• Pressemitteilung

Umfrage: Lateinamerika blickt kritischer auf Deutschland und Europa

Immer weniger Menschen in Lateinamerika sehen Deutschland und Europa als Vorbilder an. Stattdessen gewinnt China an Bedeutung. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung in zehn lateinamerikanischen Ländern. Das Potenzial für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Europa und Lateinamerika bleibt indessen groß.

Die Menschen in Lateinamerika haben traditionell ein positives Bild von Europa. Politisch und wirtschaftlich galt der Kontinent seit jeher als wichtiger Bezugspunkt. Doch das Modell Europa verblasst zusehends. Das zeigt ein Vergleich der aktuellen Umfrage in zehn lateinamerikanischen Ländern mit der Vorgängerstudie von 2022. Nur noch 14 Prozent der Befragten sehen die europäische Integration als Modell für Lateinamerika an, während das 2022 noch 22 Prozent der Befragten bejahten.

Gleichgültigkeit Europas gegenüber Lateinamerika

Die Zusammenarbeit mit Europa wird nicht mehr als so strategisch und greifbar wahrgenommen und insgesamt kritischer bewertet. Es herrscht der Eindruck, Europa sei Lateinamerika gegenüber fast gleichgültig. Bei Themen wie Menschenrechten, Umweltschutz und der Bekämpfung von Armut und Ungleichheit bleibt Europa zwar die bevorzugte Partnerin, die Erwartungen konzentrieren sich heute aber stärker auf materielle Aspekte wie Investitionen.

Sorge vor neuem Kalten Krieg zwischen China und USA

Gleichzeitig blicken die lateinamerikanischen Gesellschaften zunehmend beunruhigt auf die kriegerische Weltlage. Der Aufstieg Chinas wird bewundernd beobachtet, das Land aber eher nüchtern als Partner vor allem in den Bereichen Wissenschaft und Technologie gesehen. Eine vertiefte Zusammenarbeit mit den USA unter Donald Trump lehnen die Menschen ab. Mit Sorge blicken die Menschen auf die Möglichkeit eines neuen Kalten Krieges zwischen China und den USA. Lateinamerika sieht sich nicht als Teil eines Blocks. Vielmehr herrscht das Bedürfnis vor, selbstbewusst Be Beziehungen zu unterschiedlichen Regionen zu unterhalten. 

Chance für Europa als strategischer Partner

In dieser geopolitischen Konstellation kann Europa, welches immer noch ein positives Image genießt, für die Befragten immer noch eine sehr relevante Rolle als strategischer Partner spielen: für Demokratie, Abbau der Ungleichheit, für Umwelt- und Klimaschutz, Menschenrechte, Frieden und internationales Recht. 


Pressematerialien

Durchgeführt wurde die Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam mit Diálogo y Paz von dem Institut Latinobarómetro. Die deutsche Fassung der Studie können Sie hier herunterladen. Hier finden Sie die Website zum Projekt

Gerne unterstützen wir Sie beim Vermitteln von Interviewpartner:innen.

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Johannes Damian, Leiter Presse und Präsentation, Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., 
Hiroshimastr. 17, 10785 Berlin, Telefon +49 (0)30 26935-7038, Mobil +49 (0)1522 1570 426, presse(at)fes.de
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