Museum Karl-Marx-Haus in Trier


Kurzbiographie Karl Marx

Marx` Zeit in Trier

Am 5. Mai 1818 wurde Karl Marx als drittes Kind des Rechtsanwaltes Heinrich Marx (1777-1838) und dessen Ehefrau Henriette geb. Presborck (1788-1863) in der Brückergasse 664 in Trier geboren. Das Haus (heute Brückenstraße 10) war kurz zuvor von der Familie gemietet worden und wurde von ihr nur anderthalb Jahre bewohnt.

Im Herbst 1835 legte Marx das Abitur am königlich-preußischen Gymnasium (ab 1896 Friedrich-Wilhelm-Gymnasium) zu Trier im Alter von siebzehn Jahren ab. Seit dem zwölften Lebensjahr hatte er diese von humanistischen Idealen geprägte Bildungsanstalt besucht.

Studienjahre

Zum Studium der Rechtswissenschaften ging Karl Marx nach Bonn. Er widmete sich dort zunehmend philosophischen und historischen Studien. In dieser Zeit schrieb Karl Marx in seiner Begeisterung für die Romantik Gedichte und kleinere literarische Arbeiten.

1836 wechselte Marx an die Universität in Berlin. Er belegte Vorlesungen im Bereich der Rechtswissenschaften; seine philosophischen Studien wurden jedoch immer intensiver. Im Mittelpunkt stand die Philosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels, dessen dialektische Methode auf Marx einen großen Einfluss ausübte. Die kritische Auseinandersetzung mit Hegels Gedankenwelt erlebte Marx in den Diskussionsrunden der Berliner Junghegelianer.

Aus Kindheitstagen kannte Karl Marx Jenny von Westphalen (1814-1881), mit der er sich vor seiner Abreise nach Berlin verlobte.

Mit der Dissertation „Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie“ beendete Marx 1841 seine Studienjahre.

Der Plan, eine akademische Laufbahn einzuschlagen, zerschlug sich. Marx wandte sich stattdessen dem Journalismus zu und verfasste ab April 1842 Artikel für die „Rheinische Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe“ in Köln. Hier musste sich Marx erstmals mit wirtschaftlichen, aber auch sozialen Fragen beschäftigen.

Von der preußischen Regierung stets kritisch beobachtet, wurde die „Rheinische Zeitung“ 1843 verboten.

Stationen seines Lebens: Paris, Brüssel, Köln und London

Marx verließ Köln und heiratete nach siebenjähriger Verlobungszeit Jenny von Westphalen in Kreuznach. Gemeinsam übersiedelten sie im Spätherbst nach Paris. Dort kam Marx mit anderen emigrierten Intellektuellen und auch Handwerkern in Kontakt. Von hier aus, dem Zentrum sozialistischen Denkens, wollte Marx seine journalistische Tätigkeit fortsetzen.  Bedeutend für sein weiteres Leben war die Begegnung mit Friedrich Engels (1820-1895). Eine lebenslange Freundschaft und gemeinsame politische, literarische, journalistische und wissenschaftliche Arbeit begann.

Nach seiner Ausweisung aus Paris 1845 ließ sich Marx mit Familie in Brüssel nieder.

1848 legte er seine Auffassung, dass Geschichte die „Geschichte von Klassenkämpfen“ sei, in dem mit Engels geschriebenen „Manifest der Kommunistischen Partei“ dar. Es war eine Programmschrift für den „Bund der Kommunisten“, einer zu diesem Zeitpunkt geheim agierenden Organisation von Handwerkern, Arbeitern und Intellektuellen. Von Köln aus kommentierte Marx in der „Neuen Rheinischen Zeitung“ das Geschehen im „revolutionären“ Deutschland und in Europa. Nach dem Scheitern der Revolution musste Karl Marx Preußen verlassen. Er emigrierte mit seiner Familie nach London. Ihr Leben war bis in die 1860er Jahre geprägt von Geldsorgen und Krankheit. Nur drei ihrer sieben zwischen 1844 und 1857 geborenen Kinder erlebten das Erwachsenenalter: Jenny (1844-1881), Laura (1845-1911) und Eleanor (1855-1898).

Trotz aller Sorgen studierte Marx intensiv, meist im Lesesaal der British Library,  Schriften bedeutender ökonomischer Theoretiker wie Adam Smith und David Ricardo, Werke über Geschichte und Politik sowie vielfältigste Neuerscheinungen in den in diesem Jahrhundert aufblühenden Bereichen Naturwissenschaft und Technik.

Marx’ Hauptwerk, „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie“, 1. Band, erschien 1867. Die Bände 2 und 3 wurden erst nach Marx’ Tod von Friedrich Engels nach mühevoller Bearbeitung der hinterlassenen Manuskripte veröffentlicht.

Gegen Ende der siebziger Jahre wurde Marx von zahlreichen Erkrankungen heimgesucht. Seine in dieser Zeit entstandenen Studien blieben oft Fragmente und konnten nur zum Teil noch von Friedrich Engels herausgegeben werden. Der Tod seiner Frau (1881) und seiner ältesten Tochter (1883) erschütterten Karl Marx sehr.

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