• Rückblick

Der lange Marsch - Ursachen & Auswirkungen der Migration an der Südgrenze der USA

Das Ende der Bürgerkriege in Mittelamerika vor über zwanzig Jahren und zaghaften Reformen in einigen Ländern versprachen wirtschaftliche Prosperität und mehr Sicherheit für die Bevölkerung. Stattdessen prägen wirtschaftliche Instabilität, wachsende Armut, um sich greifende Kriminalität und brutale Bandenkriege heute den Alltag.
Und obwohl Auswanderung schon seit den 50er Jahren zur Realität der Länder Mittelamerikas gehört, haben die Migrationsströme seit der Jahrtausendwende unbekannte Ausmaße angenommen. Die Menschen fliehen in die Hauptstädte und Nachbarstaaten. Vor allem aber streben sie eine Zukunft im Norden, in den USA und Canada an.  Allein in diesem Jahr haben sich ca. eine halbe Million auf den Weg nach Norden begeben.
Diese illegale Einwanderung in die USA hat die Wirtschaft kontinuierlich mit billigsten Arbeitskräften versorgt. Viele profitieren bis heute enorm davon. Andererseits hat die beständige Zunahme der illegalen Einwanderung die fremdenfeindlichen und rassistischen Reaktionen befeuert.
Die politische Auseinandersetzung ist derart angeheizt, dass die Mauer zu Mexiko eines der schlagkräftigsten Argumente im Wahlkampf von D. Trump wurde. Für den neuen Mann im Weißen Haus ist die illegale Einwanderung das größte Sicherheitsproblem der USA.

Ungeachtet der innenpolitischen Auseinandersetzungen um den Bau der Mauer hat die Trump-Administration die gesetzlichen Hürden für Einreise und Asylverfahren um ein Vielfaches verschärft und den Druck auf den südlichen Nachbarn Mexiko so erhöht, damit dieser die Grenzen „dicht macht“. 

Der Referent dieses Abends, Dr. Wolfgang Bautz, war lange Jahre Dozent an verschiedenen lateinamerikanischen Universitäten und zeigte Hintergründe und Auswirkungen der Migrationsbewegungen auf und diskutierte differenziert mit dem Publikum Ähnlichkeiten und Unterschiede zur Entwicklung in Europa.

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