Kontext | Andrea Schmidt

Der Sommer 2025 hat den Berliner_innen erneut intensiv vor Augen geführt, was lange klar ist: Berlin hat ein Hitzeproblem! Berlin wird allen wissenschaftlichen Berechnungen zur Folge trockene, sehr heiße Frühjahre und Sommer erleben. Der Handlungsdruck zur Umgestaltung und Anpassung an die veränderten Lebensbedingungen ist groß. Um der Erhitzung des urbanen Lebensraums gerecht zu werden und eine lebenswerte Umgebung für alle Mitbewohner_innen zu schaffen, muss Berlin sein Stadtgrün nicht allein pflegen und erhalten, sondern ausbauen.

In Berlin bewegt sich derzeit viel im Erhalt und den Ausbau des Stadtgrüns. Zivilgesell-schaftliche Initiativen, allen voran der Verein BaumEntscheid Berlin, bringen den Hitzeschutz und das Stadtklima erfolgreich auf die politische Agenda. Die Politik hat sich dieses Ziels angenommen und will das vorgelegte „Bäume-Plus-Gesetz“ in seinen wesentlichen Aspekten umsetzen. Das Ziel einer sozial gedachten Stadtplanung muss dabei sein, allen Menschen gleichermaßen den Zugang zu gesunden Grünanlagen und Kühlung zu ermöglichen. Besonders Menschen, die in sozial, luft- und hitzebelasteten Stadtteilen und Straßenzügen wohnen, die schlecht zu Fuß, Senior_innen oder im Kindesalter sind, benötigen wohnortnahes Grün, frische Luft und Abkühlung.

Neben den rechtlichen und infrastrukturellen Fragen des Ausbaus der Stadtbegrünung stellt sich die Frage der Finanzierung des Erhalts von Grün und der Begrünung sowie der konkreten Beteiligung und Einbindung der Bürger_innen in den Prozess der Stadtbegrünung. Wie muss also eine konkrete Umsetzung eines „Bäume-Plus-Gesetzes“ für Berlin aussehen? Wie können wir Berlin sozial grüner werden lassen? Welche Akteure müssen beteiligt, wer in die Pflicht genommen werden? Wie können wir die Menschen für eine Vision eines grünen Berlins begeistern?

Das Landesbüro Berlin der Friedrich-Ebert-Stiftung lädt Sie herzlich ein, unter anderem mit Linda Vierecke, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordneten-haus von Berlin, zu diskutieren und im Rahmen unserer Konferenz Vorschläge für ein grünes Berlin zu erarbeiten. Der Zukunftsforscher Prof. Dr. Stephan Rammler, Autor der Studie Klimabauhaus Berlin, wird in der Folge auf Grundlage der Konferenz-ergebnisse eine Vision eines grünen Berlins entwickeln, die einen wertvollen politischen Impuls für die weitere Umsetzung der politischen Entscheidungen in Berlin liefern wird.

Zur Anmeldung geht es hier.

Zum Programm geht es hier. 

Programm

ab 13:15 Uhr:         

Kennenlernen und Vernetzung mit Imbiss

14:00 - 14:10 Uhr:  

Begrüßung durch Christian Testorf, FES

14.10 - 15:10 Uhr:   Impulsdebatte „Grün in Berlin – Wo stehen wir?“

Aletta Bonn, Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin
Heinrich Strößenreuther, Mitinitiator Baumentscheid Berlin
Linda Vierecke (MdA), umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin

Moderation Heike Stock

15:10 - 15:20 Uhr:   

Vorstellung der Thementische

ab 15.20 Uhr:           

Thementische - Runde 1:

Begleitung durch Prof. Dr. Stephan Rammler

1. Eine grüne Vision für Berlin – Wie finden wir eine Erzählung eines grünen und kühlen Berlins, die alle begeistert?
Aletta Bonn
Birgit Mickley, Bezirksverordnete SPD-Fraktion in der BVV Pankow

2. Privat und Staat? Welche Akteure machen Berlin grün und wer finanziert das?
Jordin Tahana, AG Schwammstadt, Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM)
Matthias Kollatz (MdA), finanzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin

3. Gesetze und Regularien – Wie können wir ein grünes Berlin umsetzen?
Mathias Schulz
, MdA, stadtentwicklungspolitischer Sprecher SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin
Heinrich Strößenreuther, Mitinitiator Baumentscheid Berlin

4. Grün für alle! Wie stellen wir eine flächendeckende Versorgung mit Grün und Kühlung in besonders belasteten Gebieten sicher?
Linda Vierecke (MdA)
, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin
Stefan Richter, Stiftung Naturschutz

5. Digital grün – Wie können digitale Tools und KI zur Stadtbegrünung beitragen?
Yannick Müller,
Smart City Lab Berlin
Robert Hain, Objektleiter Tegeler Stadtheide, Grün Berlin

16:00 - 16:30 Uhr

Kaffee- und Vernetzungspause

16.30 Uhr

Thementische – Runde 2:

Begleitung durch Prof. Dr. Stephan Rammler

17.10 Uhr             

Gallery-Walk durch die Ergebnisse

17.20 Uhr             

Abschlussimpuls „Ein grünes Berlin – sozial und gerecht!“
Linda Vierecke

17.45 Uhr             

Ende

Thementische

1. Eine grüne Vision für Berlin – Wie finden wir eine Erzählung eines sozialen grünen und kühlen Berlins, die alle begeistert?

So positiv die Bilder eines grünen Berlins sind, so mehr zeigt doch im konkreten, welche Probleme es mit sich bringen kann. Die Verteilungskonflikte um öffentlichen Raum, die Finanzierung und der Beitrag, der von einzelnen Bürger_innen gefordert wird, können Sorgen, Ängste und Widerstände auslösen. Umso wichtiger ist eine positive Erzählunge einer grünen und sozialen Stadt, in der sich möglichst viele, am besten alle, Bürger_innen Berlins wiederfinden. Wie kann diese Vision aussehen? Welche Bevölkerungsgruppen können mit welchen Botschaften erreicht werden? Und wie befähigen wir die Menschen, selbst Teil einer Bewegung in Richtung grün und sozial zu werden?

Impulse:
Aletta Bonn, Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin
Birgit Mickley, Bezirksverordnete SPD-Fraktion in der BVV Pankow
Moderation: Heike Stock

2. Privat und Staat? Welche Akteure machen Berlin grün und wer finanziert das?

Die Kosten für den Erhalt, die Anpassung und den Ausbau des Berliner Stadtgrüns sind erheblich. Dabei hat die Stadt eine gute Ausgangsposition als an sich grüne Metropole in einem grünen Umland, dem jedoch die sich dramatisch beschleunigenden Folgen der Klimaerhitzung besonders zu schaffen machen. Zahlreiche Projekte haben in Berlin in der letzten Zeit erste Ideen zur Klimaanpassung verwirklicht, doch für den großen Durchbruch und eine Verstetigung hat es nicht gereicht. Wie können wir eine ausreichende öffentliche Finanzierung der anstehenden Aufgaben sicherstellen? Wie können sich Gestalter großer Grünflächen wie etwa die zahlreichen Berliner Friedhöfe beteiligen? Welche Anreize zu Investitionen sollen durch das Land Berlin oder durch den Bund gesetzt werden, um die öffentlichen Gelder zu hebeln? Welchen Beitrag kann die Bauwirtschaft zum Erhalt und Ausbau des Stadtgrüns leisten?

Impulse:
Jordin Tahana, AG Schwammstadt, Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM)
Matthias Kollatz (MdA), finanzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin
Moderation: Fabian Bühler

3. Gesetze und Regularien – Wie können wir ein grünes Berlin verbindlich machen?

Berlin kann als Bundesland weite Bereiche des Baurechts selbst regeln und hat bereits Auflagen im Neubau zur Nachhaltigkeit und Begrünung, etwa von Dächern, erlassen. Dennoch gibt es weiter großes Potenzial bei der Begrünung von Bestandsgebäuden oder asphaltierten Flächen in privater und öffentlicher Hand. Um den Anforderungen an Geschwindigkeit der erforderlichen Anpassungen der Klimafolgen gerecht zu werden, bedarf es umfassender Änderungen des Rechtsrahmens und eine verlässliche Finanzausstattung. Welche Vorschriften für die Begrünung und den Schutz der grün-blauen Infrastruktur müssen gestrafft, welche können oder sollten gelockert werden? Wie denken wir die grüne und blaue Infrastruktur zusammen? Und mit welchen sozialen Folgen und Folgekosten muss gerechnet werden? Wie können diese aufgefangen werden?

Impulse:
Mathias Schulz (MdA), stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin
Heinrich Stößenreuther, Mitinitiator Baumentscheid Berlin
Moderation: Sabine Schäfer

4. Grün für alle! Wie stellen wir eine flächendeckende Versorgung mit Grün und Kühlung in besonders belasteten Gebieten sicher?

Der Umweltgerechtigkeitsatlas, vorgelegt 2022 von der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz, weist innerstädtische Gebiete um den S-Bahnring herum als stark belastet sowohl in den Umwelt- als auch in den Sozialindikatoren aus. Menschen, die in Nachkriegsbauten und in Altbauten in ehemaligen Arbeitervierteln leben, sind besonders betroffen von Lärm, Hitze und ungesunder Luft. Eine soziale Planung von Stadtgrün und Stadtkühlung muss an den stark betroffenen Kiezen Berlins ansetzen. Wie können wir in diesen Kiezen, die zugleich dicht bebaut sind, die Ziele einer sozial gerechten Anpassung an die Folgen der Erderhitzung sicherstellen? Welche Anreize kann der Senat schaffen, um Anwohnende und Immobilienbesitzende einzubinden? Welchen Beitrag zur Grünversorgung und Kühlung können Akteure wie Kleingärtenkolonien oder

Impulse:
Linda Vierecke (MdA)
Stefan Richter, Stiftung Naturschutz Berlin
Moderation: Iris Hube

5. Digital grün – Wie können digitale Tools und KI zur Stadtbegrünung beitragen?

Digitale Tools können bei der Grünpflege und der Koordinierung ehrenamtlichen Engagements helfen. So hat das City Lab Berlin mit der APP „Gieß den Kiez“ ein Tool vorgelegt, in dem Bürger*innen angeben können, welchem Baum sie helfen. Denkbar sind weitere Tools, die eine Entsiegelung von Flächen kartografieren oder digitale Messpunkte für Umweltbelastungen sichtbar machen. Großes Potential für die passgenaue und ressourcenschonende Begrünung und für die Hilfe bei der Abkühlung der Stadt bieten zudem Programme, die Künstliche Intelligenz nutzen. Welche neuen Ideen gibt es? Welche Beispiele aus anderen Ländern und Städten können Berlin zum Vorbild dienen und wie können wir diese in Berlin implementieren? Welche Anreize muss die Politik setzen?

Impulse:
Niklas Kossow, Bereichsleitung Smart City & Verwaltungsinnovation Smart City Lab Berlin
Robert Hain, Objektleiter Tegeler Stadtheide, Grün Berlin
Moderation: Joschka von Polenz

Diese Veranstaltung wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

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